Ausstellungsbesprechungen

„Gerwin Eipper – The Darkest Star 2007“ Videoinstallation im showroom des ZKMax in München noch bis zum 1. Februar 2009

Die Galerie ZKMax in München präsentiert derzeit die Videoinstallation des 1969 in Hamburg geborenen Künstlers Gerwin Eipper, der an den Akademien der Bildenden Künste in München und Hamburg studierte. „The Darkest Star“ führt uns eine Sequenz aus 31 schwarz-weiß Fotografien vor Augen, die großflächig als Video in HD-Qualität projiziert werden. Diese Serie mit Porträts junger Männer und Frauen sowie Aufnahmen von verschiedenen Innenräumen nimmt den Ausstellungsbesucher, so auch unsere Autorin Verena Paul, zu intimen Augenblicken und ruhigen Situationen in nächtlicher Atmosphäre mit.

Hierbei werden kurze Momente beschrieben, in denen sich die Personen durch ihre nach außen hin provokanten Blicke verschlossen und geheimnisvoll geben – das mimische Spiel der Gesichter ist erstarrt und in der Zeit eingeschmolzen.

„I don't want you to change anything you do – I don't want you to be someone else for me. Stay as you are the darkest star – Shining for me – Majestically“, so heißt es bei Depeche Mode in „The Darkest Star“ (2005) und davon lässt sich Gerwin Eipper inspirieren. Denn auch er möchte die Personen, die er fotografisch einfängt, unverstellt und ehrlich vor seiner Linse haben.

„Die Arbeiten“, so beschreibt er seine Arbeit selbst, „bewegen sich im Zwischenbereich einer dokumentarischen und analytischen Beschreibung einerseits und dem Erzählen fiktiver Geschichten in präzise inszenierten Momenten andererseits – offensichtlich inszenierte Bilder wechseln ab mit Bildern, die möglicherweise ganz beiläufig aufgenommen wurden. Die Fotografien deuten Geschichten an, ohne sich zu einem flüssigen Erzählstrang zu fügen. Thematisch steht dabei das menschliche Porträt im Vordergrund.  Eines der zentralen Motive ist die Einsamkeit, das In-sich-gekehrt-Sein und Träumerische, intime Momente und Augenblicke, in denen sich die Zeit zu verlangsamen scheint.“

Dabei werden die Gesichter zu Gefühlsträgern von Melancholie oder Sehnsucht und spiegeln Fragilität und das konstante Fließen der Zeit wider. Gerwin Eipper spürt mit seinen Arbeiten, die uns bisweilen distanziert und unnahbar erscheinen „die Wünsche und Vorstellungen, den Zwiespalt der Gefühle und die immer währende Ambivalenz widerstreitender Empfindungen sowie das ständige Spiel zwischen Nähe und Distanz im menschlichen Antlitz auf und stellt dieses in sehr sinnlichen und stillen Bildern dar, die den Betrachter unversehens mit der eigenen Befindlichkeit konfrontieren.“ [Gerwin Eipper]

Das ZKMax überzeugt mit der Präsentation „The Darkest Star“ von Gerwin Eipper wieder einmal durch ein ganz besonderes Gespür für Gegenwartskunst, die sich durch intensive Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, durch kreative Umsetzung, durch einen kritischen Umgang mit der eigenen Zeit und ein feines Sensorium für künstlerische Reibungspunkte auszeichnet.

Fazit: Vielseitig, subtil, auf jeden Fall aber eindringlich und nachhaltig!