Call for Papers

Call for Papers: Fingerspitzengefühl. Zwischen Kunst und Wissenschaft, am 15. und 16. Februar 2018 in München

Der Tastsinn wird gemeinhin als wenig bedeutsam für die Kunst und somit auch die Kunstgeschichte angesehen. Zeit also, das endlich einmal zu ändern. Nun steht ganz im Fokus des von der Ludwig-Maximilians-Universität und dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte ausgerichteten Workshops, dessen Schwerpunkt auf der Moderne liegen wird. Einsendeschluss für Abstracts: 30. November 2017.

Finger sind sowohl Sinnesorgan als auch Werkzeug. Zum einen können wir mit ihnen die Umwelt ertasten, zugleich gebrauchen wir sie überall dort, wo feinmotorische Fertigkeiten erforderlich sind. Sieht man einmal von seiner metaphorischen Bedeutung ab, so vereint der Begriff „Fingerspitzengefühl“ diese beiden Funktionen, denn er bezieht sich gleichermaßen auf das taktile Gespür der Finger als auf deren Geschicklichkeit.

Der Workshop untersucht die Bedeutung des Fingerspitzengefühls im Bereich der Künste sowie der Wissenschaft. Für die bildenden Künste soll etwa nach der Rolle gefragt werden, die ihm beim Machen von und im Umgang mit Kunstwerken zufällt. Wie wurde über das Fingerspitzengefühl in der Kunsttheorie reflektiert und inwiefern kamen hier wissenschaftliche Fragestellungen zum Tragen? Welcher Anteil fällt dem Fingerspitzengefühl in künstlerischen Erkenntnisprozessen zu? Mit diesen Fragen thematisiert die Tagung sowohl das ästhetische Potential des taktilen Sensoriums als auch die Rolle der Hand in experimentell-kreativen Prozessen.

Der zeitliche Fokus der Tagung liegt auf der Moderne, da der Tastsinn, dem im Quintett der menschlichen Sinne lange nur eine sehr geringe Bedeutung beigemessen wurde, erst seit etwa 1800 eine sukzessive Aufwertung erfuhr. Gleichsam aber auch, weil der Einsatz der Finger zunächst im Zeitalter der Maschine, sodann in dem der Digitalisierung grundlegenden Veränderungen unterzogen wurde.

Senden Sie bei Interesse bitte bis zum 30.11.2017 ein Abstract für einen 20-minütigen Vortrag (eine Seite) und ein knappes CV an thomas.moser@campus.lmu.de. Vorträge können in Englisch und Deutsch gehalten werden; die Diskussionen erfolgen in deutscher Sprache. Die Teilnahme des wissenschaftlichen Nachwuchses wird in besonderem Maße begrüßt.

Organisation:

  • Thomas Moser (LMU München)
  • Matthias Krüger (LMU München)
  • Andrea Haarer (Universität Hamburg/Forschungsstelle Naturbilder)

Kommentare

Mein Kommentar