Ausstellungsbesprechungen

Aus der Eröffnungsrede: Käthe Schönle – the grace of being real, Galerie Schleuse 16, Böblingen, bis 7. Juli 2013

Käthe Schönle setzt sich als fulminante Zeichnerin, seit wenigen Jahren auch als Malerin und Installationskünstlerin mit Ängsten auseinander – figurativ und experimentell. Günter Baumann führt Sie in seiner Eröffnungsrede in die Welt der Künstlerin ein.

(…) Hier ist eine junge Künstlerin zu entdecken, deren unverwechselbare zeichnerische Bildsprache reichlich irritierendes Potenzial hat – halb faszinierend, halb frustrierend scheinen uns die Figuren in ihren Bann zu ziehen: mal irrlichternd poppig, mal psychotisch verletzt. Als ich vor einigen Jahren ihre Arbeiten zum ersten Mal sah, war ich überwältigt von der linearen Kraft dieser Arbeiten. Ausgestellt wurde Käthe Schönle (…) in der Galerie Hollenbach in Stuttgart (…). Die Galeristin war von der Idee einer Doppelausstellung begeistert, mehr noch (…), sie entschied sich, ihre ganze Galerie frei zu machen für das Werk der Wahl-Wienerin. So hat sie eine Präsenz, die im Stuttgarter Raum hoffentlich auf wache Augen stößt. (…)

Käthe Schönle setzt sich als Zeichnerin, seit wenigen Jahren auch als Malerin und Installationskünstlerin, mit den kleinen und großen Schwächen des Menschen auseinander – sowohl figurativ als auch experimentell. Besonders die Angst thematisiert sie von Beginn an – ihren jüngsten Katalog übertitelte sie mit der Frage »Wer hat die Angst erfunden?« Deren Vielschichtigkeit reicht von den Schattenseiten bis zum fragilen Rand der Zuversicht. Auch diese Randmarken tauchten bereits in einer Ausstellung auf, die den dualistischen Aspekt in Konfrontation zueinander formulierte als: »Im Schatten der Zuversicht«. Man sieht, die Befindlichkeiten haben ihre Kehr-, Licht- und eben Schattenseiten, und genau um die geht es der Künstlerin, wobei die Zwischentöne immer auch die Ausflucht in eine halbseidene Ernsthaftigkeit offen lässt – nicht selten klingt im Titel auch der eine oder andere Pop-Song auf. Als Furcht oder Sorge verstanden, ist Angst sogar eine sinnvolle Eigenschaft – seit der prähistorischen Zeit dient sie dem Selbstschutz, und sie gehört zu den wenigen Urinstinkten, die unser Dasein sichern, auch wenn dies für gewöhnlich nur noch im Familienverband zum Tragen kommt.

Dennoch: Die Frage nach dem Erfinder der Angst ist schlechterdings kaum zu beantworten (…). Käthe Schönle geht es nicht verbissen um eine Psychologisierung oder um eine Horrorvision der menschlichen Existenz. In den jüngeren Arbeiten mag das sicher auch noch deutlicher geworden sein, es wäre nicht verwunderlich, da sie im vergangen Jahr Mutter geworden ist, was die Koordinaten im Bildersystem wohl geringfügig verschoben hat. Gleichwohl komme ich nicht darum herum, die Angst in ihren vielen Ausprägungen zur Sprache zu bringen, die als Impuls des Werks auszumachen ist: es geht um Existenznöte, um Bedrängung und das Gefühl der Ausweglosigkeit. Und schließlich geht es um die Wende zur Gnade hin, zur Würde, wie sie sich im englischen Begriff »Grace« niederschlägt, in der Tücke des Nachsatzes im Titel, der denn auch ein flackerndes Licht in einen Zwischenraum aufwirft.

Wohlgemerkt, hier geht es nicht um Therapie oder gar Selbsttherapie – die gehört nicht zu den primären Aufgaben der freien Kunst. Ausdrücklich verweist Käthe Schönle darauf, dass sie sich mit dem menschlichen Dasein auseinander setzt, wie sie es in ihrer Umgebung oder gemessen an den Zeitläuften wahrnimmt. Dass dies ein subjektiver Weg ist, erklärt sich von selbst, und auf dem Weg, das heißt während des Schaffensprozesses, versucht sich die Künstlerin auch ihrer selbst bewusst zu werden – das Selbst-Bewusstsein kommt vor dem Selbstbewusstsein. Käthe Schönle setzt sich zur Zeit auch mit der philosophischen Seite dieser postromantischen und abstrahierten Eigenwahrnehmung auseinander, ließ sich etwa leiten von den Begriffen des Selbstseins und der Selbstvergewisserung (nachzulesen bei dem heute recht betagten Philosophen Dieter Henrich, der sich zeitlebens am deutschen Idealismus entlang mit dem Selbst beschäftigt hat).

Wichtig ist hier zu unterstreichen, dass die Ängste und Selbstfindungsthemen im Werk Käthe Schönles reflektiert sind, was spätestens dann deutlich ist, wenn sich die Themen komisch oder theatralisch veräußerlichen. Ich erinnere nur an die sprichwörtlich gewordene kafkaeske Welt, die sich mit scharfer Präzision bis hin zur surrealen Überzeichnung des Selbst zeigt, wo Tragik in Komik umschlägt (…).

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So fern ist die Bildwelt von Käthe Schönle keineswegs. Wenn sie versucht, die Welt zu beschreiben, wie sie sich ihr darstellt, hütet sie sich diese auch zu erklären – das würde eventuell die eine oder andere Angst auch nehmen können, doch zugleich würde diese Welt auch ein Stück weit entzaubert werden. Das Geheimnisvolle, das Unwägbare macht ihre Bilder spannend.

Eines ist deutlich: Die dargestellten, poetisch-erzählerischen Szenarien vermitteln faszinierende Bilder von destruktiver Lust und eigenwilliger Schönheit. Denn die Künstlerin führt ihren Stift mit außerordentlicher Sicherheit bei aller Spontaneität. Was zuweilen wie ein Sekunden-Handstreich aussieht, folgt einer traumwandlerisch sicheren Komposition. Die Gliedmaßen ihrer Protagonisten – und es sind immer Figuren im Handlungsbezug – scheinen auf dem Papier zu zerschellen, und als seien es Gliederpuppen, fügen sie sich dann doch zu einem kunst-vollen Ganzen wieder zusammen. Käthe Schönle zieht förmlich und buchstäblich die Fäden dieser Szenarien – lineare Strukturen verknüpfen, was ursprünglich zusammengehört, und vielfach spiegelverkehrte Notate kommentieren die Arbeiten.

Sosehr es um exzentrische Situationen geht, die nah am Abgrund inszeniert sind, rebelliert die Künstlerin zugleich gegen den Sog nach unten: fast frohsinnig, verspielt, unprätentiös und mit einer kühnen Linienführung. Diese ihr eigene Linie führt auch Regie in Käthe Schönles Malerei, letztlich auch in der Installation (…): Die titelgebende Installation, welche die zeichnerische Welt ins Dreidimensionale überträgt, hat Käthe Schönle eigens für diese Schau entworfen. Wenn ich hier schon die Gattungen aufzähle, will ich eine kleine Ergänzung noch einmal anbringen: die Illustration und die Buchgestaltung. (…) Zwei ihrer Künstlerbücher tragen die Titel »Kill Your Darling« und »The Time Between Meeting And Finally Leaving is Sometimes Called Falling In Love«. Das soll nur andeuten, welche Bedeutung auch die Liebe im Werk von Käthe Schönle spielt, die so viele Schattenseiten aufweist wie die Angst auch – wo es um Verletzlichkeiten geht, finden beide starken Gefühle auch mal zusammen.

Die Künstlerin (…) hat beachtliche Referenzen aufzuweisen. Daher erscheint es mir ratsam, hier einen kleinen Werbeblock für sie zu öffnen: Geboren in Riedlingen, zog es sie zum Studium an die Kunsthochschule nach Kassel, wo sie 2004 ihren Abschluss in der Freien Kunst mit Auszeichnung und 2006 einen Abschluss in Visueller Kommunikation – auch mit Auszeichnung – absolvierte. Die Kasseler bedachten Käthe Schönle 2005 mit dem Kunstpreis der Dr. Wolfgang-Zippel-Stiftung, eine Reiseförderung und ein Atelierstipendium brachte sie im Jahr 2009 nach China, 2010 folgte ein Stipendium in Schloss Salem.

Sie lebt und arbeitet mittlerweile in Wien, das sicherlich nicht ausschlaggebend für ihre Themen war, doch gibt es in der Stadt von Arthur Schnitzler und Sigmund Freud eine große Tradition für Selbstbefragungen – um es vorsichtig auszudrücken – und auch eine Leidenschaft für phantastisch-geheimnisvolle und phantastisch-realistische Themen. Überspitzt betrachtet, fügt sich auch die inszenierte Bildwelt Käthe Schönles durchaus in das theatrale Kulturverständnis des österreichischen Geistes ein, der die größten deutschsprachigen Dramatiker hervorgebracht hat, übrigens auch bedeutende Kabarettisten. Aber das sind natürlich keine Kriterien, um das Werk der oberschwäbischen Künstlerin im Österreichischen zu verorten – auch wenn ihre Heimatstadt Riedlingen an der Donau gelegen ist.

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Folgen wir Käthe Schönle auf ihrer künstlerischen Gratwanderung. Gratwanderung heißt: inhaltlich schräg, formal gewagt und technisch mutig. Der fast erhabene Titel der Ausstellung, »the grace of being real«, zeigt bei aller bunter Poesie eine in sich verlinkte Grauzone: Die Anmut oder die Gnade, real zu sein ist nicht so glatt durchzuwinken. Verstanden als anmutige Aufgabe, bekommt die Zeile eine selbstbestimmte Leichtigkeit, die ja auch so gut zu jenen schwebenden Kompositionen passt.

Im Fall der Gnade erhält der Titel eine religiöse Wendung, hinter der ein Druck von außen, besser gesagt von oben zu unterstellen wäre – hier schwingt dann schon eine Fremdbestimmung mit, eine Gnade wird gewährt oder auch entzogen. Auch so kann man es lesen angesichts der Arbeiten, die durchaus realistische Elemente aufweisen, aber hoch expressiv über die Realität als Ziel hinausschießen. Den existentiellen Zwiespalt macht die Künstlerin zum Thema: Das Leben basiert, wie auch immer betrachtet, auf zwei Seelen in der Brust, das heißt, wir kommen gar nicht drum herum, uns mit der operettenhaften Dialektik von »himmelhoch jauchzend« und »zum Tode betrübt« auseinander zu setzen.

Man mag das für banal halten, aber da das wahre Leben nun mal nicht schwarzweiß gemalt ist, sondern dazwischen alle Graustufen bereit hält – von den Farben ganz zu schweigen –, verspricht der Gegensatz ein knisterndes Feld sich widerstreitender Kräfte. Das Zitat vom »himmelhoch« und »jauchzen« ist von Goethe (der es in seinem frühen Freiheitsdrama »Egmont« verwendet) und es heißt da, stürmend und drängend: »Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein, hangen und bangen in schwebender Pein« und reimt auf das folgende »betrübt«: »Glücklich allein ist die Seele, die liebt«.

Und der offenbare Wunsch, real zu sein, veranlasste Käthe Schönle dazu, mit der Installation eine neue Ebene der Darstellung aufzumachen. Die Wirklichkeit übersetzt die Künstlerin, von subjektiven Filtern verfremdet, in die Fläche ihrer Leinwände und Papiergründe. Das Ergebnis ist kunstvoll durchkomponiert, und so, wie der Mensch hier in einem Gefüge eingebunden ist – etwa durch rote Fäden, geometrische Formen, transferiert die Künstlerin ihr Bildvokabular zurück in die dritte Dimension: Das artifizielle Spiel mit der Realität drängt sich auf.

Das zum Teil durch geometrisch strukturierte Linien gebildete Gefüge wird im Gestänge räumlich, die zeichenhaften und figurativen Elemente in den Zeichnungen und Gemälden kehren vollplastisch wieder. Als Plastiken sind die Metallgerüste sogar »echt«, das heißt als Zeichnung im Raum schon nicht mehr bindend, während die amorphen und abstrahierten Körper durchaus real sind, aber selbstredend künstlerische Reflexe bleiben auf die Wirklichkeit, zumal man die eher noch in der Malerei zu erkennen glaubt.

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Unter dem kecken Serientitel »Friday drawings« fasste Käthe Schönle kleinformatige Collage-Zeichnungen zusammen, die mit Stift, Marker und Paper das Menschliche-Allzumenschliche erfassen. Weit entfernt von jeglicher Kritzelei geht es in der Tat um rasche Hand-Arbeiten, deren Hilfsmittel dem Hausgebrauch entsprungen sind: In teilweise radikaler Reduktion wird auf den Blättern gemeuchelt, zur Schau gestellt, entblößt. Eincollagierte Schnipsel vereinigen sich mit den sich quälenden, sich produzierenden oder sich argwöhnisch verhaltenden Figuren zu Aktionsbildern, denen in der Regel englischsprachige Titel eine Handlung nahelegen: »The big silence of old murder« etwa ist eine Mordgeschichte, die zweifellos von einer tragischen Liebesstory untermalt ist – fast liebevoll ersticht ein Mensch einen anderen. Leidensvoll sind die Mienen von Opfer und Täter. Geheimnisvoll bleibt die Episode, ist es doch nicht einmal klar, wer Mann, wer Frau ist, ob es sich um zwei Männer handelt?

Ist hier wenigstens die Tat als solche deutlich, geben andere Blätter aus der Serie von vornherein Rätsel auf: Bezieht sich »Bongo Bongo« auf Berlusconis erotischen Bar- und Tanzvergnügungen, die eigentlich unter dem Stichwort Bunga Bunga bekannt und belächelt worden sind? Auch hier legt sich ein gemutmaßter Schatten übers Blatt, als ob er über eine untergehende Sonne kicken wollte, weit auseinander ein Mann und eine Frau, die jedoch alles andere als intim miteinander sind: Er schaut in ihre Richtung, sie stolziert dahin, im Bewegungsablauf multiplizieren sich ihre Gliedmaßen zur filmischen Simultansequenz. Ein weiteres Bild handelt wohl von einem tätlichen Angriff, bei der eine Frau von einem farbgewordenen Hieb vom Boden hochgerissen wurde, dem Titel nach »backside« erwischt – offenbar nicht die feine englische Art, und das bei einem nahezu engelsgleichen Wesen. Kein Wunder, dass wir den »First sights of grace« zutiefst misstrauen, bei denen gleich ganze Gliedmaßen sich vom Körper trennen.

Schließlich glaubt man in »Highbrow« Zeuge einer Peepshow zu werden und wird gewahr, dass sich hier ein intellektueller Gernegroß exhibitionistisch produziert. Die geschriebenen Titel, Gedanken und Denkzeilen laufen in der Leserichtung mal links, mal rechts rum, die Lettern sind meist spiegelverkehrt, was man buchstäblich als verquere Welt-Sicht lesen kann.

Neben diesen herrlich-makabren Capriccios gehen die mittelformatigen Ölbilder den eher stillen Verhaltensformen nach. »two persons« und »alle« zielen entgegen den gemeinschaftsstiftenden Titeln auf die Vereinzelung des Menschen in seinen Beziehungen. Dabei entstehen wunderbare abstrakt umwolkte Farbimpressionen, denen die Figuren linear eingeschrieben sind. Sowohl die Ent-Stellungen der Körper in den Zeichnungen als auch die nur angedeuteten Striche auf der Leinwand zeugen von einer grandiosen anatomischen Kenntnis der Personen, die über die Mimik und Gestik zu minimalistischen Charakterstudien werden.

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Wiederum der Zeichnung und zugleich wieder einer szenischen Darstellung verpflichtet sind die größeren Mittelformate, die wie Bühnenbilder wirken: einmal in fast konstruktivistischem Aufbau wie in der Mischtechnik im hinteren Zwischenraum, genannt »triangle«, ein andres Mal in einer sparsam konzeptionellen Signatur, mit dem aus der Musik entlehnten Titel »I was sleeping in a room with my soul left out«. So nüchtern die Collagearbeit in ihrer Nähe zu einer Gebrauchsanweisung für gymnastische Übungen daherkommt, so psychologisch zeigt sich das Blatt mit der Seelenwanderung: Angstvoll ist eine rot umrandete Figur auf den Boden gebannt, während sich über ihr etwas unbeholfen die gesichts- und wahrscheinlich sogar kopflose Seele aus dem Staub macht. Comic-Elemente vermischen sich hier mit einem psychedelischen Existenzialismus.

(…) Es führt ein Weg von den aktionistischen kleinen Zeichnungen über die im Gegenzug eher handlungsarmen Ölbilder zu größeren Formaten, die an gestischem Duktus wieder Fahrt aufnehmen bis hin zu den großen Leinwänden, die in farbsinfonischer Wucht geheimnisumbrandete Geschichten evozieren. »Drei Damen« oder die »Gruppe« wollen regelrecht entziffert sein, nur entziehen sich die Protagonisten einer Bildlogik und in ersterem Fall auch der Schwerkraft. Gefangen in abstrakten Farbkaskaden und geometrischen Strukturen werden die Gliedermenschen zu Spielbällen höherer Gewalten oder der eigenen Zwangsvorstellungen. Die »Gruppe« wird sogar von einem leibhaftigen Sensenmann heimgesucht, dessen giftig-gelbes Gesicht die pastellig und introvertiert dargestellte Familie verstört.

Als Beispiel, wie sich in den monumentaleren Formaten die Szenerie in einen Farbrausch auflösen kann, sehen wir das Bild »rot«, das nur auf den ersten Blick rein abstrakt ist. Aus allerhand Formen lassen sich wesenhafte Strukturen erkennen, an einer Stelle taucht ein Kopf auf, der das Gegenüber zu einer konstruktivistischen Lineatur im oberen Bilddreieck markiert. Da wir beim Betreten des Raumes dieses Großformat über die Installation hinweg sehen, erfüllt sich die Vorstellung der Künstlerin, dass sich ihre Motive insgesamt von der Leinwand lösen und sich im dreidimensionalen Raum ausbreiten.

Käthe Schönle entführt uns in eine Welt, die in ihren Misstönen und Disharmonien real ist, obwohl oder gerade weil sie die Wirklichkeit expressiv-gestisch, grotesk-erzählerisch und zuweilen lapidar-fatalistisch negiert. Sie holt uns da ab, wo wir ahnen, dass unsere globalisierte Welt kein stimmiges Gebäude mehr sein kann und dass die Medien- und Reizüberflutung nur noch fragmentarische Vorstellungen von ihr zulässt. Betroffen ist dadurch ganz massiv das menschliche Miteinander, das jene Zerstörungen und Zersplitterungen widerspiegelt. Diese Realität mag man als Drangsal empfinden, vielleicht ist sie aber auch eine Gnade, weil sich aus dem Verlust der Einheit neue Geheimnisse auftun und der Mensch gezwungen ist, sich über sich selbst und über seine Stellung in der Welt aufs Neue Gedanken zu machen. (…)