Call for Papers

Call for Papers: Künstlerfeste. Von der Gegenwart bis zurück zu den Anfängen, vom 23. bis 25. März 2018 in Irsee

Schon immer verstanden es Künstler zu feiern. Ihre Zusammenkünfte waren dabei nicht nur ein nettes Stelldichein, sondern transportierten auch ihr Selbstverständnis nach außen. Das Kunsthistorische Forum Irsee widmet sich dem Phänomen. Einsendeschluss für Abstracts: 15. August 2017.

Walter Gropius zufolge bestand die beste Möglichkeit, mit Problemen fertigzuwerden, darin, ein Fest zu feiern. Seiner Frau Ilse zufolge beschrieb er die Feste am Bauhaus als ›Katharsis‹ – ohne die reinigende Wirkung eines fröhlichen Festes ähnlich eines heftigen Gewitterregens wäre die Trias aus Arbeiten, Leben und Kunst in der Gemeinschaft mit allen unterschiedlichen und unangepassten Künstlerindividuen sehr schwer gewesen.

Die Tagung »Künstlerfeste« befasst sich mit sämtlichen Spielarten unterschiedlichster Zusammenkünfte von Bildenden Künstlern, Baumeistern, Architekten, aber auch Musikern oder Literaten. Sie verfolgt das Ziel, die textlichen und insbesondere die bildlichen Zeugnisse der verschiedensten Feste anhand von Fallbeispielen vorzustellen. Um die longue durée der Entwicklung aufzeigen zu können und die kulturhistorischen Querverbindungen aufzudecken wird bewusst keine topografische und zeitliche Eingrenzung vorgenommen, weshalb sich das Untersuchungsmaterial von der Antike, aber vor allem von den Zunftfeiern des Mittelalters bis zur den Feiern der Kunsthochschulen und Akademien der Gegenwart erstreckt.

Ein Künstlerfest hat und hatte die unterschiedlichsten Funktionen: neben der geschilderten ›bereinigenden‹ Wirkung beim Arbeiten in enger Abhängigkeit und Konkurrenz ist das identitätsstiftende Moment zu beachten, ferner die oftmals auch ironische Abgrenzung zu einer anderen Künstlergruppe. Durch unterschiedliche Motti des Künstlerfestes konnten Künstler jedoch auch auf bestimmte politische Ereignisse reagieren, aktuelle Positionen Publik machen, kulturelle Gemeinsamkeiten oder Diversität betonen.

Welche Handlungsspielräume des individuellen Künstlers bzw. des Künstlerkollektivs wurden durch den Festablauf ausgeschöpft? Wie sind die Möglichkeiten der Auto- bzw. Gruppenrepräsentation und die Konstruktionen der geschlechtlichen Identität innerhalb der unterschiedlichsten Feste zu definieren? Zahlreiche Künstlerfeste konnten durch ein hochambitioniertes Konzept überzeugen und wandten sich in einigen Fällen auch explizit an die anvisierte Käuferschaft.

Während das Thema der höfischen und städtischen Festkultur(en) auf eine produktive Forschungstradition zurückblickt, ist die Geschichte des Künstlerfestes mit all seinen Implikationen, Zäsuren und Kontinuitäten bislang noch nicht erschöpfend behandelt worden.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch; Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden übernommen.

Abstracts für bislang unpublizierte Beiträge (max. 2.000 Anschläge) werden in deutscher oder englischer Sprache mit kurzem Lebenslauf und gegebenenfalls einer Auswahl einschlägiger Publikationen bis zum 15. August 2017 per Email gerichtet an: irsee6@uni-trier.de.

Das Kunsthistorische Forum Irsee ist eine Kooperation zwischen der Schwabenakademie Irsee (Dr. Markwart Herzog, Dr. Sylvia Heudecker) und den Universitäten Bonn (Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch) und Trier (Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke).

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