Meldungen zum Kunstgeschehen

Für die Freiheit der Kunst! Die Brüsseler Erklärung

Einschnitte in die künstlerische Arbeit, die Idee einer auf den eigenen Staat bezogenen Kunst(szene) und und und – nicht nur im politischen Leben hinterlassen rechtsnationale Bewegungen und Regierungen ihre Spuren, auch die Kunst muss sich seit einiger Zeit Angriffen von rechts erwehren. Die Brüsseler Erklärung wendet sich gegen diese Entwicklung.

Die Initiatoren der Brüsseler Erklärung, die Bundestagsabgeordneten Claudia Roth und Erhard Gundel zeigen sich besorgt ob der Entwicklungen in Österreich, Ungarn und Polen, wo rechtsnationale Regierungen eifrig versuchen die Kulturszene für ihre Zwecke einzuspannen und ihr ihren eigenen Kulturbegriff überzustülpen: In Österreich ist von einer »ergebnisorientierten Kulturförderung« die Rede und insbesondere in den Institutionen sieht man die Gefahr sich andienen zu müssen – und so hat der Direktor der Kunsthalle Wien, Nicolas Schafhausen, angekündigt zum März 2019 von seinem Posten zurückzutreten. In Ungarn wird seit 2010, dem Amtsantritt Viktor Orbáns, das »Nationale« in den Vordergrund gerückt, Politiker bestellen Skulpturen von Nationalheiligen und völkischen Schriftstellern, die Ungarische Kunstakademie verlangt von ihren Mitgliedern ein Bekenntnis zur Nation und unabhängige Künstler gehen lieber ins Ausland. Und die PiS-Regierung in Polen beruft kritische Geister wie die Direktorin des Polnischen Instituts in Berlin, Katarzyna Wielga-Skolimowska, von ihren Posten ab, und fordert, das »Kultur unterhalten und Identität stiften« soll. In Deutschland indes fordert ein AfD-Mann » Entsiffung des Kulturbetriebes«.

Die Initiatoren der Petition konstatieren die Gefahr einer Vereinnahmung des Kulturbetriebs durch rechtsnationale Kräfte und sehen folgerichtig freiheitlich-demokratische Werte in Gefahr. Sie fordern: » Politik muss der Kunst den Rücken freihalten«, nicht nur durch die Möglichkeit von Austausch zwischen Institutionen und Nationen, sondern auch durch soziale Absicherung Kunstschaffender. Damit treffen sie einen Nerv: Zu den Erstunterzeichnern der Petition zählen etwa Hermann Parzinger und Olaf Zimmermann, aber auch Schauspieler und Musiker wie Hape Kerkeling oder Inga Humpe.

Unterschrieben werden kann die Petition auf change.org. Denn: » Kunst ist frei, sie muss nicht gefallen und sie darf nicht dienen.«