Tagungen

Kolloquium: Expertise. Das Kunsturteil zwischen Geschichte, Technologie, Recht und Markt, 16. und 17. Mai 2013 in Zürich

Die kennerschaftliche Begutachtung von Kunstwerken mit dem Ziel ihrer Authentifizierung ist eines der Kerngeschäfte der kunstwissenschaftlichen Praxis und deshalb von hoher kunsthistorischer und ökonomischer Relevanz. Dies tritt immer dann besonders augenfällig in Erscheinung, wenn Fehlurteile zu Störungen im Getriebe des Kunstmarkts führen und die Frage nach den richtigen Methoden der Wahrheitsfindung über die Medien an die Öffentlichkeit getragen wird. Die Tagung will Fachleute und Studierende insbesondere aus den Bereichen Kunst, Kunstwissenschaft, Kunsttechnologie, Recht und Kunstmarkt zusammenführen, um eine interdisziplinär angelegte Suche nach Erkenntnissen und gemeinsamen Handlungsstrategien zu unternehmen.

Programm

  • Donnerstag, 16. Mai 2013

1. Session: Geschichte und Methodologie der Kennerschaft
Moderation: Nicolas Galley, Director of Studies, Executive Master in Art Market Studies, Universität Zürich / Tristan Weddigen, Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Neuzeit, Kunsthistorisches Institut, Universität Zürich

13.00 Uhr
Roger Fayet, Direktor, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Zürich
Begrüßung und Einführung


13.15 Uhr
Jan Blanc, Professeur d’histoire de l’art de la période moderne, Université de Genève
»Une histoire de nos erreurs personnelles«: pour une psychanalyse de l’expertise artistique

14.00 Uhr
Vincent Chenal, Doctorant, Unité d’histoire de l’art, Université de Genève
Polémiques et contestations publiques de l’expertise dans le marché de l’art et les musées de 1800 à 1850

14.45–15.15 Uhr: Kaffeepause

15.15 Uhr
Ariane Mensger, Kunsthistorikerin, Heidelberg
Frühe Kennerschaft. Kontext, Selbstverständnis und Methode

16.00 Uhr
Antoinette Friedenthal, freischaffende Kunsthistorikerin, Berlin
Marktwissen – Wissenschaft. John Smith und sein »Catalogue raisonné of the works of most eminent Dutch, Flemish and French painters« (1829-42)

16.45 Uhr
Meike Hopp, Provenienzrecherche-Projekt »Rudolf von Alt. Zeichnungen und Aquarelle«, Staatliche Graphische Sammlung München
»Sens unique – Sens Pratique«: Die Expertise in der Krise 1930

17.30 Uhr: Aperitif

18.30 Uhr: Abendvortrag
Pascal Griener, Professeur, Institut d’histoire de l’art et de muséologie, Université de Neuchâtel
The Conflict of the Faculties. The old masters under scrutiny (end of the XIXthc - beginning of the XXthc)

  • Freitag, 17. Mai 2013

2. Session: Expertise. Rechtliche Anforderungen und Rechtsfolgen
Moderation: Mischa Senn, Zentrum für Kulturrecht (ZKR), Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)

9.30 Uhr
Mischa Senn, Professor, Zentrum für Kulturrecht (ZKR), Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)
Einführung in die rechtlichen Fragestellungen

9.45 Uhr
Wolfgang Ernst, Professor, Rechtswissenschaftliches Institut, Zentrum Kunst und Recht, Universität Zürich
Das Kunstgutachten im Spannungsfeld der Interessen – eine juristische Sicht

10.15–10.45 Uhr: Kaffeepause

10.45 Uhr
Katharina Garbers-von Boehm, Rechtsanwältin, CMS Hasche Sigle, Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern, Berlin
Der gute Glaube an die kunsthistorische Expertise: Lehren, die die Praxis aus den jüngsten Fälschungsskandalen ziehen kann

11.15 Uhr
Henriette Küffer, Fürsprecherin, Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich
Die Expertise – fleissige Dienerin oder wahre Königin der Strafjustiz? Überlegungen zur Rolle der Expertise im schweizerischen Strafverfahren anhand eines gefälschten Manets

11.45–12.30 Uhr: Schlussdiskussion

12.30–13.30 Uhr: Mittagspause

3. Session: Kennerschaftliche Praxis
Moderation: Regula Krähenbühl, Leiterin Wissenschaftsforum, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Zürich

13.30 Uhr
Markus Küffner, Dipl. Restaurator, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Zürich
Authentizitätsprüfung: Ein Zusammenspiel der Disziplinen

14.15 Uhr
Floria Segieth-Wülfert, Dipl. Restauratorin, Mitglied Wissenschaftlicher Beirat, Alexej von Jawlensky-Archiv AG, Locarno
Echtheitsbestimmung und Fälschungserkennung von Kunst und Kulturgut als interdisziplinäre Aufgabe und Herausforderung

15.00–15.30 Uhr: Pause

15.30 Uhr
Barbara Nägeli, Expertisen und Schätzungen, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Zürich
Das Auge ist der Richter? Der Kennerblick in der Kritik

16.15 Uhr
Payal Arora, Assistant Professor in International Communication and Media / Filip Vermeylen, Associate Professor in Cultural Economics
Faculty of History, Culture and Communication, Erasmus University Rotterdam
Are we all connoisseurs now? The changing landscape of art expertise in the Web 2.0 era

17.00 Uhr: Aperitif

18.00 Uhr: Ende des Kolloquiums

weitere Information

Anmeldefrist: 08. Mai 2013 per E-Mail an sik@sik-isea.ch oder per Fax an +41 44 381 52 50.
Die Kolloquiumsgebühr beträgt Sfr. 150.00 (Einheitspreis für beide Tage), ermässigt Sfr. 80.00 für Alumni der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK und der Universität Zürich.
Der Betrag ist im Voraus auf das Konto der Stiftung SIK-ISEA bei Credit Suisse AG, 8070 Zürich, zu überweisen (IBAN CH76 0483 5030 8188 4100 0, BIC CRESCHZZ80A, Vermerk «Expertisen-tagung») bzw. bei der Registrierung am ersten Kolloquiumstag bar zu bezahlen.
Für Studierende, Mitarbeitende der Universität Zürich, der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und von SIK-ISEA sowie für Mitglieder der VKKS und des SKR ist die Teilnahme kostenlos.

Weitere Informationen finden sie hier