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Kunst-Festival "EAT ART: Das große Fressen"

Bildende Künstler, Performer und eine Sängerin werden vom 8. bis 10. Mai 2011 drei der kleineren Nebenhallen im Bahnhof Rotunde Bochum in synästhetische Erfahrungsräume verwandeln, die zur kulturgeschichtlichen Auseinandersetzung mit dem Thema "Lebensmittel als Kunstmaterial" einladen. So wird die Materialität, der Geruch und das Verwesen von Essbarem durch die kulinarische Bespielung des industriekulturellen Backsteinbaus mit dessen Härte konfrontiert.

Inspiriert durch die Eat Art der 1960er Jahre von Daniel Spoerri, Dieter Roth und Hermann Nitsch, die Opulenz altholländischer und barocker Speisen-Stillleben oder in Anlehnung an das berühmte Abendmahl-Fresko da Vincis (Performance: Dorota Emondts), stehen kulturgeschichtliche Fragen im Fokus: Wir Menschen selbst sind Leib. Welche Position beziehen wir zur massenhaften Tötung von Lebewesen und zur industriellen Produktion von Lebensmitteln, die wir uns einverleiben? Und wer kann am Konsum der medial präsentierten Hochglanz-Gerichte überhaupt teilnehmen?

Bevor die Ausstellung jedoch zur Kritik an kultureller Praxis auffordert, soll im Rahmen einer "runden Tafel" mit warmem Buffet aus dem Libanon für 30 bis 50 Gäste die Lust am Speisenverzehr gefeiert werden. Die aus Amsterdam eingeladene Künstlerin Emke Idema und der Bochumer Jörg Abel haben auf diesen Kontext mit ihren eigens entwickelten, 60-minütigen Performances und Installationen reagiert. Es wird Kunst zu entdecken geben, die aus Speisen/Eßprodukten besteht oder Kunst, in der Speisen/Eßprodukte und deren Verwendung dargestellt werden. So bezieht Monika Ortmann ihre Raum-Installation "Tafelbewegung" auf die Bochumer Suppenküche, die sich unterhalb ihres Ateliers befindet.

Zum Programm gehören ferner der Filmklassiker "Das große Fressen" aus dem Jahr 1973, eine Lesung, Installationen, Lounge & Cocktails und Video.

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