Termin

Studientag: Zur Neukodierung mittelalterlicher Handschriften

Tagungen und Symposien 20.06.2018, 15:30 Uhr

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, Deutschland

Zahlreiche mittelalterliche Codices wurden später verändert und einem anderen Bezugsfeld zugeordnet. Diese Neukodierung ist am Objekt ablesbar, durch entferntes, umgearbeitetes oder hinzugefügtes Material (Buchdeckel, Nach- und Neubindungen) oder durch Nachträge (Texte, Zeichnungen). Diese ergänzenden Informationen eröffnen oftmals neue Sinnebenen, stellen neue Zusammenhänge her oder setzen bestehende außer Kraft. Das Buch wird so in einen neuen historischen, geographischen, konfessionellen oder funktionalen Kontext gestellt und nicht selten umgewertet. Bisher wurden in der Forschung Umarbeitungen und Umwertungen liturgischer Handschriften aus dem Mittelalter nur in Ansätzen wahrgenommen. Im Rahmen des Studientags werden Fallbeispiele für unterschiedliche Formen der Neucodierung mittelalterlicher Handschriften vorgestellt.