Call for Papers

Call for Papers: 87. Kunsthistorischer Studierendenkongress: Ansichtssache, vom 27. bis 30. November in Heidelberg

Ansichtssache ist nicht nur, ob man ein Kunstwerk schön oder weniger schön findet. Auch die räumliche und inhaltliche Perspektive des Betrachters oder die Intention des Künstlers tragen zu verschiedenen Ansichten bei. Nicht zuletzt wirft die digitale Archivierung und Aufbereitung von Bildern die Frage auf, was die Art und Weise des Ansehens mit einem Kunstwerk anstellt. Auf dem 87. KSK geht es um all diese Fragen und noch mehr. Einsendeschluss für Abstracts: 31. August 2014.

Kunst ist eine Ansichtssache. Ob es um die Betrachtung eines Werkes, um Interpretationen oder Perspektiven geht, Ansicht lässt sich vielschichtig verstehen: Welche Ansichten bietet ein Werk? Welche Ansichten des Künstlers, des Auftraggebers oder der Gesellschaft spiegelt es wider? Welche Ansichten bestehen über ein Objekt und prallen gar aufeinander?

Ansicht kann das Äußere eines Kunstwerkes betreffen, die Schauseite, auf die es ausgerichtet ist, die Fassade eines Gebäudes oder das Erscheinungsbild einer Stadt. Auf Mehransichtigkeit angelegte Werke wie etwa eine figura serpentinata, Wandelaltäre oder Vexierbilder machen durch das Spiel mit verschiedenen Bedeutungsebenen die Ansicht und ihre Variabilität zum Thema. Bildimmanente Mittel wie die Zentral- oder die Bedeutungsperspektive ermöglichen, die Narration zu verdeutlichen und zu hierarchisieren. Auf inhaltlicher Ebene wiederum können unterschiedliche Lesarten verschiedene Bedeutungen generieren.

Um Ansichten bildlich festzuhalten, wurden diverse Apparate und Techniken entwickelt, angefangen mit der Camera obscura über Fotografie bis hin zum 3D-Kino. Sie werfen unter anderem die Frage nach der Reproduzierbarkeit von Bildern, nach Wahrnehmungsformen und deren Wandel auf. Medium, Materialität und Kontext beeinflussen den Blick des Betrachters, der vom Künstler antizipiert, gelenkt oder manipuliert werden kann. Die Wechselwirkungen zwischen Betrachter und Objekt können ebenso unter verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden.

Oftmals ist auch die Sichtweise auf ein Werk Ansichtssache, was in Zuschreibungsfragen, methodischen Kontroversen und gesellschaftlichen Debatten zum Ausdruck kommt und die Deutung eines Kunstwerkes beeinflusst. So können beispielsweise Paradigmenwechsel und ihre Folgen Gegenstand wissenschaftstheoretischer Überlegungen sein. Aber nicht nur wissenschaftliche, sondern auch politische Systeme streben danach, ihre Ansichten zu visualisieren und zu verbreiten. Ideologisch gefärbte Interpretationen können entstehungszeitlich bedingt sein, aber auch im Nachhinein an ein Kunstwerk herangetragen werden und dessen Lesart bestimmen.

Diesen »Ansichtssachen« − mit all ihren Facetten − möchten wir auf dem 87. Kunsthistorischen Studierendenkongress in Heidelberg nachgehen. Neben der Präsentation individueller Blicke auf Kunstwerke aller Epochen und Gattungen soll auch der Austausch über methodische und theoretische Positionen angeregt werden. Als Vertretung und gemeinsames Sprachrohr aller Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften im deutschsprachigen Raum bietet der KSK einen Rahmen, um Inhalte und Methoden unserer Disziplin gemeinsam zu besprechen und kritisch zu reflektieren.

Eingeladen sind Studierende aller Semester, vom Studienanfänger bis zum Promovierenden, aber auch Volontäre, sich mit Vorträgen (20-25 Minuten), Workshops (1-2 Stunden) oder anderen Formaten (Rundgänge, Round Tables etc.) an der Gestaltung des Heidelberger KSK zu beteiligen.

Vorschläge für Vorträge und Workshops können sich an folgenden Themenschwerpunkten orientieren:

  • Ansichten zu Kunstwerken aller Epochen und Gattungen, Architekturtheorie und Städtebau
  • Mehransichtigkeit
  • Erzählstrategien
  • Bildzitate, Interpikturalität, gemalte Kunsttheorie
  • Bildgebende Verfahren und Techniken
  • Kunsttheoretische Debatten und Paragone
  • Geschichte der Kunstgeschichte
  • Methodendebatten und ihre Auswirkungen
  • Kunstbegriff
  • Zuschreibungsfragen
  • Globale Perspektiven und Alterität
  • Kunstkritik
  • Politische Kunst
  • Rezeptionsästhetik und -geschichte
  • Sammlungsgeschichte und museale Präsentationsformen
  • Konservierung, Restaurierung und Denkmalpflege
  • Kunstfälschung und Kunstrecht
  • Digitale Kunstgeschichte

Abstracts zu Vorträgen, Workshops und anderen Formaten (max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) können zusammen mit einem kurzen akademischen Lebenslauf bis 31. August 2014 gesendet werden an: ksk@zegk.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen:

www.ksk.uni-hd.de
www.facebook.com/KSKHeidelberg

Veranstaltungsort:

Institut für Europäische Kunstgeschichte
ZEGK – Universität Heidelberg
Seminarstraße 4
69117 Heidelberg