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Die Restaurierung des Fritz-Cremer-Mahnmals der Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar 2

Bericht über die fortgeschrittenen Restaurierungsarbeiten am Fritz-Cremer-Mahnmal

Es mutet fast wie eine feierliche Zeremonie an, als Diplom-Restaurator Bernhard Mai die großen Tücher langsam von den zwei Bronzefiguren des Zweiflers und des Zynikers zieht.

Und tatsächlich könnte es eine sein, denn knapp 10 Monate nach dem Beginn der Arbeiten im Juli 2002 sind in der Lagerhalle auf dem Gelände des ehemaligen Weimar-Werkes, in der die Figurengruppe des Bildhauers Fritz Cremers zur umfassenden Restaurierung untergebracht ist, erstaunliche Arbeitsergebnisse zu sehen.

Nach den gründlichen Vorbereitungen und dem Abtransport des Mahnmals vom originalen Standort in Buchenwald, wie im letzten Bericht ausführlich erläutert, sind nun bereits zwei Figuren vollständig restauriert und lassen beim Anblick eine vage Ahnung vom Glanz des gesamten Ensembles nach den Arbeiten zu. Doch bis zur Fertigstellung aller Figuren, zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald im April 2005, wird es noch dauern. Bis dahin hat das Team um Projektleiterin Kerstin Kammann, Diplom-Ingenieur Axel Kamman und dem Erfurter Restaurator Bernhard Mai alle Hände voll zu tun. Akribisch und in Handarbeit mit Schaber und Skalpell muss die Oberfläche Stück für Stück von den Korrosionsprodukten befreit werden. Dabei wird jede der noch zu behandelnden Figuren je nach Größe etwa ein Vierteljahr Bearbeitungszeit nur für die Oberfläche benötigen. „Es macht schon Spaß“, sagt Metallrestaurator Mai, der für das Restaurierungskonzept zuständig ist, „aber man braucht auch Phasen der Distanzierung.“

Die monumentalen bis zu vier Meter großen Figuren sind nun nicht mehr, wie noch zu Beginn der Arbeiten, auf Holzpaletten und Reifen geschnürt, sondern scheinen beweglich in der Halle in Gruppen geordnet, einige im Gerüst stehend, andere wartend in Liegeposition. Die bereits fertiggestellten Bronzeriesen am Eingangsbereich haben bereits die Prozedur hinter sich, der sich der Rufende, der gelb und matt in der hinteren Halle die Hand reckt, gerade unterzieht. Gleichzeitig dazu werden Untersuchungen und Arbeiten an den anderen liegenden Figuren vorgenommen, wie am Fahnenträger und am Kämpfer mit der Decke.

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Einzelne Schritte der Restaurierung

Zu Beginn wurde an der kleinsten Figur, dem Knaben, immerhin noch etwa 2,50 Meter hoch, eine Hälfte als "Experimentierfläche" probeweise bearbeitet und als Schauseite angelegt.
Wie kann man die Oberfläche behandeln, wie reinigen? Wie weit darf man gehen und kann man eine allgemeine Herangehensweise für alle Figuren ableiten?

„Jeder Staubpartikel hat wie eine Chemiefabrik gewirkt“, meint Mai und begutachtet die in verkrustetem Zustand belassene rechte Seite am Knaben. Im Vergleich zur restaurierten Bronzeoberfläche auf der linken Seite sieht man augenblicklich dank des didaktischen Effektes der Knabenfigur den gewaltigen Unterschied: Die grün-gelb-bräunliche Korrosionsschicht ist entfernt, übrig geblieben ist die originale Bronzeoberfläche, die allerdings noch eine leichte, nahezu unsichtbare Grünschicht aufweist. „Wir wollen keine neuen Gebrauchsspuren machen.“, erklärt der Restaurator. „Deshalb lassen wir die Kupferoxidschicht stehen.“

Nach den Proben zum späteren Erscheinungsbild und einigen Experimenten am Knaben war der Arbeitsablauf an allen Figuren festgelegt:
Zuerst wird die Oberfläche mechanisch mit Schaber und Skalpell gereinigt – alles per Hand. Die Korrosionsprodukte werden schrittweise entfernt, wobei besonders die Unebenheit der Oberfläche als Schwierigkeit hinzu kommt. Erstaunlich ist, dass die Kruste härter als die darunterliegende Bronze ist, weshalb besonders vorsichtig gearbeitet werden muss. Dies erfolgt so, dass während der Bearbeitung die Korrosionsfläche abgetragen, gleichzeitig aber auch die Bronzeschicht durch den mechanischen Druck verhärtet wird. Nach der Abnahme der Verkrustung wird die Oberfläche mit einem feinen mineralischen Granulat im Strahlverfahren weiter gereinigt, eine feine gelblich-grüne Schicht bleibt bestehen. Anschließend wird die Bronze täglich mit destilliertem Wasser besprüht, so dass das enthaltene Salz herausgewaschen wird bzw. nach außen dringt. In einem zweistufigen Verfahren folgt nun die Konservierung: Die Figur wird auf 60 Grad erhitzt, damit ein anschließend aufgetragener Korrosionshemmer (Inhibitor), der als transparente Schicht erscheint, von der Bronze aufgenommen werden kann. Er verbindet sich einerseits mit der Korrosion, verhindert aber auch die weitere Entstehung der chemischen Zerstörung, die zuvor akribisch als Schicht abgetragen wurde. Ein ebenfalls auf 60 Grad erhitztes mikrokristallines Wachs wird, nachdem 24 Stunden später der Inhibitor abgekühlt ist, als Firniss und als „Abnutzungsvorrat“: gegen Wetter- und Umwelteinflüsse aufgetragen. Tests an den Figuren vor der Demontage haben ergeben, dass sich die Figuren im Hochsommer auf nicht mehr als 60 Grad erhitzen und so das Wachs, das einen hohen Schmelzwert von 80 Grad hat, nicht schmelzen kann. Die Wachsschicht verbindet sich in warmen Zustand mit der Bronze und muss ebenfalls erkalten, um abschließend poliert zu werden. Über etwaigen Feinheiten der Oberflächenformulierung entscheidet sogar erst eine Kommission nach der Aufstellung.
Diese Arbeitsschritte vollziehen sich an jeder Figur. „Man sieht die Plastizität wieder.“, bemerkt Mai und sieht dem Zyniker ins Gesicht.

Erstmals kann man wieder erkennen, wie differenziert die Oberfläche angelegt ist und wie lebendig sie wirkt. Die Kleidung, vielmehr noch die Gesichter, die Charaktere der Gruppe treten nun klar hervor. Das inhaltliche Anliegen Fritz Cremers wird wieder deutlich: jede Figur symbolisiert einen Gefangenen des Konzentrationslagers Buchenwald als Typ Mensch, in dessen Mimik und Haltung sich seine Ansichten und Ängste spiegeln. Ein erstaunlicher technischer Augenschmaus kommt hinzu: man sieht, dass Fritz Cremer mit Gips gearbeitet hat. Es ist keine glatte, sondern eine höchst lebendige Oberfläche, die neu „zum Leben erweckt“ wurde.
Die stufenweise Bearbeitung erfolgt schrittweise von oben nach unten an den aufgerichteten Figuren, nachdem man von der geplanten „Bratwurst“-Wende-Methode Abstand genommen hatte: Im Liegezustand sollte erst die vordere, dann nach einer Drehung die rückseitige Fläche der Figur behandelt werden, doch man stellte fest, dass der optische Eindruck im Liegen nicht stimmt.

Nicht unbeachtlich und wahrlich schweißtreibend ist die allgemeine Innenreinigung und Konservierung aller Figuren, denn besonders die fortschreitende innere Zerstörung durch Nässe und Eisenverstrebungen, die mit der Bronze korrodieren, ist für das Denkmal gefährlich. Über Jahre hinweg, wie im letzten Bericht erwähnt, haben sich Regenwasser, Sand und Metall zu einer krustigen Schlacke abgelagert, die sich zum Teil mit der Bronze verbunden hat und natürlich entfernt werden muss. Die zahlreichen Kerneisen, die zum Beispiel aus der Knabenfigur geholt wurden, liegen als Anschauungsobjekt in der Halle aus.

Was die Innenreinigung für Arbeit bedeutet, ist kaum vorstellbar. Mai bemerkt nur: „Zwei starke Jungs hatten stundenlang mit dem Schlagbohrer zu tun.“
Erst nach dem Entfernen aller gefährlichen „Innereien“, soweit das möglich sein wird, kann die Innenkonservierung mit einem speziellen Wachs aus der Wehrtechnik stattfinden, welches bei Feuchtigkeit aufquillt.

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Aktueller Stand: Der Rufende

Im hinteren Teil der Halle steigt der Restaurator Mai auf ein Gerüst, das um den gelblichen Rufenden gezogen wurde. Dieser befindet sich nach der Krustenentfernung in der Phase, in der die Oberfläche täglich mit destilliertem Wasser gespült wird. Der Salzgehalt der Bronze wird aktiviert und tritt nach außen. Auf der Plinthe glänzen weiß die feinen Salzkristalle. „Wir machen erstmal eine Wundreinigung und bringen dann das Jod auf“, lacht Mai und meint damit den anschließenden Korrosionshemmer. „Normalerweise legt man ja auch nicht den Verband über eine ungereinigte Wunde.“ Besser könnte man es nicht erklären, mit Beispielen aus dem Leben erklärt Mai kraftvoll und nachvollziehbar, dass die Reinigung elementar für ein langanhaltendes Ergebnis der Restaurierung ist.

Überraschende Entdeckungen

Nicht nur die differenzierte Oberflächenstruktur, die von der Gipsvorlage für den Bronzeguss herrührt, sondern auch andere Überraschungen lagen unter der Korrosionsschicht, welche die klaren Umrisse und Gesichter der Figuren verwässerte. Zum Vorschein kommen außerdem erkennbare Ausbesserungsarbeiten der für den Bronzeguss zuständigen Gießereien an der Plinthe: es scheint, als seien Gipsstücke aus der Fläche herausgebrochen und die Fehlstelle später durch Imitation der spezifischen Gipsstruktur ersetzt worden. Durch grobes Schaben und Kratzen versuchte man ein ähnliches Muster nachzuahmen. Dem Laien wird dies sicher nicht auf den ersten Blick auffallen, doch schulen diese Auffälligkeiten das Betrachterauge. „Hätte das Fritz Cremer gesehen, wäre er verrückt geworden.“

Der Restaurator macht außerdem auf die Rückseite des bereits fertigen Zynikers aufmerksam und man könnte meinen, jedes Stück der Bronzefläche kann seine eigenen Geschichte erzählen: Deutlich kann man die Hand- und Fingereindrücke Fritz Cremers sehen, die im Bronzeguss verewigt sind. Doch das bleibt ein glücklich überlieferter Zufall, denn hier hat Cremer ein herausgebrochenes Stück Gips am Modell neu eingesetzt, allerdings nachlässig, da die Struktur nicht dem Rest gleicht und der Gipseinsatz zu konvex absteht. 

Restaurierungsethik

Gerade bei der Entdeckung unvorhergesehener Spuren und der Konfrontation mit Schäden am Mahnmal, stellt sich für den Restaurator die Frage, wie er damit umgeht. Soll alles unsichtbar gemacht werden, ist das allerdings ein verändernder Eingriff in die künstlerische Intimsphäre und in die Historie des Denkmals. Mai stellt klar: „Die Gebrauchs- und Herstellungsspuren bleiben bestehen, genauso wie eine dünne Korrosionsschicht.“ Dass nichts verändert wird, hat auch mit der modernen Restaurierungsverantwortung zu tun, völlig im Gegensatz zu Restaurierungen im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert (sogar z.T. noch heute), als man auf der Suche nach der ältesten Originalschicht das Kunstwerk von jüngeren Eingriffen reinigte,„desinfizierte“ und nahezu leblos machte. Natürlich ist jede Restaurierung auch ein Eingriff. Gerade deswegen sollte dieser Eingriff aber nachvollziehbar bleiben und nicht vertuscht werden. So werden beispielsweise Schäden wie Risse und Sprünge zwar verschweißt, bleiben aber für den suchenden Betrachter durchaus sichtbar, als „historische Risse“ am Bein des Knaben oder auch am Hals des Schwörenden. Mai bemerkt dazu und verweist auch auf die Verantwortung des Restaurators: „Optik und Gefühl – es braucht beides bei der Arbeit, das dauert aber.“

Die unter anderem durch die Endoskopie entstanden Löcher werden nicht versiegelt, sondern für spätere Untersuchungen lediglich abgedichtet. Wesentlich ist, dass alle bisherigen Arbeiten und Methoden zugänglich und nachvollziehbar bleiben, sowie späteren Restaurierungen und Zugriffen alle Türen geöffnet sind.
Bisher weist noch keine Spur als Beweis auf die momentanen Arbeiten hin, außer die winzige Dichtung eines Loches an der Vorderseite des Zynikers mit aus Betrachterposition fast kaum lesbarer Gravur „Neu 2003“. Sonst ist keine Spur für die Historie gelegt. Frau Kammann lacht scherzend: ÞWenn Herr Mai seine Arbeit weiter so gut macht, lassen wir ihn vielleicht seine Initialen irgendwo einritzen.“

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Problemfiguren

Der Kämpfer mit der Decke und der Fahnenträger sind wahre Problemfälle hinsichtlich der Bearbeitung. Zum einen wird die Innenreinigung besonders kompliziert durch stark verwinkelte und dadurch unzugängliche Bereiche, besonders die Decke des Kämpfers, die sich mehrfach wellt und an manchen Stellen bis zu 1,5 mm dünn sein kann. Zum anderen gab es noch seltsame Entdeckungen: der Kämpfer mit der Decke hat „Bronzekrebs“, eine partiell- kreisrunde, bläuliche „Hauterkrankung“, die sich möglicherweise auf die ganze Figur ausbreiten könnte. Es handelt sich um ein Chlorion, das sich auf die Oberfläche der Bronze verirrt hat und vielleicht aerosol, über die Luft, übertragen worden sein kann. „Zum Beispiel durch einen Schneeball.“, erklärt Mai. Von den 96 unterschiedlichen Korrosionsprodukten, die auf der Bronzeoberfläche der Cremer-Figuren gezählt wurden, ist das Chlorid das gefährlichste, da es sich in die Tiefe ausbreitet und in das Metall frisst. Die übrigen Korrosionen breiten sich ebenmäßig über die Fläche aus und sind so leichter manuell abzutragen.

Um die Bronzekrankheit zu entfernen, wird ein spezielles Verfahren angewendet: die betroffene Stelle wird auf 450 Grad erhitzt, so dass sich das Wasser völlig verflüchtigt und das Chlorid zerstört wird.
Neben den allgemeinen Schwierigkeiten an allen Figuren, die inneren Eisenstäbe, Kerneisen und die Schlacke zu entfernen, kommt beim Fahnenträger noch das Problem der Bearbeitung im Inneren der Fahnenstange hinzu. Man wusste zunächst nur, dass sich in der Fahnenstange noch ein Stahlrohr befindet. Bei näherer Untersuchung konnte durch eine Öffnung in Form eines „Schaufensters“ festgestellt werden, dass der größte Teil des Stahlrohrs im Verbundgussverfahren zur Stabilisierung eingefügt worden ist. Dieses Rohr ist an seinen Enden zwar geschlossen, zusätzlich aber sind an dessen oberem und unterem Abschluss Rohre angefügt, denen die Korrosion im Laufe der Zeit stark zugesetzt hat.

Die Trägerkonstruktion

Noch steht die völlig in sich zerfallende originale Unterkonstruktion in der Werkhalle vor einem vergrößerten Foto vom Mahnmal vor der Demontage und symbolisiert das, woran im Grunde alle an der Restaurierung Beteiligten denken und was das Ziel der Arbeiten ist: die erneute Aufstellung der Figurengruppe. Die Trägerkonstruktion muss völlig neu durchdacht werden. Es existiert ein gezeichneter Montageplan der Konstruktion, der als Bauplan von Herrn Erfurth aus Erfurt, wie eine Aufschrift beglaubigt, 1958 entworfen wurde und dem Restaurierungsteam von der Gedenkstätte Buchenwald zur Verfügung gestellt worden ist. Dieser Plan stimmt nur noch bedingt mit der Konstruktion überein, die bei der Demontage ans Licht trat: Das bereits fertige Traggerüst hat vor Ort nicht mehr gepasst, die Figurenfüße setzten nicht an den dafür vorgesehenen Stellen auf, weil Cremer letzte Änderungen an der Positionierung der Figuren vornahm. Aus diesem Grund hat man die Konstruktion vor Ort mit zweckentfremdeten Metallteilen, wie Bahnschienen und unbestimmbaren löchrigen Restplatten, verschweißt, so dass die Gewichtverteilung stimmte. So setzten die Figurenfüße nun auf quadratische Metallplatten auf. „Man dachte, es sieht sowieso keiner und hat es einfach passend gemacht.“, berichtet Frau Kammann und hat nun zur Dokumentation die zusätzlich eingeschweißten Platten und Träger zeichnerisch in den historischen Montageplan ergänzt. Auch wussten die Schweißer, dass der verwendete einfache Stahl zur Kontaktkorrosion mit der Bronze führen würden, haben dies aber in Ermangelung eines geeigneteren Materials ignoriert.

Um dem Problem der Kontaktkorrosion unterschiedlicher Metalle entgegenzuwirken, soll die neue Konstruktion aus besonders beschichtetem Edelstahl bestehen, der wegen seiner Beständigkeit auch in der chemischen Industrie eingesetzt wird. Es wird klar, wie umfangreich und kreativ das Restaurierungsteam reagieren muss, um alle Anforderungen zu erfüllen. Hier ist es auch nötig, interdisziplinär zu arbeiten, um zu optimalen Ergebnissen zu kommen. Anhand eines Probestücks erklärt Herr Kammann die Vorteile: „Der beschichtete Edelstahl ummantelt das Metall, ist vielfältig bearbeitbar und kann reversibel zusammengesetzt werden.“ Und das ist auch sehr wichtig für die Kontrollarbeiten nach der Aufstellung des restaurierten Denkmals: der Hohlraum unter der Plinthe muss begehbar gemacht werden, um den Zustand und eventuelle Schäden beobachten zu können und notfalls einzelne Teile auszutauschen. Es gibt bereits ein kleines, symmetrisch angelegtes Modell der Unterkonstruktion, das im Moment von einer Kommission diskutiert wird.

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Ausstellung und Publikation

Es ist faszinierend, mit welchem Elan, Engagement und nie versiegender Begeisterung dem Interessierten die Tore der Werkshalle geöffnet werden. Projektleiterin Kerstin Kammann und Niederlassungsleiter des irw-Industrieservice Axel Kammann bilden zusammen mit dem Spezialisten für Metallrestaurierung Bernhard Mai, der außerdem noch einen Lehrauftrag an der Fachhochschule in Erfurt innehat und sich in weiteren zahlreichen Projekten im Zusammenhang mit der Restaurierung von technischem Kulturgut engagiert, ein gelungenes Team, deren Arbeitsbereiche sich scheinbar nahtlos ergänzen. "Es gibt immer neue Ideen und jeden Tag neue Entwicklungen, es ist ein ständiges flexibles Denken.", freut sich Kerstin Kammann und ist mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten sehr zufrieden. "Es macht Spaß!" In einer Ausstellung, die seit Januar 2003 in einem Nebengebäude zu besuchen ist, hat sie einen Einblick in die Geschichte und die Arbeit am Denkmal konzipiert. Fotos und historische Dokumente berichten über die Geschichte des Mahnmals, über den Künstler Fritz Cremer, die Recherche, Entstehung, die Schäden und Demontage, vervollständigt durch die ständige Dokumentation der Restaurierung anhand exzellenter Fotos.

Anschaulich wird die Präsentation durch Schaukästen mit Produkten zur Rezeption des Mahnmals in der DDR und Fundstücken beim Abbau unter der Plinthe. (Schul-)Gruppen können sich telefonisch zur Ausstellungs-und Werkstattbesichtigung anmelden.
Die geplante Publikation wird noch auf sich warten lassen müssen, da sie auch die Kontrollarbeiten am Denkmal nach der Aufstellung mit einschließen soll. Denn die Bronzegruppe wird anschließend nicht einfach nur Wind, Wetter und neugierigen Betrachteraugen überlassen werden, sondern genießt eine kontinuierliche Pflege, d.h. vorraussichtlich eine zweimal jährliche Reinigung und viermal pro Jahr die Erneuerung der Wachsschicht. Hinzu kommt die ständige Kontrolle der Trägerkonstruktion.
Ein Informationsheft zur Oberflächenrestaurierung ist allerdings in Arbeit.
Man kann sehr gespannt sein, wie es weiter geht.


Anmeldung, Linkliste

Telefonische Anmeldung für Schulklassen und Gruppen unter 03643 / 426 022.

Text und Fotos: Annika Michalski, Stand: Juni 2003
Foto der neuen Trägerkonstruktion mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von Kerstin Kammann