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Marilyn. Legende, Mythos und Ikone.

Ausstellungsbesprechungen

erschienen 13.04.2006 | Verena Paul

Mit der Ausstellung „Marilyn. Legende, Mythos und Ikone“, die noch bis zum 1. Mai 2006 im Kunsthaus Hamburg zu sehen sein wird, wurde eine behutsame, komplexe Annäherung an das „Kunstprodukt“ Marilyn Monroe unternommen.

Die am 1. Juni 1926 in Los Angeles geborene Norma Jeane Baker inspiriert und begeistert mit ihrem Charme bis zum heutigen Tag Zuschauer und Künstler gleichermaßen. Hollywood machte aus der Frau Norma Jeane Baker die Kunstfigur „MM“, den blonden Vamp, der verträumt, sinnlich, verführerisch, naiv und sexy war und die Verkörperung des Weiblichen schlechthin darstellte. So sagte der Schriftsteller und Ehemann Arthur Miller über Marilyn: „She’s all woman, the most womanly woman in the world.“

Für viele ist Marilyn Monroe Glamour-Göttin, Sexsymbol, tragische Heldin und beliebteste Popikone des 20. Jahrhunderts in einem. Dass die Faszination sogar noch bis ins 21. Jahrhundert hineinreicht, äußert sich in den zahlreichen Arbeiten von Künstlern, deren Arbeiten in der Hamburger Ausstellung zu sehen sind. Marilyn Monroe hatte zu Lebzeiten überwiegend Wirkung auf das männliche Publikum, das ihrer Traumfigur und ihrer erotischen Ausstrahlung erlag. Marilyns Image hat sich jedoch seit ihrem Tod 1962 sukzessiv gewandelt und gegenwärtig wird sie weniger wegen ihrer weiblichen Kurven, als vielmehr ihrer Ausstrahlung und ihrer selbstbewussten Haltung zu ihrem Körper und ihrer Sexualität wegen verehrt, so dass der „MM“-Mythos grenzenlos ist. Inzwischen sind es auch viele Frauen, die in Marilyn eine Kultfigur und einen Archetypus alles Weiblichen sehen und sie daher bewundern. So wurde die Monroe für Größen wie Brigitte Bardot oder Madonna zum Vorbild, das prägend auf deren eigene künstlerische Inszenierungen einwirkte.

In einem Interview aus dem Jahre 1960 sagte Marilyn selbst einmal: „Ich habe insgeheim das Gefühl gehabt, nicht vollkommen ‚echt‘ zu sein, so etwas wie eine gut gemachte Fälschung. Ich glaube, jeder Mensch fühlt das von Zeit zu Zeit. Aber in meinem Fall geht das weit, manchmal so weit, dass ich denke, ich sei im Grunde nur ein Kunstprodukt.“ [Marilyn Monroe, 1960] Hier manifestiert sich der Konflikt, der sich zwischen der öffentlichen Person Marilyn Monroe und der privaten Person Norma Jeane Baker entfaltete. Die Aussage zeigt, wie zerrissen Marilyn war und wie verzweifelt sie um die Behauptung ihrer Identität kämpfte. Die Abstraktion von Stars, die keine Individuen mehr sind, sondern semantische Wesen, die ein Konglomerat aus ihren Filmen, Auftritten, Zeitungsartikeln, Interviews und Klatschgeschichten über ihr Privatleben darstellen, macht deutlich, wie schwierig es ist, das Privatleben aufrecht zu erhalten, sich als eigenständige Person zu definieren.

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Adressen zum Beitrag

Kunsthaus Hamburg

Veranstaltungen/Ereignisse

Marilyn. Legende, Mythos und Ikone. 23.03.2006 – 01.05.2006, Hamburg

Schlagworte

Hamburg | Deutschland | 20. Jhd. (1.Hälfte) | 20. Jhd. (2.Hälfte) | Ikonenkunst | Medienkunst | Monroe, Marilyn | Baker, Norma Jeane

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Letzte Änderung: 12.11.2008, 15:12

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