Meldungen zum Kunstgeschehen

Drei Ausstellungen zu Joseph Beuys

An drei aufeinander folgenden Wochenenden werden in NRW wichtige Beuys-Ausstellungen eröffnet: Das Museum Schloss Moyland richtet mit der Austellung „Beuys: Energieplan“ den Fokus auf den Anfang seines (zeichnerischen) Schaffens, das K20 in Düsseldorf zeigt große raumgreifende Installationen und das Landesmuseum in Münster ermöglicht die Perspektive auf eine jüngere Künstlergeneration, die sich in ihrem Werk an dem Schaffen und Denken von Beuys orientieren.

Das Museum Schloss Moyland eröffnet Anfang September 2010 die erste große Beuys-Ausstellung "Beuys: Energieplan" unter der Direktorin Dr. Bettina Paust. Das Museum besitzt den weltweit größten Bestand an frühen Arbeiten von Joseph Beuys. Mit einer Auswahl von circa 200 teilweise unveröffentlichten Arbeiten aus der eigenen Sammlung richtet die Ausstellung erstmalig den Fokus auf Beuys' zentralen Gedanken des "Energieplans", den der Künstler in den 1950er und frühen 1960er Jahren entwickelt hat. In zehn Themenräumen werden exemplarisch die wichtigsten Aspekte des werkumspannenden Energiebegriffs vorgestellt.

Die Ausstellung "Joseph Beuys. Parallelprozesse" will unter anderem mit bedeutenden Rauminstallationen den „Erweiterten Kunstbegriff" von Beuys verdeutlichen, in dem politische und künstlerische Utopien zur Sicht auf die Gesellschaft als "sozialer Plastik" verschmelzen. Zu den insgesamt rund 300 Arbeiten gehören Hauptwerke wie „zeige deine Wunde" (1974/75), „The pack (das Rudel)" (1969) oder „2Fond IV/4" (1970/74). Einige dieser von wichtigen Museen oder Privatsammlern entliehenen Werke verlassen erstmals seit dem Tod des Künstlers für die Düsseldorfer Ausstellung ihren fest installierten Platz. Auch eine umfangreiche Auswahl von Zeichnungen, Objekten, plastischen Bildern und Relikten seiner Aktionen, die auf besondere Weise Kunst und Leben in Beziehung setzen sollten, wird zu sehen sein. Skulpturale und bildnerische Aspekte, theoretische Reflexion und aktionistisches Handeln sowie die eigenwillige Umwandlung von Werkstoffen und Gegenständen verbinden sich in „Parallelprozessen" zum unverwechselbaren und außergewöhnlichen Lebenswerk von Joseph Beuys.

Über 20 Jahre nach dem Tod von Joseph Beuys macht sich eine junge Künstlergeneration auf den Weg und beschwört in "Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys" als neue „vaterlose Generation“ die Kraft des Ursprünglichen, der Natur, der Energie und des Irrationalen. Diese neue Kunst hat sich dem Leben und der unmittelbaren sinnlichen Erfahrung verschrieben. Als Reaktion auf die Gewissheit, dass letztlich nichts gewiss ist, entstehen Werke, die in ihrer Unmittelbarkeit die eigene Prozesshaftigkeit, das Flüchtige der ästhetischen Erfahrung und die Poesie des Moments einfangen. Teilnehmende Künstler: Karla Black, Katinka Bock, Björn Braun, Nina Canell, Aleana Egan, Myriam Holme, Sergej Jensen, Lone Haugaard Madsen, Lorenzo Pompa, Matthew Ronay, Michael Stumpf.