Ausstellungsbesprechungen

Danielle Zimmermann – Mathieu Bernard-Reymond – Andreas Opiolka: Kunst im Galerienhaus, Stuttgart, bis 7.3.2009

Die schöne Welt des Scheins ist Danielle Zimmermanns Steckenpferd: Quietschbunt sieht sie aus, diese Welt, und findet sich auf Plastiktüten, T-Shirts, Kappen.

Bei näherer Betrachtung ist es allerdings nicht der Schein, sondern der Schein des Scheins, sprich: Zimmermann, geboren 1974, reflektiert mit ihrem Werk über Konsum und Werbung, setzt dafür auch traditionelle Medien wie den Linoldruck und eher unkonventionelle wie den Edding- und Lackstift, aber auch die Performance ein. Das kommt nicht von ungefähr: Die Künstlerin studierte u.a. bei Baumgartl und Michou und setzte anschließend Ausbildungsgänge für Computergraphik, interaktive Medien, Tanz und Musik drauf – mit einem solchen Gepäck dürften einem die Tricks und Kniffe der Werbewelt kaum verborgen bleiben.

Mittlerweile ist Danielle Zimmermann Kunsterzieherin, aber ihren außerschulischen Ambitionen tut das keinen Abbruch, wie man in der Galerie Merkle im Stuttgarter Galerienhaus sehen kann. Am 7. März, 15 Uhr,  zeigt sie ihre Performance zur Ausstellung »Süße Sünde« zur Finissage. Hierbei wird wie in den Bildern die Maxime greifen: »Der Betrachter wird dazu aufgefordert gesellschaftliche Prozesse und Verhaltensmuster neu zu hinterfragen« – den »alltäglichen Wahnsinn« setzt Danielle Zimmermann spielerisch und augenzwinkernd um.

Gleichzeitig zur schrillen Bilderschau zeigen die Partnergalerien neue Arbeiten von Andreas Opiolka (Galerie Naumann) und digital bearbeitete Fotos von Mathieu Bernard-Reymond (Galerie 14-1). Die scheinbar nachtruhigen und unspektakulären Aufnahmen Bernard-Reymonds sind bei genauer Sicht hochdramatische Inszenierungen, die mit dem psychologischen Skalpell etwa die lichthellen Hochhausfenster in der Nacht durchdringen. Auch der ehemalige Dreyer-Schüler und Stuttgarter Professor Andreas Opiolka, Jahrgang 1962, ist auf den ersten Blick ein anderer wie unter der tiefer gehenden Schau: Hinter seiner einfachen Formensprache verbirgt sich eine sehr komplexe Positiv-Negativ-Verkehrung von Linien und Flächen.

Weitere Informationen
 

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 14 - 19 Uhr
Samstag 11 - 16 Uhr

 

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