Meldungen zum Kunstgeschehen

Ausfuhrverbot in Nordrhein-Westfalen

Die Diskussion um die Sammlung der WestLB hat praktische Folgen: Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund haben ein Ausfuhrverbot für die gesamte Sammlung erlassen.

Bereits seit Oktober 2014 diskutieren Kunsthistoriker und Museumsdirektoren, aber auch die Öffentlichkeit über den Umgang mit Kunstsammlungen, die sich in der Hand staatlicher Unternehmen befinden. Damals kündigte Westspiel GmbH, die Spielbank des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen an, zwei Kunstwerke von Andy Warhol versteigern zu wollen. Die eigentliche Auktion einige Wochen später rief noch mehr Kritik hervor.

Anfang Januar bestätigte auch Portigon, die Nachfolgerin der landeseigenen Bank WestLB, Pläne zum Verkauf der Kunstsammlung. Hernach hagelte es Kritik und ein Offener Brief des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker fand zahlreiche Unterzeichner. Nachdem Kulturstaatsministerin Monika Grütters gemahnt hatte, die Sammlung auf nationale Kulturgüter zu prüfen und mit einem Ausfuhrverbot gedroht hatte, wurde letzteres nun in die Tat umgesetzt.

Wie das Handelsblatt meldet, leiteten Grütters und die Kulturministerin des Landes ein Prüfungsverfahren ein. Damit gilt nun ein Ausfuhrverbot für die rund 400 Werke bis ein Sachverständigenausschuss eruiert hat, ob sie wertvolle nationale Kulturgüter enthält. Unter den Sachverständigen befindet sich unter anderem der Kunstberater Helge Achenbach, der bislang in Untersuchungshaft saß und nun abberufen wurde.

Dabei ist es durchaus möglich, dass nach Abschluss der Begutachtung Sammlungsstücke in Deutschland verbleiben müssen, denn sie enthält unter anderem Werke von Max Ernst, oder Pablo Picasso. Vor ihrem Verkauf wurde daher von Museen, Künstlern und Kulturverbänden gewarnt.

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