Call for Papers

Call for Papers: Die Lüneburger Goldene Tafel im Kontext. Forschungen zu Technik, Gestalt und Bedeutung nordeuropäischer Retabel um 1400, vom 7. bis 9. April 2016 in Hannover

Das Niedersächsische Landesmuseum möchte mit einer Tagung die aktuellen Forschungsergebnisse zu einem Glanzstück der Sammlung präsentieren und sich natürlich auch intensiver dem Thema »Retabel« widmen. Erwünscht sind Beiträge zu künstlerischen Techniken und Bildmotiven, aber auch zur Präsentation sakraler Werke im Museum. Einsendeschluss für Abstracts: 30. September 2015.

Zum kostbarsten Besitz des Landesmuseums Hannover gehört ein Hauptwerk der Internationalen Gotik um 1400, die sogenannte »Goldene Tafel«, das ehemalige Hochaltarretabel der Benediktinerklosterkirche St. Michaelis zu Lüneburg. Die vier erhaltenen Altarflügel zeigen umfangreichen Skulpturenschmuck und aufwendige Malereien; im verlorenen Schrein wurde der Kirchenschatz des traditionsreichen Klosters präsentiert. In seinem Zentrum befand sich jene hochmittelalterliche, mit Goldblech verkleidete Tafel, die dem Werk seinen Namen gab. Um sie herum war eine Fülle von Reliquiaren gruppiert. Einige davon haben sich im Museum August Kestner erhalten, andere, heute verlorene Arbeiten sind durch alte Beschreibungen, Zeichnungen und Kupferstiche dokumentiert. Insgesamt gehört das Retabel nicht nur zu den vielgestaltigsten, sondern auch zu den am besten dokumentierten Altarensembles seiner Zeit.

Seit 2012 ist die Goldene Tafel Gegenstand eines interdisziplinären, von der VolkswagenStiftung, der Klosterkammer Hannover und der FAMA-Kunststiftung geförderten Forschungsprojektes. In Kooperation mit der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim untersuchen Restauratoren, Kunsthistoriker und Historiker das Objekt. Dabei stehen Fragen zur technologischen Beschaffenheit, zur künstlerischen Verortung sowie zur Geschichte und Nutzung des Werks im Vordergrund. Eine zeitgemäße, konservatorisch nachhaltige und optisch ansprechende museale Präsentation der Retabelflügel wird im Rahmen des Projektes vorbereitet.

Auf der Tagung sollen die Forschungsergebnisse der Projektgruppe präsentiert und in einen größeren Kontext gestellt werden. Erbeten sind daher Beiträge und Poster zu Projekten mit verwandten Fragestellungen, monographische Untersuchungen zu vergleichbaren Objekten sowie Beiträge zu übergeordneten Gesichtspunkten. Ausdrücklich erwünscht sind neuere kunsttechnologische Forschungen sowie Beiträge zur musealen Präsentation umfangreicher Flügelretabel.

Geplante Sektionen/Themenfelder:

  • Ein Monumentalbau zur Fürstenmemoria? Der Neubau des Lüneburger Michaelisklosters, seine Ausstattung und seine Funktion(en)
  • Memoria und fürstliche Repräsentation. Die welfische Erinnerungskultur im Vergleich
  • Inklusion und Repräsentation: Reliquien und "Spolien" an Altären des 14. und 15. Jahrhunderts
  • Werkspuren der Bildschnitzer, Unterzeichnungen, Übertragungs- und Dekorationstechniken. Technologische Befunde und ihre Bedeutung für das Verständnis der Werkgenese großer Retabel mit Malerei und Schnitzwerk
  • Norddeutsch, mitteldeutsch, westdeutsch oder niederländisch? Skulptur und Malerei um 1400: Retabelformen, Werkstätten und Transfer
  • Präsentationsformen und -möglichkeiten mittelalterlicher Altarretabel im Museum

Anmeldungen von Beiträgen für einen 30-minütigen Vortrag oder eine 5-minütige Posterpräsentation richten Sie bitte bis zum 30. September 2015 an antje-fee.koellermann@landesmuseum-hannover.de. Wir bitten um Angabe eines Titels sowie eine kurze Inhaltsangabe (max. 2000 Zeichen) auf Deutsch, Englisch oder Französisch.

Die Publikation der Vorträge und Poster in den Niederdeutschen Beiträgen zur Kunstgeschichte ist geplant.

Veranstalter: Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

Projektgruppe: Dr. des. Dipl.-Rest. Bernadett Freysoldt, Dr. Dipl.-Rest. Babette Hartwieg (Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin); Dipl.-Rest. (FH) Iris Herpers, Dr. Peter Knüvener, Dr. Antje-Fee Köllermann, Dipl.-Rest. Eliza Reichel, Dipl.-Rest Ramona Roth, Lukas Weichert, M.A.