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Im Reich der Schatten. Leben und Lieben im römischen Trier – ein mediales Raumtheater

In Deutschlands ältester Stadt mit ihrer über 2000-jährigen Geschichte können Museumsbesucher jetzt eine außergewöhnliche Inszenierung erleben. Unter dem Titel „Im Reich der Schatten“ präsentiert das Rheinische Landesmuseum ein völlig neues mediales Raumtheater zum Leben und Lieben im römischen Trier.

Für das visuelle Hörspiel konnten die Macher mit Peter Striebeck und Christoph Maria Herbst zwei renommierte deutsche Darsteller als Sprecher gewinnen. Ort der unterhaltsamen Wissensvermittlung ist die sogenannte „Neumagener Gräberstraße“ des Museums. In dem ca. 500 Quadratmeter großen Halbrund sind etwa 50 beinahe zwei Jahrtausende alte, monumentale römische Grabdenkmäler ausgestellt. Der Fund der teilweise meterhohen Grabmale und Grabaltäre aus Kalk- bzw. Sandstein mit ihren überaus reichhaltigen Reliefs war eine archäologische Sensation. Entdeckt wurden sie zwischen 1877 und 1885 in Neumagen unweit von Trier. Hier waren sie als Fundamentstücke in die Befestigungsmauer des dortigen Kastells eingebaut, das zu Beginn des 4. Jahrhunderts errichtet worden war.

Die Besonderheit der antiken Grabdenkmäler ist, dass sie in Anlehnung an römische Traditionen meist schon zu Lebzeiten wohlhabender Familien aus Trier aufgestellt wurden. Sie zeigten neben verstorbenen auch noch lebende Mitglieder, dienten somit nicht nur der Erinnerungskultur, sondern galten als Ausdruck von Reichtum, Ansehen und gehobenem Lebensstil. Auf den farbenfrohen Reliefs präsentierten die Auftraggeber sich und ihre Angehörigen in ihren Berufen, in Szenen aus dem Geschäfts- und Privatleben, beispielsweise auf der Jagd, beim Frisieren, beim Geldzählen oder beim Wagenrennen. Die Alltagsdarstellungen der moselländischen Grabmäler geben somit Auskünfte zu den Lebensumständen in der Trierer Region im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr., die aus schriftlichen Überlieferungen oder aus Ausgrabungsbefunden nicht mehr erfahrbar sind.

Abenteuer in der Unterwelt
Ausgehend von den antiken Originalexponaten im Landesmuseum entwarfen die Drehbuchautoren für die Inszenierung eine fiktive Geschichte in fünf Episoden, deren Rahmenhandlung von dem Geschäftsmann Gaius Albinius Asper und dem Göttersohn Merkur getragen wird.

Seinen besonderen Reiz erhält das Raumtheater durch die Kombination verschiedener Elemente aus Kino, Theater, Trickfilm und weltbekannten Museumsexponaten. Durch den Einsatz von Projektionen, Licht, Musik und Spezialeffekten werden die steinernen Originale auf magische Weise zum Leben erweckt, wird ein Raum der Illusionen kreiert. Der Besucher begibt sich hier auf eine Zeitreise der besonderen Art.

Der Zuschauer als Teil der Inszenierung
Die 45-minütige Reise ins „Reich der Schatten“ ist von den frühesten Formen römischen Theaters inspiriert. Die Inszenierung bedient sich dessen typischer komödiantischer Charaktere, verwendet Fragmente antiker Originaltexte in abgewandelter Form, etwa von Ovid, Horaz, Lukian und Vergil, und orientiert sich sowohl motivisch als auch stilistisch an diesen Texten. In der Inszenierung werden die steinernen Grabreliefs im Ausstellungssaal auf faszinierende Weise zum Leben erweckt. Durch den Einsatz modernster Projektions- und Soundtechnik lösen sich dabei die realen Dimensionen des Raums auf, er wird erweitert. Der Besucher erlebt – ermöglicht durch 360°-Rundum-Projektionen und die Installation moderner Surround-Systeme – nun eine ‚andere Welt‘. Dabei setzen die Medienkünstler fünfzehn Projektoren und neunzehn verschiedene Schallquellen ein. Auf diese Weise ist der Besucher unabhängig von seiner Position innerhalb des Saales jederzeit in ein virtuelles Bühnenbild integriert.
Das innovative Projekt wurde mit international renommierten Künstlern entwickelt und von Archäologen und Historikern des Landesmuseums begleitet.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.im-reich-der-schatten.de/.

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