Call for Papers

Call for Papers: 94. Kunsthistorischer Studierenden Kongress – Dimensionen, vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 in Hamburg

»Dimensionen« sind das Thema des nun schon zum 94. Mal stattfindenden Kunsthistorischen Studierenden Kongress. In Hamburg wollen die Organisatoren gemeinsam mit ihren Kommilitonen und Studenten anderer Unis diskutieren, was Dimensionen eigentlich sind, welche (interdisziplinären) Bezüge durch sie in Kunst und Kultur entstehen können und wo möglicherweise ihre Grenzen in der Kunstgeschichte liegen. Einsendeschluss für Exposés: 5. April 2018.

Was sind Dimensionen? Der Begriff Dimension wird im Sprachgebrauch häufig als abstrakte Umschreibung eines großen Kontextes verwendet. Er berührt die Grenzen unserer beschreibbaren Welt und kann sie sogar überschreiten, wodurch er selbst zum schwer definierbaren Abstraktum wird. Der 94. Kunsthistorische Studierendenkongress in Hamburg möchte den verschiedenen Dimensionen der Kunst auf den Grund gehen und das abstrakte Konzept des Begriffs in seinen Facetten sowohl aus fachimmanenter als auch interdisziplinärer Perspektive diskutieren.

Nach semantischer Definition umfasst der Begriff Dimension zwei Bedeutungen: Es handelt sich dabei zum Ersten um die Ausdehnung bzw. Abmessung eines Körpers in Länge, Breite und Höhe. Harmonie oder Dissonanz von Größenverhältnissen, Perspektive, die Beziehung von Objekt zum Betrachter und Raum oder der Wechsel zwischen zwei- und dreidimensionalen Medien sind nur einige Beispiele für die Auseinandersetzung mit dem Begriff in der Kunst seit der Antike. Kunsttheoretische Annäherungsversuche reflektieren unter anderem die Herausforderungen, die sich dadurch für Kunstschaffende ergeben. Leonardo da Vinci (Buch von der Malerei) oder Leon Battista Alberti (De Statua) nähern sich etwa den Künsten auf Grundlage eines mathematischen Verständnisses. Dies führt zu der Frage, inwiefern sich Kunst und Wissenschaft gegenseitig beeinflussen. Seit der Moderne ist der Begriff besonders durch eine Auflösung der Form sowie konstruktivistische oder konzeptuelle Ansätze gekennzeichnet. Der französische Mathematiker Maurice Princet, bekannt als „le mathématicien du cubisme“, beeinflusste etwa avantgardistische Künstler*innen wie Picasso oder Duchamp hinsichtlich der Konstruktion einer vierten Dimension des Raumes in der Kunst. Unter den Begriff der Ausdehnung fällt auch die Zeit als beeinflussendes Kriterium. Dieser Diskurs kann in Verbindung mit Bewegung oder Narration etwa Gegenstand der Fotografie, Performance oder Videokunst sein. Die Dimension als Kennzeichnung des Monumentalen ist nicht zuletzt gattungs- und epochenübergreifend Kriterium der Architektur, Skulptur oder Installation.

Zum Zweiten kann mit Dimension im bildungssprachlichen Kontext auch das Ausmaß bzw. die Intensität einer Sache umschrieben werden. Diese Definition berührt auch projektbezogene Themenbereiche, beispielsweise im Hinblick auf politische Ikonographie, Konzeptkunst oder Ausstellungsformen. Es stellen sich vor diesem Hintergrund beispielsweise Fragen nach der gesellschaftspolitischen oder moralisierenden Dimension eines Werks. Nicht zuletzt lädt der Begriff Dimension dazu ein, sich mit dem wichtigsten Werkzeug der Kunstgeschichte im Bereich der Wahrnehmungsästhetik auseinanderzusetzen: unserer visuellen und sinnesübergreifenden Auffassungsgabe. Diese wird besonders durch die digitale Welt vor neue Herausforderungen gestellt. Inwiefern können die Perspektiven der Neuen Medien mit den traditionellen kunsthistorischen Methoden und Begriffen erfasst werden?

Studierende aller Semesterstufen sowie Promovierende sind herzlich aufgerufen, mit Vorträgen (20 – 25 Minuten), Workshops (max. 90 Minuten) oder anderen Formaten den KSK mitzugestalten und den Begriff der Dimension in der Kunst zu untersuchen.

Exposés (max. 2500 Zeichen inkl. Leerzeichen) können bis zum 05. April 2018 zusammen mit einem kurzen Lebenslauf gesendet werden an:
ksk.hamburg.cfp@gmail.com

Informationen: www.ksk-hamburg2018.de