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Ausstellungstipp: Louise Bourgeois, Fondation Beyeler Riehen/Basel, bis 8. Januar 2012

Louise Bourgeois (1911–2010) war eine der bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Am 25. Dezember 2011 hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Fondation Beyeler zeigt aus diesem Anlass eine Ausstellung mit einer konzentrierten Auswahl ihrer Werke. Eine Empfehlung der Redaktion.

Mit rund zwanzig Exponaten, darunter Skulpturen aus allen Jahrzehnten, wird eine hochkarätige Auswahl aus Bourgeois' Werk gezeigt und zentrale Themen ihres Schaffens behandelt: Ihre Auseinandersetzung mit anderen Künstlern, die Verarbeitung ihrer Lebensgeschichte und die Umsetzung von Emotionen in Kunstobjekte, vor allem in ihre legendären Cells. In der Ausstellung ist "Passage Dangereux" (1997) zu sehen, die größte Cell, die Louise Bourgeois je geschaffen hat. Außerdem wird die Spinnenskulptur "Maman" ausgestellt, ein Schlüsselwerk zum Verständnis ihrer Kunst: Einerseits ist das Werk eine Hommage an ihre Mutter, die in Paris als Restauratorin von Tapisserien arbeitete, und wie die Spinnen immer wieder Gewebe erneuerte. Andererseits ist es damit auch Symbol für die unendliche Geschichte des Lebens, dessen Prinzip es ist, sich immer wieder zu erneuern: Das ist ebenso tröstlich wie auch bedrohlich, denn es gibt keine Möglichkeit, diesem ewigen Zyklus zu entkommen. Bourgeois‘ "Maman" ist damit ein großartiges Denkmal für die Existenz des Wandels.

Neben Werken und Werkserien aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen, etwa das Werk "The Insomnia Drawings" (1994–1995), enthält die Ausstellung neuere Arbeiten – darunter der späte Zyklus "A l’infini" (2008) –, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Ihnen werden Werkgruppen von Künstlern aus der Sammlung Beyeler gegenübergestellt, die sie persönlich kannte und zu denen sie eine besondere Beziehung hatte, wie Fernand Léger, Francis Bacon und Alberto Giacometti.