Meldungen zum Kunstgeschehen

Ausstellungstipp: Koordinatensystem. Neue Städtische Realität, vom 13. bis 24. Mai 2017 in Berlin

Die Demokratie scheint in Gefahr – und die Kunst reagiert auf die politischen Ereignisse. Das Projekt »Koordinatensystem« bringt ausgewählte WissenschaftlerInnen sowie Kunst- und Kulturschaffende aus ost- und mitteleuropäischen Ländern mit Berliner Initiativen zusammen. In verschiedenen Formaten präsentieren und kartographieren die TeilnehmerInnen aktuelle Aktivismuskunst im europäischen Raum.

Tima Radya, If only i could embrace you, but i’m just a text, 2013 © Tima Radya
Tima Radya, If only i could embrace you, but i’m just a text, 2013 © Tima Radya

Wie überlebt die Kunst in Zeiten der Entdemokratisierung? Wie begegnet sie der rasanten Aneignung des öffentlichen Raums durch private Akteure und Politik? Welche Praktiken muss sie entwickeln? Wie bricht sie bestehende Koordinaten durch subversive Strategien?

Das Projekt »KOORDINATENSYSTEM« bringt ausgewählte WissenschaftlerInnen sowie Kunst- und Kulturschaffende aus zwölf ost- und mitteleuropäischen Ländern mit Berliner Initiativen zusammen. In verschiedenen Formaten präsentieren und kartografieren die TeilnehmerInnen vom 14. bis 21. Mai aktuelle urbane Aktivismuskunst im europäischen Raum. Für das Art Forum vom 20. bis 21. Mai laden Kunstschaffende die Öffentlichkeit zu Artist Talks, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Videoscreenings. Im für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Lab (14. bis 19. Mai) vernetzen sich KünstlerInnen, AktivistInnen und StadtforscherInnen, um Wissen zu generieren, Inspirationen zu sammeln und Projekte zu entwerfen.

Art Forum & Lab: Betahaus Berlin

Eröffnung 12. Mai, 19.00 Uhr, CLB Berlin
Mit einer site-specific Performance von Isadorino Gore

Im Rahmen des Gesamtprojektes »KOORDINATENSYSTEM« zeigt die begleitende Ausstellung »KOORDINATENSYSTEM. Neue städtische Realität« alternative Kunstformen/Urban Art im heutigen Russland.

Ausstellung »KOORDINATENSYSTEM. Neue Städtische Realität«, 13.-24. Mai
»Prozesse der Raum-Kommerzialisierung«, so die KuratorInnen, »sind in Russland sehr radikal und finden rasant statt. Die Frage ist, können öffentliche Räume mit künstlerischen Mitteln demokratisiert, geöffnet werden?«
Die Ausstellung erforscht mit den HauptakteurInnen der meist illegal agierenden Szene Russlands exemplarisch, wie Aktivismuskunst urbane Topografien wandelt. Teils monumentale Installation, teils subtile Recherche und Intervention im städtischen Raum, brechen und poetisieren die künstlerischen Eingriffe das Alltägliche. Gleichzeitig sind sie ein rebellischer Aufruf zur Partizipation unterhalb des kommerziellen, institutionellen und politischen Radars. So erfinden Grischa und Urban Art Künstler 0331С mit Petroglyphen im städtischen Kontext Graffiti Art neu. Das Urban Fauna Lab experimentiert mit urbanisierter Flora und Fauna. Timofey Radya dominiert die urbane Landschaft mit kritischen, raumgreifenden Werken. Und die Tanzkooperative Isadorino Gore integriert das „Unvorhersehbare und Unvereinbare“ in ihre künstlerischen Interventionen, so »wie es die russische Regierung demonstriert.«

Keynote Talk zum Artist Forum von Charles Landry (Großbritannien)
Artist Talk mit Vladimir Chernishev (Nischni Nowgorod), 13. Mai, 19.00 Uhr.

KünstlerInnen der Ausstellung:
0331C & Grischa (Moskau), Tanzkooperative Isadorino Gore (Moskau), Vladimir Chernishev (Nischni Nowgorod), Kirill KTO (Moskau), Timofey Radya (Jekaterinburg), Projekt Urban Fauna Lab (Moskau), Art Gruppe Partizaning (Moskau, St. Petersburg, Krasnodar), Art Gruppe ZIP (Krasnodar)

TeilnehmerInnen des Art Forums:
Margarita Augustin (Deutschland) tbc, Liva Dudareva (Lettland), Artem Filatov (Russland), Katarzyna Anna Klimowicz (Polen), Joanna Kocemba (Polen), Dana Kosmina (Ukraine), Wojciech Kostrzewa (Polen), Jekaterina Lavrinec (Litauen), Maciej Lepkowski mit Wojtek Matejko und Anna Wilczyńska (Polen), Kadri Lind (Estland), Annamária Nagy (Ungarn), Aleksandra Nenko (Russland), Nataliia Neshevets (Ukraine), Ivan Pantelić (Serbien), Jovanka Popova (Mazedonien), Jürgen Rendl (Slowakei), Arseny Sergeev (Russland), Gohar Smoyan (Armenien), Anton Valkovsky (Russland) u.a.m.

KuratorInnen »KOORDINATENSYSTEM«: Igor Ponosov (Partizaning), Aleksandra Yurieva-Civjane, Alexandra Goloborodko (International Cultural Project BUTTERBROT), Alexander Formozov; Projektträger: MitOst e.V.; Partner: CLB Berlin, betahaus Berlin;

Medienpartner: taz, Le Monde Diplomatique, Political Critique, Portal Kunstgeschichte, n-ost

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung.

Tickets: Eintritt frei

Ausstellung: 13.05.-24.05. Mo-Fr 14.00-19.00 Uhr, Sa + So 12.00-19.00 Uhr
CLB im Aufbau Haus, Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin-Kreuzberg (Zugang über Oranienstraße)

Forum: 20.05.-21.05. Sa-So 10.00-19.00 Uhr
betahaus, Prinzessinnenstraße 19-20, 10969 Berlin

Sprache: Englisch/Simultanübersetzung ins Englische

Eröffnung: 19.00 Uhr, CLB Berlin

Alle Informationen unter coordinatesystem.org

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