Call for Papers

Call for Papers: Nachwuchsforum XXXIV. Deutscher Kunsthistorikertag: Kunst lokal – Kunst global, vom 8. bis 12. März 2017 in Dresden

Der Deutsche Kunsthistorikertag lädt wieder den wissenschaftlichen Nachwuchs ein, seine Sicht auf das aktuelle Thema – »Kunst lokal – Kunst global« vorzustellen. Dabei soll vor allem der kulturelle Austausch im Mittelpunkt stehen, der durch den Widerspruch, aber auch den Dialog zwischen lokalen und globalen Entwicklungen steht. Einsendeschluss für Exposés: 15. Januar 2017.

Die sogenannte Flüchtlingskrise im Jahr 2015 markierte einen Wendepunkt in der jüngsten europäischen Geschichte. Der Massenzustrom von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um vor dem Krieg zu fliehen, hat die Länder der Europäischen Union vor große wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und besonders kulturelle Herausforderungen gestellt. Das Spannungsfeld von Lokalität und Globalität, welches im Mittelpunkt des 34. Deutschen Kunsthistorikertages steht, erhält hierdurch eine besondere Aktualität, zumal Fragen nach künstlerischen Migrationsprozessen sowie nach Konstruktion und Dekonstruktion von Identität integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Diskurse im Rahmen dieser Tagung sein werden.

Das Nachwuchsforum möchte sich der Frage zuwenden, wie vor dem Hintergrund geografischer Mobilität einerseits und durch den Neubeginn in einer fremden Umgebung andererseits die Dekonstruktion vertrauter Identitätsschemata mit der Konstruktion neuer kultureller Identifikationsangebote durch Kunst, ihre Geschichte und deren Vermittlung verknüpft ist. Es soll dabei nicht allein um Fragen der Aufarbeitung sozialer und politischer Herausforderungen im Rahmen moderner und zeitgenössischer Kunst gehen, sondern auch das Mittelalter und die Frühe Neuzeit in den Blick genommen werden. Wie groß ist der gesellschaftlich konstituierende Einfluss von Kunst und ihrer Historizität? Wie kann bildende Kunst und die Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte dazu beitragen, Menschen in einer fremden Umgebung eine Integrationshilfe zu sein? Welche Bedeutung wohnt(e) der Mobilität von Künstlern und Kunstwerken in Bezug auf Integrationsprozesse und Identitätsbildung inne und welche Rolle
spielt(e) dabei der jeweilige Beweggrund? Aber auch gattungsspezifische Fragen sollen thematisiert werden: Welche Wirkung
entfaltet(e) Architektur oder Bildhauerkunst im öffentlichen Raum?

Inwiefern waren Gemälde und vor allem Druckgrafiken ein Motor für den kulturellen Austausch? Welche Medien leisten dies in der heutigen Zeit? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann hierbei wertvolle Einblicke liefern, nach welchen Maßstäben sich in Vergangenheit und Gegenwart kulturelle Identität manifestiert und darüber hinaus gesellschaftliche Akzeptanz konstituiert hat.

Zugleich sind Beiträge zu praxisnahen und aktuellen Konzepten kunstwissenschaftlicher Institutionen ausdrücklich willkommen, um auszuloten, inwiefern beispielsweise museumspädagogische Angebote, spezifische Ausstellungskonzepte, gemeinsame Kunstprojekte oder denkmalpflegerische Maßnahmen zur Konstruktion neuer Identitäten vor Ort beitragen können und welche Wechselwirkungen zwischen den Interagierenden dabei entstehen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kunsthistoriker.org/forum-nachwuchs.html

Interessierte NachwuchswissenschaftlerInnen werden gebeten, ein Exposé (max. 300 Wörter) einschließlich Titel für die Einzelvorträge sowie einen kurzen Lebenslauf bis zum 15. Januar 2017 für ein siebenminütiges Impulsreferat in deutscher oder englischer Sprache einzureichen, welches Ausgangspunkt für Erfahrungsaustausch und rege Diskussionen im Rahmen des Forums darstellen soll.

Bitte richten Sie die Einsendungen an folgende Adresse:
josefine.kroll@tu-dresden.de

Die ausgewählten Referentinnen und Referenten werden bis zum 06.
Februar 2017 benachrichtigt.

Zum Besuch des Nachwuchsforums sind alle interessierten Tagungsgäste herzlich eingeladen.

Organisation und Leitung des Nachwuchsforums:
Juliane Gatomski, Florian Kayser, Josefine Kroll und Anna Zimmerhackel
(Dresden)

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