Ausstellungsbesprechungen

Georg Gerster, The Past From Above

What is life? It is the flash of a firefly in the night. It is the breath of a buffalo in the wintertime. It is as the little shadow that runs across the grass and loses itself in the sunset“. Diese wunderbaren Worte über das Leben kommen von einem großen Häuptling, Chief Crowfoot (ca. 1830-1900). Sein Indianer-Gewandt hängt im „British Museum“ und ergänzt die wunderbare Landschaft des „Moose Mountain“ in Kanada, eines von 100 Fotos des Schweizer Fotografen Georg Gerster, der 40 Jahre lang die Welt bereiste und auf seine Weise dokumentierte.

Diese erste große Foto-Ausstellung im „British Museum“ zeigt faszinierende Fotos der Erde, von ihren unglaublichen Schätzen, Reichtümern, Phänomenen und Wundern, die größtenteils von der Natur gegeben, aber auch durch den Menschen entstanden sind. Eingefangen mit der Kamera des Fotografen Georg Gerster erlauben sie dem Betrachter an einer weltweiten Tour teilzunehmen, um die großen Monumente der menschlichen Zivilisation zu sehen.

 

Viele der Fotos sind nicht einfach nur atemberaubend schön, sie wollen provozieren und Fragen stellen. Welche Menschen haben diese Monumente erbaut? Warum, wann, weshalb und was bedeuten sie? Wie gehen die Menschen mit den Naturschätzen um? Ein großes Thema, das für Australiens „Heiligen Berg“, dem „Uluru“ immer noch sehr aktuell ist. Die Eingeborenen glauben, dass der Berg heilig ist und man ihn deshalb nicht betreten darf. Für einen großen Teil der Touristen ist dies nur Aberglaube; wie Ameisen trampeln sie täglich den angelegten Pfad hinauf. Die Ausstellung soll uns an die Zerbrechlichkeit dieser Monumente, Plätze und Landschaften erinnern.

 

Diese faszinierenden Bilder stellen die komplexe Beziehung zwischen Kultur und Natur in den Mittelpunkt. Um dies besser verstehen zu können, zeigt das „British Museum“ aus seiner eigenen Kollektion Objekte, die die Fotos ergänzen: Das Portrait einer Mumie unterstreicht das Foto von „Kharga Oasis“ und eine buddhistische Göttin sitzt neben dem Bild von „Anaradhapura“ (Sri Lanka). Das Unvergängliche wird bei Plätzen am deutlichsten, die den Göttern gewidmet sind; oft sind die Gräber, Schreine und Gebäude sehr alt. Die Pyramiden sind Grabstätte und Wunder zugleich, die bis heute Sonne, Wind und Wasser standhielten, doch auch sie sind oft in Gefahr. Auch wenn einiges durch Menschenhand beschädigt wurde, gibt es durchaus Beispiele für die Rettung.

 

 

Die wahrscheinlich interessantesten Monumente, die in der Ausstellung gezeigt werden, sind die „Geoglyphs“. Diese mysteriösen Bilder sind in vielen Plätzen auf der ganzen Welt zu sehen, die bekanntesten sind wohl die „Nasca –Figuren“ in Peru: Ganz zart sind sie in eine Steinlandschaft gemeißelt, andere wiederum mit Erde und Steinen gebaut wie die „Great Serpent Mound“ in Ohio. Bis heute ist es kaum festzustellen, wann sie gemacht wurden und von wem und vor allem warum. Aus diesem Grund sind sie sehr geheimnisvoll und viele davon sind nur aus der Luft zu erkennen.

 

Ein wunderbares Foto des „British Museum“ markiert das Ende der Tour um die Welt. In strahlendem Sonnenschein, „es war der heißeste Tag, der in London je gemessen wurde“ so Georg Gerster, gelang ihm der absolut perfekte Schuss von London, in der Mitte das „British Museum“. „The Past from Above“ sind Bilder und Eindrücke, die Erinnerungen an vergangene Zeiten hervorrufen und gleichzeitig die Gegenwart in sich bewahren.

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