Meldungen zum Kunstgeschehen

Herbstschauen: Russland

Anlässlich des Deutsch-Russischen Jahres 2012/13 lockte die Chemnitzer Peredwischniki-Schau bereits im Frühjahr mehrere zehntausend Besucher mit Gemälden erfolgreich in die russische Steppe, nach Moskau oder St. Petersburg sowie zu den Kosaken. Wir haben nachgeschaut, welche Ausstellungen Sie ab Herbst zum Thema erwarten.

Quasi direkt aus Russland importiert ist die Schau »Russen & Deutsche: 1000 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur«, die von Moskau nach Berlin wanderte und dort ab Oktober zu sehen ist. Erstmals wird eine historische Tiefe und Vielfalt der Verbindungen zwischen Russen und Deutschen gezeigt. Beginnend mit den ersten Kontakten und den intensiven Handelsbeziehungen wird der zeitliche Bogen vom Mittelalter über die Zeit intensiver dynastischer Verbindungen im 18. und 19. Jahrhundert bis zu den tiefen Brüchen und den gelungenen Neuanfängen im 20. Jahrhundert gespannt.

Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist eine im Jahr 2005 begonnene und 2011 beendete Video-Trilogie der Künstlergruppe AES+F aus Moskau zu sehen. AES+F arbeitet an der Schnittlinie zwischen Fotografie, Videokunst und Digitaltechnologie. Das Werk besteht aus den Arbeiten »The Last Riot« [Der Letzte Aufstand] (2005/2007), »The Feast of Trimalchio« [Das Gastmal des Trimalchio] (2009) und »Allegoria Sacra« [Religiöse Allegorie] (2011). Erstmals wird die Arbeit als Trilogie in Deutschland präsentiert. Die einzelnen Filme handeln von der Hölle, Luxus, Völlerei und Protz sowie dem Fegefeuer.

Ebenfalls der russischen Videokunst zugewandt hat sich die Stadtgalerie Kiel. Im Zentrum der Ausstellung »Lost in Transformation« stehen die Auswirkungen der postsozialistischen Systemtransformation in Russland. Dieser Wechsel vom sozialistischen System hin zu einem marktwirtschaftlichen wurde und wird aus westeuropäischer Sicht oft sehr positiv betrachtet. Daneben gibt es jedoch auch eine große Zahl an Transformationsverlierern. Deren Lebensumfeld hat sich eine große Zahl von rusisschen Künstlern zugewandt.

Mit »Tatlin. Neue Kunst für eine neue Welt« präsentiert das Museum Tinguely in Basel noch bis Oktober eine der Leitfiguren der Russischen Avantgarde. Fast zwanzig Jahre ist es her, seit dieser zentrale Erneuerer der Kunst letztmals in einer umfassenden Retrospektive zu sehen war. Präsentiert werden frühe Gemälde, raumgreifende Konterreliefs, Rekonstruktionen des revolutionären Turms und der Flugapparat Letatlin.

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