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Die weltweit größte Fotoschau „The Family of Man“ in Luxemburg wird Ende September 2010 für längere Zeit geschlossen

Die Werkschau „The Family of Man“ im Schloss Clervaux, die Edward Steichen 1955 im MoMa erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, wird ihre Pforten nur noch bis zum 26. September 2010 öffnen. Danach werden sowohl Fotografien restauriert als auch die Ausstellungsräume des Schlosses neu gestaltet.

Bereits 1951 beschäftigte sich der 1879 in Luxemburg geborene Edward Steichen mit dem Konzept einer einzigartigen, großangelegten Ausstellung mit Werken von Berufsfotografen und Amateuren. Die Motive – so Steichen – sollten den Bereichen Arbeit, Architektur, Krieg und Frieden, Liebe, Geburt und Menschheit entspringen. In der Tat fruchtete diese Idee und neben unbekannten Fotografen trugen große Namen wie Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, Anselm Adams, Andreas Feininger, Hedda Morrison und nicht zuletzt Steichen selbst zu der erfolgreichen Fotoschau bei, die bis in die Gegenwart jährlich eine große Besucherschar anlockt und inzwischen von mehr als neun Millionen Menschen gesehen wurde.

Allerdings haben die Jahrzehnte, in denen die Ausstellung im Originalzustand in der ganzen Welt präsentiert wurde, an den Werken ihre Spuren hinterlassen. Als das MoMa am 24. Januar 1955 „The Family of Man“ eröffnete, wurden 503 Fotografien von 273 Autoren aus 68 Ländern gezeigt – mehrheitlich ohne Schutzverglasung. Es folgten ständige Transporte, die – neben den neugierigen Besucherfingern – den Werken zusetzten. Nun haben sich die Ausstellungsmacher von Schloss Clervaux entschlossen, die Fotografien sowie die Räumlichkeiten einer Generalüberholung zu unterziehen. Die Bauarbeiten werden sich vermutlich bis Mitte 2012 erstrecken, so dass sich Besucher bis zum 26. September 2010 entweder sputen oder bis 2012 gedulden müssen.