Termin

Gustav Wiethüchter

Ausstellung 25.01.2011–26.06.2011

Von der Heydt-Museum, Wuppertal, Deutschland

as Von der Heydt-Museum besitzt seit vielen Jahren eine größere Gruppe an Gemälden von Gustav Wiethüchter. 2010 wurde diese Werkgruppe ergänzt um eine reiche Schenkung aus dem Nachlass des bekannten bergischen Künstlers. Wir nehmen diese großzügige Schenkung zum Anlass, eine Ausstellung zu Leben und Werk von Gustav Wiethüchter zu zeigen.

Gustav Wiethüchter, geboren 1873 in Bielefeld, wurde nach seiner Ausbildung, die er u. a. in Berlin absolvierte, im Jahr 1900 an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Barmen berufen. Dort lehrte er als einflussreicher und progressiver Pädagoge bis 1933. Wegen Differenzen mit der Leitung der Schule und Teilen des Lehrkörpers legte Wiethüchter nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sein Amt nieder. Sein bekanntester Schüler ist fraglos Jankel Adler, viele weitere Wuppertaler Künstler sind durch seine Schule gegangen. Wiethüchter hatte schon vor dem Ersten Weltkrieg an Ausstellungen des Deutschen Werkbundes teilgenommen, 1919 schloss er sich dem Jungen Rheinland und der in Berlin gegründeten Novembergruppe an, der es um eine gesellschaftliche Relevanz von Kunst ging. In den zwanziger Jahren entwickelte er sich zu einem der führenden Köpfe des rheinischen Expressionismus. Für sein großes Oeurvre fand er zunächst im Symbolismus und im Jugendstil Anregungen. Aber auch Einflüsse der Expressionisten und des Kubismus, Anklänge an Matisse, die Fauves und Hodler lassen sich in den zwanziger Jahren ausmachen.

Landschaften wechseln sich in seinem Werk ab mit Stillleben und Porträts, meist interessierte sich der Künstler für das bäuerliche Leben und die Natur. Wiethüchter beschränkte sich aber nicht nur auf die Malerei, sondern widmete sich auch der angewandten Kunst. Seine oft ornamenthafte Gestaltungsweise, mit der er Mensch und Natur auf das Wesentliche reduziert darstellt, ist typisch für die Kunst einer zweiten Generation von Expressionisten in Deutschland. Deutlich erkennbar ist, dass Wiethüchter mit seiner Malerei keine politischen Ideologien vertrat. Wie andere Maler seiner Zeit suchte er nach einem zeitgemäßen Ausdruck von Schönheit und Harmonie, dem er die zeitlosen künstlerischen Gesetzmäßigkeiten von Farbe, Form und Komposition zugrunde legte. „Er malte deutsch, ernst und schwer“, schrieb Wiethüchters Tochter Gisela an Jankel Adler. Fast vergessen verstarb Wiethüchter nach schwerer Krankheit kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 in Wuppertal-Barmen.