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Workshop: Allegorie nach 1789 – Kritik und Transformation, am 19. Mai 2017 in Frankfurt am Main

Die Diskrepanz zwischen Kritik am künstlerischen Stilmittel der Allegorie und ihrem Wiederaufleben nach der Französischen Revolution leuchtet der Workshop des Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe-Universität in Frankfurt aus. Sowohl Themen der Kunst als auch der Literatur werden dabei diskutiert.

Die Allegorie als künstlerische und literarische Form sah sich im Laufe des 18. Jahrhunderts vielfacher Kritik ausgesetzt, wobei die Vorwürfe von ihrer Abwertung als dunkel und unverständlich bis zur Diskreditierung als rein willkürlicher Modus der Bedeutungsproduktion reichen. Mit dem folgenreichsten Ereignis des 18. Jahrhunderts, der Französischen Revolution, gewannen diese kritischen Spannungen an verschärfter Aktualität. Angesichts der umwälzenden Ereignisse und der zunehmenden Schwierigkeit, diese historisch sinnfällig zu deuten, erlebte die Allegorie als Mittel der semantischen Stabilisierung jedoch auch eine Wiederbelebung sowohl in der Malerei wie insbesondere in der Druckgraphik.

Der Workshop beschäftigt sich mit der Wiederaufnahme der Allegorie, ihrer kritischen Debatte während und nach der Revolution und der transformierenden Kraft, die diese Kritik entfaltete. Dabei steht nicht nur die Frage nach der kunsthistorischen Bedeutung der ›Sattelzeit‹ um 1800 zur Diskussion, sondern mehr noch die Relevanz vormoderner Formen der malerischen und literarischen Sinnstiftung unter den Bedingungen moderner Autonomieästhetik. Nicht zuletzt entstehen mit der Transformation der Allegorie im 18. und 19. Jahrhundert auch neue Lektüretechniken der Kunstkritik und schließlich der Kunstgeschichte, die an die Technik der Allegorese anknüpfen.

Programm

10:00 Uhr
Ralph Ubl / Barbara Wittmann
Begrüßung

10:15 Uhr
Gabriel Hubmann: Die Problematik der Allegorie in der französischen Bildproduktion um 1800

11:30 Uhr
Barbara Wittmann: Allegorie und die Launen der Einbildungskraft nach Anne-Louis Girodet

12:45 Uhr Mittagessen

14:30 Uhr
Ralph Ubl: Allegorien einer Allegorie? Delacroix’ »Die Freiheit führt das Volk« (1830) in den Salons von 1838 und 1845

15:45 Uhr
Philipp Ekardt: Post-Pygmalionisch, Fast-Allegorisch. Körperfiguration bei Eichendorff und Goethe

17:00 Uhr Pause

17:30 Uhr
Regine Prange: Respondenz

Anschließend Abschlussdiskussion

18:30 Uhr Abendvortrag
Philippe Bordes: The Allegorical Imagination in French Painting Around 1800: Poetic Invention versus Political Service

Kontakt: Gabriel Hubmann, Hubmann@kunst.uni-frankfurt.de

Veranstaltungsort:
Museum Giersch der Goethe-Universität
Schaumainkai 83 (Museumsufer)
60596 Frankfurt am Main

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