Call for Papers

Call for Papers: Symposium: Lucas Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder, vom 20. bis 22. März 2014 in Wittenberg

Die Tagung »Lucas Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder« will Leben und Wirken des Künstlers noch vor dem großen Jubiläumsjahr 2015 behandeln. Einsendeschluss für Abstracts und Vorschläge für Diskussionsrunden: 15. Oktober 2013

Nachdem in den vergangenen Jahren sein Vater, Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553), im Zentrum des Interesses von Forschung und Ausstellungen stand, ist es das Ziel dieser Veranstaltung, erstmals die Biografie und das Oeuvre seines jüngsten Sohnes genauer zu konturieren und kritisch zu würdigen. Auf dieser Grundlage sollen auch neue Einblicke in die Genese und Weiterentwicklung reformatorischer Bildkonzepte in der Cranach-Werkstatt gewonnen werden, insbesondere im Hinblick darauf, welche künstlerischen Mittel und Verfahren angewendet wurden, um die Bilder als überzeugende Agenten für den neuen Glauben einzusetzen. Damit leistet das Symposium auch einen grundlegenden Beitrag zur Reformationsdekade, die anlässlich des Jubiläums Cranach d. J. 2015 ein Themenjahr zu „Bibel und Bild“ veranstaltet.

Folgenden Themen stehen im Fokus:

1. Cranach d.J. – Biographie und Netzwerke: handwerkliche und intellektuelle Ausbildung; Familienbeziehungen; Kontakte zu Reformatoren, Fürsten, Humanisten; politische Funktionen in Wittenberg; (k)ein Hofkünstler?

2. Die Werkstatt als Ort der künstlerischen Produktion: Verhältnis von Meister/Schüler (Vater/Sohn) unter Berücksichtigung neuer maltechnischer Untersuchungen; Vergleich und Differenzierung zwischen Lucas Cranach d. J. und seinem Bruder Hans; Neuorganisation des Werkprozesses nach 1537; Bedeutung und Folgen des Signaturwechsels; Kontinuität und Veränderungen im Oeuvre Cranachs d. J. nach der Übernahme der Werkstatt 1550, Entwicklungen und Charakteristika bis zu seinem Tod 1586

3. Die Reformation der Bilder: Konzeption, Produktion und Verbreitung ästhetischer Innovationen in der Gattung des religiösen Bildes (Altarbilder, Epitaphien u.a.); Veränderungen im profanen Historienbild, Porträt und in der Druckgraphik (Reformatorenporträts, Herrscherporträts u.a.) Welchen Anteil hat Lucas Cranach d. J. an der Entwicklung der reformatorischen Bildsprache? Wo setzte er die Arbeit des Vaters fort, wo entwickelte er Eigenes? Wie gestaltet sich das Verhältnis von Text und Bild bei Cranach d. J. (Texte auf den Bildern, Texte über Bilder)? Welche neuen Erkenntnisse lassen sich daraus für den ästhetischen Status und die semantischen Strukturen reformatorischer Bildkonzepte ableiten?

4. Cranach d. J. – Konstruktionen der Rezeptionsgeschichte:
Wahrnehmung und Wirkungsgeschichte Cranachs d. J. und Abgrenzung von seinem Vater; Neuordnung seines Oeuvres auf der Grundlage künstlerischer Charakteristika (formal, ikonographisch, stilistisch, maltechnisch); Verortung des Künstlers in reformationshistorische Kontexte (sakramentaltheologische Debatten, Bilddiskurse, (kirchen)politische Entwicklungen etc.)

Zu diesen und angrenzenden Themen sind Beiträge aus den Disziplinen der Kunstgeschichte, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft, Geschichte, Literaturwissenschaften, Kirchengeschichte u.a. willkommen.

Bitte senden Sie ihre Vorschläge für Vortragsthemen mit einem kurzen Exposé (max. 900 Zeichen) an: kontakt@cranach-tagung-2014.de. Die Vorträge sollen eine Dauer von 20-30 Minuten nicht überschreiten.

Ergänzend zum Vortragsprogramm sind Diskussionsrunden mit Museumsexperten geplant; die Teilnehmer/innen sollen aus der Perspektive der musealen Praxis in kurzen Eingangsstatements Erfahrungen, Anforderungen, Problemstellungen und Erwartungen zu einem der genannten Themenfelder darstellen und anschließend gemeinsam diskutieren. Es wird um Rückmeldung gebeten, wer an einer solchen Diskussionsrunde teilnehmen möchte sowie ebenfalls um Themenvorschläge. Vorschläge bitte an: kontakt@cranach-tagung-2014.de

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.wege-zu-cranach.de.