Ausstellungsbesprechungen

Bonaventura Genelli

30 Handzeichnungen aus einer Privatsammlung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover. Mit dreißig in Privatbesitz befindlichen Handzeichnungen des bedeutenden Zeichners und Malers Bonaventura Genelli bietet diese Studio-Ausstellung Kunstinteressierten erstmals die Möglichkeit, bisher nur in Fachkreisen bekannten wichtigen Werken des deutschen Klassizismus im Original zu begegnen.

Bonaventura Genelli wurde am 28. September 1798 in Berlin als ältester Sohn des Malers Janus Genelli geboren. Bereits während seiner Ausbildung an der Berliner Kunstakademie lag der Schwerpunkt auf dem Zeichnen und der Aneignung des klassizistischen Formenkanons. Während seines zehnjährigen Aufenthaltes in Rom studierte Genelli die Kunst der Renaissance und begegnete wichtigen Vertretern des deutschen Klassizismus. Neben Johann Christian Reinhart und Gottfried Schadow prägte insbesondere der Maler Joseph Anton Koch das künstlerische Umfeld Genellis. In der Landesgalerie sind mit dem Raub des Ganymed und den Darstellungen der „Grotta Ferrata“ drei hervorragende Gemälde Joseph Anton Kochs zu sehen.
 

Nach seiner Rückkehr aus Rom lebte Genelli zunächst in Leipzig und München, bevor er im Jahre 1859 von Großherzog Carl Alexander von Sachsen nach Weimar berufen wurde. Dort entstand die Mehrzahl seiner Gemälde als Auftragswerke für den Kunstsammler Adolf Friedrich Graf von Schack. Der Künstler verstarb am 13. November 1868 in Weimar.

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Genelli gehörte zu den umstrittenen Künstlern seiner Zeit in Deutschland. An seiner Kunstauffassung, die zeitlebens dem gewissermaßen abstrakten, antikisierenden Schönheitsideal verpflichtet blieb, schieden sich die Geister: Die einen lehnten sein Schaffen als unmodern ab, bei den anderen, besonders bei befreundeten Künstlern und Dichtern, fand es höchste Anerkennung. Sie lobten den poetischen Gehalt und die Kraft der ausgefeilten und doch dynamischen Kompositionen.
 

Während Motive biblischer und mittelalterlicher Historie den Künstler gelegentlich interessierten, fand er seine Themen doch immer wieder in der Welt der Antike. Auch sein Schaffen graphischer Zyklen setzt mit Illustrationen zu Homer ein, geht über Dante und Shakespeare aber weiter zu eigenwilligen Folgen, zuletzt zum bildlich (ego-)fixierten Bericht „Aus dem Leben eines Künstlers“.

Die private Sammlung der Werke Genellis wurde von Hannah Freifrau von Senden und Dr. Manfred Paschke Freiherr von Senden in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zusammengetragen. Sie umfasst neben 30 Handzeichnungen auch Ausgaben der Zyklen „Ilias“, „Odyssee“ und „Göttliche Komödie“. Die Ausstellung wird ergänzt durch drei Werke aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts der Niedersächsischen Landesgalerie.

 

 

 

Öffnungszeiten:      

 

So. 10:00-17:00 Uhr

Do. 10:00-19:00 Uhr
Montag geschlossen

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