Termin

Workshop: Verflechtung und Abgrenzung. Deutsch-polnische Perspektiven in der Kunstgeschichte seit 1945

Tagungen und Symposien 16.11.2017–17.11.2017

Deutsches Historisches Institut Warschau, Warschau, Polen

Kulturtransferforschung und Verflechtungsgeschichte (histoire croisée) bilden zentrale konzeptuelle und methodische Bezugspunkte aktueller kulturwissenschaftlicher Forschung. Auch in Untersuchungen zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen wie generell der Ost-West-Beziehungen fanden sie in den letzten Jahren vermehrt Eingang. Allerdings sind Studien, die diese Ansätze auf Themen der Kunstgeschichte im deutsch-polnischen Kontext nach 1945 anwenden bzw. in diesem Zusammenhang kritisch diskutieren, immer noch rar. In diesem Zeitraum waren das polnisch-westdeutsche und auch das polnisch-ostdeutsche Verhältnis vielfach mehr von Abgrenzung als von Verknüpfung geprägt. Gleichwohl gab es auch und vor allem auf kulturellem Gebiet Kontakte, Transfer- und Austauschbeziehungen. Zudem blieben die Gesellschaften auch in der Abgrenzung intensiv aufeinander bezogen. Es erscheint daher lohnend, Konzepte von Transfer und Verflechtung nicht nur auf Phänomene von Annäherung, Aneignung oder Integration anzuwenden, sondern auch auf Aspekte von Abgrenzung, Konkurrenz und Konfrontation auszuweiten. So ließen sich sowohl positiv verstandene Verflechtungen als auch Bemühungen um „Entflechtung“ sowie die Ursachen und Begründungen einer solchen Dissoziation als Untersuchungsgegenstand einer histoire croisée verstehen. Der Workshop möchte Forscherinnen und Forscher zusammenbringen, die sich solchen Fragestellungen innerhalb der Kunstgeschichte im deutsch-polnischen Kontext widmen.