Call for Papers

Call for Papers: Tagung "unplanbar 2 - Agora und Void", vom 23. bis 24. Juni 2011 in Dresden

Die Architektur des 20. Jahrhunderts entstand im Kontext eines umfassenden Wandels, der einerseits eine euphorische Aufbruchsstimmung auslöste, andererseits aber als krisenhaft und bedrohlich erfahren wurde. In der Tagungsreihe wird dieses Spannungsfeld anhand unterschiedlicher Aspekte in Architektur, im Städtebau und in der Bildenden Kunst beleuchtet. Eingabeschluss ist der 28. März 2011.

Architektonische Visionen menschlichen Zusammenlebens gipfeln häufig in monumentalen Gemeinschaftsbauten, die symbolisch oder konkret das Zentrum besetzen. Im 20. Jahrhundert werden für diese Bauten aber oft neue inhaltliche Konzepte vorgeschlagen; an die Stelle traditioneller Symbolisierungen von Transzendenz wie der Kathedrale oder des herrschaftlichen Schlosses tritt der leere, wenngleich baulich überhöhte Ort oder der von materieller Substanz losgelöste, metaphorisch überhöhte Begriff. Gerade in realisierten Ensembles wird die Inszenierung der Mitte zwar oft geplant, jedoch nicht immer umgesetzt. Gemeinschaftsbauten können auch an den Rand rücken und damit über den lokalen Rahmen hinaus Anziehungspunkte werden. Die Inszenierung der Mitte wird so zum wichtigen Indikator für die gesellschaftliche Struktur.

In dieser Tagung sollen Konzepte der Zentrumsbildung im 20. Jahrhundert aus unterschiedlichen regionalen und zeitlichen Bezügen mit ihren jeweiligen gesellschaftlichen Implikationen diskutiert werden: Von Interesse ist sowohl die Übernahme traditioneller Inszenierungen in ästhetischer oder inhaltlicher Hinsicht, als auch die Entwicklung neuer Konzepte. Neben architektonischen Visionen und Planungen ist die Entwicklung bestehender Zentren ebenso von Interesse wie der Wandel ihrer Nutzung und symbolischen Bedeutung. Die Spanne reicht dabei vom Konzept des Civic Centers über die Möglichkeitsräume von Orten der Leere bis hin zu dystopischen Visionen von Zentren mit negativen Transzendenzen wie etwa dem „Neuen Turm Babel“ in Fritz Langs Film „Metropolis“. Die damit oft einhergehenden Debatten machen zudem die gemeinsinnigen Aspekte des Städtebaus im 20. Jahrhundert deutlich.

Ihre Exposés mit einem Umfang von ca. 300 Wörtern senden Sie bitte an:

Dr.-Ing. Anke Köth, M.A. (anke.koeth@tu-dresden.de)
SFB 804 „Transzendenz und Gemeinsinn“
Teilprojekt L, Baugeschichte
Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Hans-Georg Lippert
TU Dresden
01062 Dresden
www.sfb804.de