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Fotografien eines Kunsthändlers: Die Sammlung Elia Volpis

Die Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut zeigt 85 historische Fotografien aus dem Nachlass des Kunsthändlers Elia Volpi in einer Online-Ausstellung.

Florenz zählte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu den Zentren des Kunsthandels. Sammler und Museumsdirektoren aus Europa und Amerika reisten in die Stadt am Arno oder nutzten ihre Kontakte, um dort Werke vor allem des italienischen Mittelalters und der Renaissance für ihre Sammlungen zu erwerben.

Zu den wichtigsten Antiquaren dieser Zeit zählte Elia Volpi. Dieser agierte nicht nur als erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch als Maler, Restaurator und Kunstsammler. Anhand von Material aus seinem fotografischen Nachlass, der 1983 in Teilen von der Familie Vannini Parenti der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz geschenkt wurde, fokussiert die Online-Ausstellung nicht nur schlaglichtartig wichtige Eckpunkte der Biografie Volpis. Sie gibt vor allem auch Aufschlüsse zum Umgang mit dem Medium Fotografie auf dem Gebiet des Kunsthandels.

Wie die Ausstellung zeigt, waren die fotografischen Abbildungen der von ihm gehandelten Objekte ein unverzichtbares Arbeitsinstrument im Alltag des Kunsthändlers. Volpi bediente sich dabei sowohl professionell hergestellter Abbildungen, die er zum Teil selbst in Auftrag gab, als auch Amateurfotografien. Zahlreiche Aufnahmen tragen auf der Rückseite handschriftliche Notizen, die Informationen zum Werk und Künstler, zur Provenienz, aber auch zu Kalkulationen von Preisen enthalten. Andere Fotografien dokumentieren den Zustand von Werken vor und nach ihrer Restaurierung, die möglicherweise von Volpi selbst ausgeführt wurden.

Darüber hinaus dienten die Fotos dem Kunsthändler offensichtlich auch als eine Art Kundenkartei. So trägt die Aufnahme von dem Bildnis eines Jünglings auf der Rückseite den Vermerk „disposto a vendere“ (zum Verkauf bereit), ohne dass allerdings der potentielle Verkäufer genannt wird. Reproduktionen von Volpis Fotografien finden sich zum Teil auch in den Katalogen der jeweiligen Versteigerungen wieder, für die sie vermutlich auch explizit angefertigt wurden. Auf einigen der Originale, die Objekte der Versteigerung der Sammlung Bardinis 1918 in New York zeigen, wurden zudem später mit Tinte Zahlen hinzugefügt, welche mit den jeweiligen Nummern im Versteigerungskatalog korrespondieren.

Hier gelangen Sie zur Ausstellung.