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Grand Opening der Kunsthalle Mannheim, am 1. Juni 2018

Nach langer Wartezeit wird die Kunsthalle Mannheim mit einem feierlichen Grand Opening wieder eröffnet. Jugendstilbau und Neubau wurden zusammengeführt und sind neben einer Neuinterpretation der Sammlungen und einer neuen öffentlichen Open-Air-Galerie mit einer Sonderausstellung zu Jeff Wall ab dem 1. Juni 2018 wieder zu besichtigen.

Nachdem der Neubau im Dezember 2017 der Stadt Mannheim übergeben wurde, sind im vergangenen halben Jahr die ca. 5.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche vom Team der Kunsthalle eingerichtet worden. Der neue Museumskomplex wurde als ein »Museum in Bewegung« im Konzept einer »Stadt in der Stadt« von dem Architekturbüro gmp gestaltet, zu dessen Leitprinzipien urbane Elemente wie Haus, Passage, Platz und Brücke gehören. Die Stadt und urbane Lebenswelt sind auch für das kuratorische Programm maßgebend, dessen Fokus auf allgemein-menschlichen Erfahrungen in der urbanisierten Gesellschaft und der Frage nach der Relevanz der Kunst für unser Leben liegt. Zusätzlich zum Neubau ist auch der Außenbereich mit einer neuen, öffentlichen Open-Air-Galerie ausgebaut worden. Dauerhaft ausgestellt werden dort Großskulpturen von Norbert Kricke, Nigel Hall, Alf Lechner und Christoph Freimann: »Ganz im Sinne unseres Mottos Kunsthalle für alle erweitern wir das Museum in den öffentlichen Raum hinein und machen auf unseren deutschlandweit gerühmten Skulpturenpark aufmerksam« (Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim).

Damit klingt gleichzeitig das innovative Bildungsprogramm aus den Anfängen der Kunsthalle an, das unter dem Motto »Kunst für alle« lief. Die eigenen Geschichte als Institution ist denn auch ein weiterer Schwerpunkt der neuen Kunsthalle – sie soll als Fundament zur Entwicklung von Zukunftskonzepten dienen. Reflektiert wird sie in gleich drei Ausstellungen, die unterschiedlichste Perspektiven auf die Historie der Kulturinstitution werfen: In »(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen« wird in Zusammenhang mit einer siebenjährigen Provenienzforschung ihre Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus befragt. Die Ausstellung »Erinnern. Aus der Geschichte einer Institution« thematisiert dagegen exemplarisch drei Ausstellungen der Kunsthalle aus den Jahren 1925, 1957 und 1975, die sowohl als Reaktionen auf Entwicklungen in der Kunst als auch als wichtige Impulsgeber damaliger Kunst gelesen werden können. Mit »Carl Kuntz. Zwischen Idylle und Realismus« schließlich zeigt die Grafische Sammlung Werke von Carl Kuntz (1770-1830), die die ersten Inventarnummern tragen und damit als Grundstein der Mannheimer Kunstsammlung gelten.

Das Ausstellungshighlight bildet jedoch »Jeff Wall. Appearance«, die als erste große Sonderausstellung das Grand Opening abrundet. Der Fotokünstler und studierte Kunsthistoriker Jeff Wall (*1946) ist besonders für großformatigen Dialeuchtkästen und vielseitige Anklänge an die Kunstgeschichte in seinen Werken bekannt. Der Schwerpunkt der Mannheimer Ausstellung liegt dabei auf Konstellationen, die das fotografische Medium in Form einer Spurensuche präsentieren.

Die Ausstellungen und die Kunsthalle selbst werden mit einem umfangreichen Programm am 1. Juni eröffnet. Das weitere Programm des Grand Openings wird mit einer Auftaktveranstaltung um 19:00 Uhr eingeleitet. Nach der Begrüßung unter anderem durch Direktorin Ulrike Lorenz und Kurator Sebastian Baden stehen an mehreren Stationen die Kunstvermittler des Hauses zum Gespräch bereit, Rita McBride zeigt mit Alexandra Waierstall ihre Performance »Bodies and Structure Interventions #01 – 09« in der »Arena« und es legt sogar ein DJ im Museumsrestaurant auf.

Aber nicht nur am 1. Juni geht es in der Kunsthalle hoch her: Auch am Samstag und Sonntag stehen jeweils die Kunstvermittler ganztägig bereit. Obendrein werden an beiden Tagen von 11:00 bis 17:00 Uhr Kreativ-Workshops für Kinder und Familien angeboten. Programmhighlights sind zwei Künstlergespräche: Am Samstag spricht um 16:00 Uhr Jeff Wall mit David Campany, am Sonntag gibt es um 11:00 Uhr eine Diskussion mit Rita McBride. Außerdem zeigt die Künstlerin im Anschluss noch einmal um 12:00 Uhr und um 16:00 Uhr ihre Performance mit Alexandra Waierstall »Bodies and Structure Interventions #01 – 09« in der »Arena«.