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Ausstellungstipp: »Kunstbegriffe«, Galerie Melike Bilir in Hamburg, bis 30. April 2011

Die Galerie Melike Bilir in Hamburg spürt in ihrer gegenwärtigen Ausstellung, die bis 30. April 2011 die Werke von A.C. Kupper, Anna und Bernhard Johannes Blume, Andrea Winkler, Nana Petzet, Mika Neu, Simon Starke, Andrea Tippel, Kyung-hwa Choi-ahoi und Kerim Seiler zeigt, dem Thema »Kunstbegriffe« nach. Eine Ausstellungsempfehlung von Verena Paul.

Wer bestimmt die Aufzeichnung und Überlieferung von Kunstbegriffen, was hat sich in der Geschichte diesbezüglich geändert? Gehören Kunstbegriffe in den Werkprozessen der Künstler einer Meta-Ebene an oder sind sie nicht viel eher ein integrativer Bestandteil des Kunstprozesses selbst? Werden und wurden Kunstbegriffe nicht gerade durch Künstler entwickelt? Fragen, mit denen sich inzwischen auch die jüngere Kunstgeschichte beschäftigt, zumal die bestehenden Grenzen zwischen der Geschichtsschreibung und der Kunstpraxis diskursiv durchlässiger geworden sind.

Die Ausstellung »KUNSTBEGRIFFE« setzt sich ausschließlich aus dem Begriffsverständnis von Künstlern zusammen. Dabei spielt folgender Gedanke die zentrale Rolle: Jeder künstlerische Werkprozess weist neben seiner wie auch immer gearteten ästhetischen Erscheinung auch begriffliche Implikationen auf. »Wir wollen den Versuch unternehmen«, so die Galeristin Melike Bilir, »als Rekurs auf die Entstehung und Entwicklung der Conceptart, dieser Tatsache Raum zu geben. Die zehn ausgewählten Künstler werden daher dazu eingeladen, ‚nur’ Begriffe, die in ihren aktuellen Werkprozessen eine Bedeutung haben, auszustellen. Schließlich lässt sich immer noch fragen, ob neben der Geschichtsschreibung nicht auch die Künstler selbst schon immer Begriffe entwickelt haben und ob einige dieser Begriffe, neben ihrer individuellen Bedeutung, auch allgemeine Relevanz erlangt haben.«

Die Ausstellung versucht eine neutrale, quasi-wissenschaftliche Vergleichssituation herzustellen, weshalb die Beiträge von der Grafikerin Sarah Cords typografisch gesetzt werden und die Hängung der Werke, das heißt die Anbringung der Begriffe an den Wänden, von der Galerie selbst vorgenommen wird. Die Künstler liefern »lediglich« die Begriffe, ohne typografische Gestaltung und ohne diese in der Ausstellung zu positionieren. Es geht in diesem Experiment ausschließlich darum, die Inhalte der Werkansätze der beteiligten Künstler mittels einer reduzierten Auswahl ihrer Begriffe zu kommunizieren.