Call for Papers

Call for Papers: 84. Kunsthistorischer Studierendenkongress: Entfremdung und Aneignung: Kunst in Bewegung, vom 13. bis 16. Juni 2013 in Zürich

Unter dem Thema »Entfremdung und Aneignung: Kunst in Bewegung« soll sich der 84. KSK mit den Fragen, den Problemen und Bereicherungen von Migration, Exil und Bewegung in, von und durch Kunst auseinander setzen (Aby Warburg, Thomas Da-Costa Kaufmann, David Summers, Homi Bhaba, Belting etc.). Einreichungsfrist für Abstracts: 31. März 2013

»Every nation is a lie that time and history have given – as in old myths or classical legends – an appearance of truth« (Mario Vargas Llosa, Nationalism and Utopia, 1992). Trotzdem ist die Nation als Konstrukt ein fundamentaler Bezugspunkt für die traditionelle Kunstgeschichte. Oftmals wird nach geographischen Kriterien klassifiziert und zu wenig die Komplexität und Offenheit von politischen und kulturellen Grenzen thematisiert. Dabei sind Phänomene des Austauschs und Prozesse der Übersetzung ausschlaggebend für kulturelles Schaffen. Die Geschichte der Globalisierung ist so alt wie die Geschichte der Kulturen. Der Fokus auf diese Entwicklung in den letzten Jahren sowie die digitale Vernetzung scheinen jedoch im Kontrast zur gleichzeitigen Manifestierung von nationalistisch geprägten Ansichten zu stehen. Die Schweiz als Einwanderungsland und föderalistischer Staat mit vier (Sprach-)Kulturen kann hierbei als Modellfall für die Thematisierung vom Spannungsverhältnis zwischen lokaler Tradition und globalem Kontext dienen. Wie aus der neueren Forschung ersichtlich wird (Homi K. Bhabha, Thomas DaCosta Kaufmann, David Summers u.a.), ist eine Auseinandersetzung mit Mobilität, Migration und Exil als Grundbedingung kultureller Prozesse relevanter denn je.

Der 84. KSK möchte unter anderem die Diskussion zu folgenden Themenbereichen anregen:

• (Un-)freiwillige Migration des Kunstwerkes: Was bedeutet ‹Kulturtransfer›?
• Politische Unruhen: Der Künstler im Exil
• Rückzugsorte der Kunst: die Schweiz, die USA und anderswo
• Künstlerische Entfremdung und Aneignung: Probleme, Potenziale, kunsthistorische Konzepte
• Schwierigkeiten der Künstlerreise, des Einlebens, der Veränderung
• Reisende Kritiker und Betrachter
• Grenzüberschreitungen und Globalisierung in der Geschichte und Theorienbildung der Kunstgeschichte

Der thematische Ansatz ist bewusst global gedacht, umfasst alle Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart und begreift Kunst als ein weites Gebiet, so dass eine Auseinandersetzung mit traditionellen Medien wie Malerei, Skulptur und Architektur, aber auch mit Kunsthandwerk, Design, Film, Fotografie, Performance u.a. angeregt werden soll.

Art der Beiträge und Konferenzsprachen
Vorträge von 20 bis 30 Minuten Dauer können auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch gehalten werden. Passive Deutschkenntnisse werden vorausgesetzt. Ideen für alternative Formate wie Workshops, Podiumsdiskussionen, Rundgänge u.a. auf Deutsch oder Englisch sind sehr willkommen (die Dauer dieser Formate kann je nach Vorschlag variieren). Die Kosten für die Übernachtungen der Vortragenden werden übernommen. Nach Möglichkeit wird ein Beitrag an die Reisespesen geleistet.

Bewerbung
Bewerbungen mit einem Exposé von maximal einer Seite und einem kurzen Lebenslauf (möglichst als ein zusammenhängendes Pdf) sind per E-Mail zu senden an: kskzuerich@gmail.com.