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94. Kunsthistorischer Studierenden Kongress: Dimensionen, vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 in Hamburg

Der 94. KSK (Kunsthistorischer Studierenden Kongress) ist einem sowohl aus historischer als auch zeitgenössischer Hinsicht äußerst vielfältigen Thema gewidmet: den Dimensionen. Im Rahmen der Tagung wollen wir uns mit den Fragen beschäftigen, was Dimensionen eigentlich sind, welche (interdisziplinären) Bezüge durch sie in Kunst und Kultur entstehen können und wo möglicherweise ihre Grenzen in der Kunstgeschichte liegen.

Was sind Dimensionen? Der Begriff Dimension wird im Sprachgebrauch häufig als abstrakte Umschreibung eines großen Kontextes verwendet. Er berührt die Grenzen unserer beschreibbaren Welt und kann sie sogar überschreiten, wodurch er selbst zum schwer definierbaren Abstraktum wird. Es handelt sich bei dem Begriff semantisch zum Einen um die Ausdehnung bzw. Abmessung eines Körpers in Länge, Breite und Höhe und zum Anderen kann mit Dimension auch das Ausmaß bzw. die Intensität einer Sache umschrieben werden. Harmonie oder Dissonanz von Größenverhältnissen, Perspektive, die Beziehung von Objekt zum Betrachter und Raum oder der Wechsel zwischen zwei- und dreidimensionalen Medien sind nur einige Beispiele für die Auseinandersetzung mit dem Begriff in der Kunst seit der Antike. Dies führt etwa zu der Frage, inwiefern sich Kunst und Wissenschaft gegenseitig beeinflussen. Seit der Moderne ist der Begriff besonders durch eine Auflösung der Form sowie konstruktivistische oder konzeptuelle Ansätze gekennzeichnet. Die Dimension der Zeit kann im Kontext der Parameter Bewegung oder Narration etwa Gegenstand der Fotografie, Performance oder Videokunst sein. Projektbezogene Themenbereiche, beispielsweise im Hinblick auf politische Ikonographie, Konzeptkunst oder Ausstellungsformen, stellen Fragen nach der gesellschaftspolitischen oder moralisierenden Dimension eines Werks. Als Kennzeichnung des Monumentalen ist der Begriff gattungs- und epochenübergreifend Kriterium der Architektur, Skulptur oder Installation. Nicht zuletzt wird unsere sinnesübergreifende Auffassungsgabe besonders durch die digitale Welt vor neue Herausforderungen gestellt. Inwiefern können die Perspektiven der Neuen Medien mit den traditionellen kunsthistorischen Methoden und Begriffen erfasst werden?

Programm

Freitag, 29. Juni
Veranstaltungsort: tba

9.00 Uhr Anmeldung

9.30 Uhr
Begrüßung (KSK-Organisationskomitee, KSK-SprecherInnenrat)

10.00 Uhr
Carina Stegerwald (Dresden): Künstlerisches Mittelmaß? – Pinturicchios vermeintlich falsche Perspektivdarstellungen

10.45 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr
Steffen Ruth (Saarbrücken): Zwischen Dies- und Jenseits. Dimensionen von Heimat in deutschen Altarretabeln des ausgehenden Mittelalters

12.00 Uhr
Führung I: Warburg-Haus (Dr. Benjamin Fellmann)

12.30 Uhr Mittagspause

Themenblock I: Intermediale Dimensionen in Museen
Programmblock I: Triennale der Photographie Hamburg

14.30 Uhr
Führung II: DELETE, MKG (Sven Schumacher)
Führung III: SPACE, Deichtorhallen (Joanna Jurkiewicz)

16.00 Uhr
Führung IV: Anton Corbijn, Bucerius Kunstforum

Programmblock II: Facetten eines Museums – Die Hamburger Kunsthalle

14.30 Uhr
Berufsfeld Museum. Strukturen und Perspektiven – Im Gespräch mit
Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr

14.30 Uhr
Das Digitalisierungsprojekt der Hamburger Kunsthalle (Dr. David Klemm)

16.00 Uhr
Führung V: Sammlungsdimensionen – Von den Alten Meistern bis zur
Galerie der Gegenwart (Dr. Francesco Leonelli)

Themenabend: Kunst seit 1968 – Dimensionen einer Studentenbewegung

Ab 18.30 Uhr
Prof. Dr. Petra Lange-Berndt (Universität Hamburg): Protestkulturen. Kollektive Energien in der Kunst, 1968
Aperò

Samstag, 30. Juni
Veranstaltungsort: tba

9.00 Uhr Gemeinsames Frühstück

9.30 Uhr
Marius Müller (Passau): Kunst und ihre rechtlichen Dimensionen

10.15 Uhr
Daniel Tischler (Wien): Bild-sprache? Versuch einer Differenzierung von bildlicher und sprachlicher Dimension innerhalb bildlicher Darstellungen

11.00 Uhr Kaffeepause

11.15 Uhr
Nina Lucia Groß (Hamburg): Hyperdimensionen. Gleichzeitigkeit und
Ortlosigkeit im Hearst Castle – Eine Ästhetik des Überdimensionalen

12.00 Uhr
Sandra Burkhardt (Leipzig): Comic als plurales Bild. Dimensionen des
Fotografischen und des Zeichnerischen in der Graphic Novel »Der
Fotograf« (2003 – 2006)

12.45 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr
KSK-Geschichte archivieren. Ein Workshop zu den Dimensionen eines studentischen Projekts (Birte Hinrichsen)

15.00 Uhr
Plenum – Vollversammlung der Studierenden

Themenblock II: Stadtraumdimensionen

18.00 Uhr
Führung VI: Kontorhausviertel und Speicherstadt (Sanja Hilscher)
Führung VII: Die Hafencity (Alexandra Pietroch)

ab 21.00 Uhr Ausklang im Schanzenviertel (Ort: tba)

Sonntag, 1. Juli
Veranstaltungsort: tba

10.00 Uhr Gemeinsames Frühstück

10.30 Uhr
Julia Modes (Berlin): Öffentliche Bestrafung im Bild. Ihr Aufleben in der Renaissance sowie ihre Fortführung heute

11.15 Uhr
Daniel Mayr (Berlin): Zwischen Meer und Himmel. Substitutionen und
Transpositionen in Francesco Guardis »Ballonaufstieg« (1784)

12.00 Uhr Kaffeepause

12.15 Uhr
Lara Bader (Hamburg): Die Dimension des Anthropozän im Fotozyklus Water von Edward Burtynsky

13.00 Uhr
Brit Münkewarf (Köln): Architektur der Erinnerung. Das kollektive
Gedächtnis als theoretische Dimension im Werk Oswald Mathias Ungers

13.45 Uhr
Abschlussdiskussion
Übergabe an den 95. KSK in Köln (WiSe 2018/19)
Abschluss-Kaffee

Der KSK richtet sich an alle Kunstgeschichtsstudierenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Anmeldung ist bis zum 20. Juni 2018 möglich.
Für weitere Informationen: www.ksk-hamburg2018.de.