Meldungen zum Kunstgeschehen

Ein Ort für syrische Exil-Kunst

Der andauernde Bürgerkrieg in Syrien veranlasste bisher rund eine Million Menschen das Land zu verlassen, darunter auch viele Künstler. In Beirut finden die Exilkünstler seit 2012 einen temporären Zufluchtsort.

Die Residenz von Raghad Mardini in Aley, einer östlich von Beirut gelegenen Stadt, dient seit Mai 2012 syrischen Künstlern als Wohn- und Arbeitsort. Mardini, selbst gebürtige Syrerin, die als Bauingenieurin und Restauratorin gearbeitet hat, sagte dazu im Deutschlandradio: »Es ist eine Art syrische 'Villa Massimo', aber wir sind lebendiger, glaube ich, weil diese Kunst überlebenswichtig ist. Es geht hier nicht um Kunst als Luxusgegenstand, sondern als Notwendigkeit. Wir wollen die Lücke zwischen dem, was wir 2011 begonnen haben, und was heute ist, füllen. Wir wollen helfen, den Bruch in unserer Seele und in unserer Gesellschaft zu heilen.«

Die zweifache Mutter zog 2008 nach Beirut als die amerikanische Schule in ihrem bisherigen Wohnort Damaskus geschlossen wurde. Kurz nachdem sie einen Pferdestall aus osmanischer Zeit bewohnbar gemacht hatte, brach in Syrien der Krieg aus und sie sah sich plötzlich umringt von Künstlern, viele davon Freunde, die weder Platz noch Geld hatten, da es im Libanon keine Arbeit gibt. Ihnen wollte sie helfen.

Jeder syrische Künstler, der in Aley arbeitet, leistet einen Beitrag für das Projekt. Bisher sind schon 30 Arbeiten enstanden, die als Grundlage für ein kleines Museum syrischer Exil-Kunst dienen.

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