Tagungen

Kolloquium: Bildgrenzen. Montage und visuelle Sinnproduktion, vom 1. bis 3. Februar 2011 in Paris

Das Kolloquium diskutiert zentrale Fragen, die sich im Rahmen des eikones Projekt-Moduls "Bildgrenzen und Bildfolgen" ergeben haben. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Prinzip Collage.

Das "Prinzip Collage", verstanden als als das Zusammentreten heterogener Bildfragmente zu einer neuen Konstellation, eröffnet bildimmanente Brüche, die von der Bildebene in die Dreidimensionalität überleiten. Indem die Collage Bildfragmente in einer eigenen räumlichen und zeitlichen Ordnung kombiniert, stellt sie ein gebrochenes, vieldimensionales Raum-Zeit-Gefüge her.

Immer wieder wurde argumentiert, dass die Collage aus einer fragmentierten, für die Moderne charakteristischen Wirklichkeitserfahrung resultiert habe. Dabei geriet allerdings aus dem Blick, dass sich Collage- bzw. Montagetechniken weder auf die Bildkünste beschränken lassen, noch dass sie ein spezifisch modernes Phänomen darstellen. Es handelt sich bei der Collage/Montage um eine Bild-Poiesis, die den monokularen perspektivischen Bildraum durch eine heterotopische Konstellation inkompatibler Bildfragmente ersetzt, deren Strukturprinzip– die Heterogenese – noch kaum hinreichend analysiert ist.

Weiterhin stellt sich die Frage nach einer Reflexion über die Wirksamkeit der visuellen Montage, die die gesamte Betrachtungserfahrung als eine "Gedächtnisarbeit" kennzeichnen könnte.

Programm (vorläufig)

Dienstag, 1. Februar 2011
18:00 h Andreas Beyer (Paris): Mur et encadrement

18:30 h Werner Spies (Paris): Le crime parfait. Les collages de Max Ernst

Mittwoch, 2. Februar 2011
Généalogies du montage, montage des connaissances
9:30 h Patricia Falguières (Paris): (Titel noch offen)

10:30 h Martin Müller (Berlin): Bilder der Montage und Montage der Bilder. Zur Erzeugung von Sinn im Bildprogramm der Encyclopédie

11:45 h Antonia von Schöning (Bâle): Montage diluvien et histoire naturelle

12:45-14 h Mittagspause

Faire voir: Montage et Display
14 h David Ganz (Konstanz/ Bâle): Montage zweiter Ordnung. Die Düsseldorfer Gemäldegalerie im Papiermuseum Pigages

15 h Philippe-Alain Michaud (Paris): (Titel noch offen)

16:15 h Luis Perez Oramas (New York): Parangolé Botticelli : pensée du montage et raison pratique de l’histoire de l’art. Forme transitionnelle et géométrie du Carnaval

17 :15h Filmvorführung « Coming Attractions » de Peter Tscherkassky (A 2010, 25 min)

Donnerstag, 3. Februar 2011
Cinéma et au-delà: montage et intermédialité
9:30 h Antonio Somaini (Gênes): Morphologie, généalogie, histoire. Le montage au delà du cinéma dans les écrits de S.M. Eisenstein

10:30 h Ute Holl (Bâle): Licht-Montagen. Zur Organisation des Wissens an den Rändern der Wahrnehmung

11:45 h Luc Vancheri (Lyon): Violence figurale du montage cinématographique : prolongements métapsychologiques

11 :45-14 h Mittagspause
Re-montage. Histoire, documents, pathos.

14 h Christa Blümlinger (Paris): Les opérations multiples de Peter Tscherkassky

15 h Angela Mengoni (Bâle):Re-monter l’archive. Intermédialité et travail de mémoire dans les Fotobilder de Gerhard Richter

15 :15 h Godehard Janzing (Paris): Formen der Entgrenzung. Bild und Gewalt in den « Quarante Tableaux » von Tortorel und Perrissin (1569/70)

16 :15 h Georges Didi-Huberman (Paris): Montage pathétique

Weitere Informationen

Veranstaltungsort: Salle Vasari, Institut National d’Histoire de l’Art, 2 Rue Vivienne, 75002 Paris