Tagungen

Jahreskongress: Schweigen. Silence, vom 28. bis 30. Juni 2012 in Paris

Das aktuelle Jahresthema des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris widmet sich den vielfältigen Aspekten der nonverbalen Charakteristik der Kunst ebenso wie den nichtsprachlichen Praktiken der Kunstgeschichte. Das umfasst Fragen von Aura und Stimmung, berührt das Phänomen der Schemata, öffnet das weite Feld der Metaphernbildung oder der Bildrhetorik und führt bis hin zur Praxis der Hängung und Disposition von Kunstwerken.

Die klassischen Gattungen der bildenden Kunst zeichnen sich dadurch aus, keiner Klänge und keiner sprachlichen Laute zu bedürfen. Diese nonverbale Qualität, die sie zur Sprache gleichsam in Opposition treten lässt, verweist auf ihre spezifische Konsistenz, die sie zur unausgesetzten Herausforderung der sprechenden Kunstgeschichte werden lässt. Die Rede von der Malerei oder der Baukunst als „stummer Poesie“ etwa ist ein eloquentes Indiz einer an der kommunikativen Wirkung der Sprache gemessenen künstlerischen Ausdrucksform, die in ihrem schweigenden Gestus aber nach den ihr eigenen Kriterien zu beurteilen bleibt. Zugleich reagiert der literarische Topos von der eigentlichen Unbeschreibbarkeit der Kunst auf die Grenzen sprachlicher Übersetzung visueller Phänomene.

Programm

Donnerstag, 28. Juni 2012

18:00 Uhr
Einführung: Andreas Beyer (Centre allemand d’histoire de l’art, Paris) und Laurent Le Bon (Centre Pompidou Metz)

Eröffnungsvortrag: Peter Burke (University of Cambridge) : Spaces of Silence

Freitag, 29. Juni 2012

Moderation : Mathilde Arnoux (Centre allemand d’histoire de l’art, Paris)

10:00 Uhr
Schema, sound and color: some ancient Greek thoughts on the mimetic arts
Maria Luisa Catoni (IMT, Institute for Advanced Studies Lucca)

11:00 Uhr
Komplizenschaft. Bildappelle zum Schweigen
Ulrich Rehm (Ruhr-Universität Bochum)

12:15 Uhr
Comment taire: le mutisme des images
Emmanuel Alloa (Universität St. Gallen)

Moderation : Stephanie Marchal (Centre allemand d’histoire de l’art, Paris)

15:00 Uhr
Der stumme Klang des Bildes. Gemalte Musik
Klaus Krüger (Freie Universität Berlin)

16:00 Uhr
Stille Stillleben
Karin Leonhard (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)

17:15 Uhr
Barockes Schweigen
Claudia Benthien (Universität Hamburg)

18:30 Uhr
Voir sans se faire entendre : l’Amour menaçant d’Étienne-Maurice Falconet
Jan Blanc (Université de Genève)

Fortsetzung von Seite 1

Samstag, 30. Juni 2012

Moderation : Gwendolin J. Schneider (Centre allemand d’histoire de l’art, Paris)

10:00 Uhr
Ästhetik der Stimmung – Anmerkungen zu Humboldt, C. D. Friedrich und Mallarmé
Maria Moog-Grünewald (Eberhard-Karls-Universität Tübingen)

11:00 Uhr
Indirekte Kommunikation - Über die stumme Rede der Bilder
Gert Ueding (Eberhard-Karls-Universität Tübingen)

12:15 Uhr
Un poème dégagé de tout appareil du scribe: art du mouvement et éclipse du langage aux prémices de la modernité
Marcella Lista (Musée du Louvre)

Moderation: Godehard Janzing (Centre allemand d’histoire de l’art, Paris)

15:00 Uhr
Silences du noir
Anne Marie Christin (Université Paris Diderot, Paris 7)

16:00 Uhr
Vom Schweigen der Begriffe
Christine Abbt (Universität Zürich)

17:15 Uhr
Les voies du silence ou le silence est d’or: Arzack de Moebius
Pierre Fresnault-Deruelle (Université Paris 1, Panthéon-Sorbonne)