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Ausstellungstipp: Samurai, Bühnenstars und schöne Frauen. Die dramatische Welt der japanischen Farbholzschnittmeister Kunisada und Kuniyoshi, Museum Kunst Palast Düsseldorf, bis 15. Januar 2012

Im Herbst entführt das Museum Kunstpalast den Besucher in die farben- und anspielungsreiche Bühnenwelt der japanischen Farbholzschnittmeister Kunisada und Kuniyoshi, deren Blätter mit ihrem fein abgestimmten Kolorit und expressiven Gesten der dargestellten Figuren gelegentlich wie frühe Beispiele der heute so beliebten Manga wirken. Eine Empfehlung der Redaktion.

Anfang der 1960er Jahre erhielt das Museum eine umfangreiche Schenkung japanischer Farbholzschnitte - die so genannten ukiyo-e. Unter diesen Werken befinden sich rund 220 Arbeiten der Zeichner Kunisada (1786-1865) und Kuniyoshi (1798-1861). Das Motiv- und Themenrepertoire der ausgestellten Arbeiten umfasst Bildnisse schöner Frauen, berühmter Schauspieler aus dem volkstümlichen Kabuki-Theater, Theaterszenen und Heldendarstellungen beider im 19. Jahrhundert sehr populären Farbholzschnittmeister, aber auch einige von Kuniyoshis beliebten Scherz- und Katzenbildern.

Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit, die Werke der beiden Künstler mit identischer oder ähnlicher Thematik zu vergleichen, um ihre jeweiligen Eigenheiten zu erkennen. Kuniyoshi ist im Westen vor allem für seine dynamischen, mit zahlreichen fantasievollen Details versehenen Darstellungen von Samurais, Schlachten und schönen Frauen berühmt. Kunisada war zu seiner Zeit der bedeutenste und finanziell erfolgreichste Meister japanischer Farbholzschnitte. Im Ansehen der Zeitgenossen rangierte er sogar noch vor Horoshige. Sein Lebenswerk wird auf etwa 25 000 Entwürfe für ukiyo-e geschätzt.

Beide Künstler griffen auf europäische Einflüsse wie die Zentralperspektive zurück und machen es so dem westlichen Publikum leicht, Zugang zu ihren Werken zu finden.