Ausstellungsbesprechungen, Meldungen zum Kunstgeschehen

Heinz Thielen (Gemälde) und Markus F. Strieder (Stahlplastiken) – Von Kurven und Kanten, Galerie Anja Rumig Stuttgart, bis 13 März 2010

Die Leichtigkeit ist das Motiv der in der Galerie Anja Rumig ausgestellten Werke von Heinz Thielen und Markus F. Strieder. Heinz Thielen (geb. 1956) setzt hierfür zartbunte Farben ein, die er mit breitem Pinsel über die Leinwand schlingt. Durch die Überlagerungen entstehen schwebende, ornamentale Linien, die sich den Blicken des Betrachters entwinden – ihr Anfang und Ende liegt meist außerhalb des Malgrundes. Aber Thielen gebietet dem leichten Spiel Einhalt, indem er seine breiten Farbbahnen mit der begrenzten Leinwandwirklichkeit konfrontiert. Nach einem Besuch in der Galerie Rumig berichtet Autor Günter Baumann über die Ausstellung.

Noch spannender, mit einer nahezu überraschenden Materialbeherrschung sind die Plastiken von Markus F. Strieder (geb. 1961) gestaltet. Er sucht jene Anmutung leichter Befindlichkeit mit dem Stahl. Dass dieser den Ausgleich mit der eigenen Schwere des Materials provoziert, ist klar. Wer selbst die kleinen Formate vom Sockel zu heben versucht, spürt die pure Masse. Dass die Exponate den Eindruck erwecken, es handle sich um knautschfähiges Material, liegt an den kuriosen Verfugungen der übereinander geschichteten Elemente. Grund genug, so spät auf die Stuttgarter Ausstellung hinzuweisen, ist die überzeugende Präsentation Strieders auf der Karlsruher Kunstmesse, die eben zu Ende gegangen ist. Dort war er auf dem Skulpturenplatz der Galerie Wohlhüter (Leibertingen-Thalheim) zu sehen, und die Stuttgarter Schau profitiert nun mit einem dezenten Schimmer von dieser Messepräsenz. Während Strieder jedoch auf der art Karlsruhe mit großen, wuchtigen Arbeiten vertreten war, sind es bei Rumig gerade die kleinen Plastiken, die – wenn sie nicht ohne Titel für sich stehen – vieldeutig benannt sind mit »Kristallin« oder »Hommage à Albers«. Der Clou der faszinierenden Kunst ist die Rückbesinnung auf das Schmiedehandwerk, dem Strieder eine luftig-poetische Note abgewinnt. Dazu kommen noch gewalzte Stahlschlingen, in denen das erzschwere Material schwungvolle Kapriolen schlägt.

Die Ausstellung ist noch bis Samstag, den 13. März 2010 zu besichtigen.

Die kommende Ausstellung bei Anja Rumig sollte man sich bei der Gelegenheit schon vormerken. Ab 19. März zeigt sie unter dem Titel »Dalmatische Himmel und andere Mysterien« Zeichnungen von Wolfgang Gäfgen (geb. 1936), der in der französischen Kunst verankert ist und mit phantasievollen Rätselbildern auf sich aufmerksam macht.

Weitere Informationen

Öffnungszeiten:
Di–Fr 14-19 Uhr
Sa 11-16 Uhr
u. n. V.