Ausstellungsbesprechungen

Jugend und Alter – frühe und späte Werke von Hannah Höch, bis 28. September 2008

Vor dreißig Jahren ist die Gothaerin Hannah Höch (1889-1978), eine der großen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts in Berlin gestorben. Zur Erinnerung an die vor allem mit Collagen berühmt gewordene DADA-Künstlerin zeigt das Schlossmuseum Gotha in seinem Hannah Höch-Kabinett derzeit die Ausstellung »Jugend und Alter«, die Höchs Schaffen explizit in frühen und späten Werken präsentiert.

Seit den 1990er Jahren konnte dank mehrerer Ankäufe des Schlossmuseums, durch die Förderung des Freistaats Thüringen und mit Hilfe von Schenkungen kontinuierlich eine Sammlung mit Werken Hannah Höchs aufgebaut werden, die nun einen weiteren erfreulichen Zuwachs erhielt.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung hatte Jochen Peter, der Vorsitzende des Freundeskreises Schlossmuseum Gotha e. V. jüngst die angenehme Aufgabe, dem Schlossmuseum mehrere Werke von und zu Hannah Höch zu übergeben. Großzügige Spenden der Mitglieder des Vereins ermöglichten die Schenkung an die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

Der »Gothaer Fackelzug«, ein Aquarell von 1906/08, und das Gemälde »Gotha vom Bodenfenster aus« (1904) sind Bilder, die die jugendliche Johanne malte. Beide Werke, so unterschiedlich sie auch in Form und Technik sind, zeigen die frühe Begabung der Künstlerin und ihr sicheres Gespür für Anordnung und farbige Gliederung der Komposition. Ist der Blick vom Bodenfester auf Schloss Friedenstein noch eine traditionell gehaltene Ölmalerei, zeigt sich der zwei Jahre später entstandene, stimmungsvolle Fackelzug im impressionistischen Stil.

Eva-Maria und Engelbert Dicken aus Wuppertal, die dem Schlossmuseum bereits 2005 eine bedeutende Schenkung von Hannah Höchs Kunstwerken zukommen ließen, übergaben den in einer renommierten Galerie erworbenen »Gothaer Fackelzug« dem Freundeskreis Schlossmuseum Gotha mit der Auflage, das Bild dem Hannah Höch-Kabinett zu übergeben. Dieser großzügigen Geste schloss sich die Nichte der Künstlerin, Eva-Maria Rössner aus Tübingen, an, als sie am Eröffnungstag der Ausstellung Hannah Höchs ältestes bekanntes Gemälde, »Gotha vom Bodenfenster aus« spontan dem Freundeskreis schenkte, der es dem Schlossmuseum weiterreichte.

»Besuch bei Hannah Höch«, Fotos des Fotokünstlers und Bildjournalisten Hans Jörg Schütt, als Foto-Edition herausgegeben von der Edition Aujourd´hui und sirius photokunst 2008, in nur 40 Exemplaren. Ende der 1960er Jahre traf der Bildkünstler mehrmals Hannah Höch in ihrem Refugium in Berlin Heiligensee anlässlich von Ausstellungseröffnungen. Diese Momentaufnahmen aus den späten Lebensjahren der in Berlin heimisch gewordenen Künstlerin vereint die Photo-Kassette BESUCH BEI HANNAH HÖCH mit 14 schwarz-weißen Foto-Porträts Hannah Höchs auf Baryt-Papier im Format 17,8 x 24 cm, in der Edition Aujourd\'hui und sirius photokunst 2008. Dank der Spendenbereitschaft der Mitglieder des Freundeskreises Schlossmuseum Gotha wurde die Nr. 1 der Edition erworben und wird in ihrer Gesamtheit und Anschaulichkeit im Jahre 2009 im Hannah Höch-Kabinett des Schlossmuseums Gotha gezeigt werden können.

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