Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst im Saarland im Dezember 2013 / Januar 2014

Langsam geht das Jahr 2013 seinem Ende entgegen und so haben die saarländischen Galerien und Museen für die Adventszeit und das Neue Jahr noch einmal tief in die Kunstschatztruhe gegriffen. Verena Paul hat Ihnen einige Ausstellungshighlights zusammengestellt.

Kunst im Saarland
Kunst im Saarland


Im Westen viel Neues

Mit der Ausstellung »Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten« sind vom 8. Dezember 2013 bis 28. Februar 2014 in der galerie m beck (Schwarzenacker/Homburg) die Arbeiten von Reinhard Roy, Till Heim und Hermann Heintschel zu sehen. Die Präsentation umfasst mit den Werken von Reinhard Roy die zeitgenössische konkrete Kunst und mit den Arbeiten von Till Heim die aktuellen Tendenzen der europäischen Streetart. Mit den frühen Druckgrafiken und Einzelwerken von Hermann Heintschel schließt sich in der Ausstellung der Kreis.

Die Galerie Kulturzentrum Saalbau in Homburg präsentiert mit »Transparenz. Alles klar« bis zum 22. Dezember 2013 die Werke Homburger Künstler und Künstlerinnen. Das multimediale Angebot reich hierbei von Malerei und Grafik über Kalligrafie, Collage, Fotografie, Keramik-, Objekt-, Metall-, Glas- und Computerkunst bis hin zur gleichsam schwebenden Installation. Besonders spannend ist zu beobachten, wie die Kunstschaffenden in den unterschiedlichen Techniken auf das Thema der »Transparenz« antworten, auf welche Art und Weise sie das sichtbar machen, was eigentlich dem Auge verborgen zu sein scheint. Ein Besuch lohnt!

Schloss Fellenberg in Merzig zeigt bis 12. Januar 2014 die Ausstellung »Château Sauvage«. Aus Anlass des fünfzigjährigen Bestehens des Élysée-Vertrages haben die Mitglieder des Saarländischen Künstlerbundes, Johannes Lotz, Volker Sieben und Mane Hellenthal französische Künstlerfreunde eingeladen, mit denen sie sich künstlerisch verbunden fühlen. Dies sind: Eric Corne, Damien Deroubaix, François Génot sowie Jérôme Zonder. Die Ausstellung im deutsch-französischen Jubiläumsjahr gewährt Einblick in eine spannende Konstellation künstlerischer Positionen, die überraschende Überschneidungen, aber auch spannende Unterschiede erkennen lassen. Absolut sehenswert!

Bis 5. Januar 2014 zeigt die Moderne Galerie des Saarlandmuseums mit »Rembrandt – Die Radierungen« Arbeiten eines der wichtigsten Künstler in der abendländischen Kunstgeschichte. Im Gegensatz zur höfischen Kultur des 17. Jahrhunderts steht das Werk Rembrandts für eine bürgerlich geprägte Kunst, die zeitgleich mit der enormen Prosperität der niederländischen Republik neue Akzente setzte. Neben den Radierungen Rembrandts wird in der Ausstellung – mittels einer Auswahl aus den Grafik-Beständen des Saarlandmuseums (etwa von Max Liebermann, Lovis Corinth oder Max Slevogt) – ein Blick auf die Rembrandt-Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert geworfen. Zeit für diese Ausstellung sollten Sie sich bei einem Besuch in Saarbrücken auf jeden Fall einplanen!

Bis 31. März 2014 dokumentiert das Saarlandmuseum mit seiner Präsentation »2000+ Neu im Saarlandmuseum«, dass eine seiner vornehmsten Aufgaben die des Sammelns ist. Die ausgewählten Neuerwerbungen arrondieren den Kunstbesitz und schlagen Brücken zwischen den einzelnen Schwerpunkten des Bestands. Zahlreiche Ankäufe und Schenkungen der vergangenen Jahre lagern dabei in den Depots der Modernen Galerie. In der Phase des Wechsels und Übergangs, in welcher das Saarlandmuseum sich gegenwärtig befindet, bietet sich die Gelegenheit, die markantesten dieser unbekannten Zuwächse des neuen Jahrtausends vorzustellen und damit zugleich einen Ausblick auf das künftig neu zu erlebende Spektrum hochkarätiger Gegenwartskunst im Vierten Pavillon zu geben. Werke verschiedenster Gattungen, Formate und Medien vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart hinein werden sich in den Sammlungsräumen der Modernen Galerie und dem Kinderkunstlabor im Untergeschoss zu spannenden Konstellationen fügen. Eine Ausstellung, auf die Sie sich freuen dürfen!

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Mit »Albert Weisgerber – Märchen der Brüder Grimm« stellt die Alte Sammlung des Saarlandmuseums bis 16. März 2014 die Illustrationen des 1878 in St. Ingbert geborenen und 1915 bei Fromelles in Flandern gefallenen Albert Weisgerbers ins Zentrum. Nahezu vollständig sind die Originalblätter zu einer Buchausgabe der Grimmschen Märchen in der grafischen Sammlung des Saarlandmuseums erhalten. Die Ausstellung fördert mit dem Märchen-Konvolut einen langgehegten Schatz zutage und ermöglicht spannende Einblicke in den Weisgerberschen Jugendstil um 1900. Ein echter Geheimtipp!

Empfehlen möchte ich Ihnen weiterhin den »Kunstpreis Robert Schuman 2013«. Seit 1991 vergeben die QuattroPole-Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis Robert Schuman. Ausstellungsorte sind dieses Jahr die Stadtgalerie Saarbrücken, die Johanneskirche und die K4-Galerie in Saarbrücken. Dort werden die Werke von insgesamt 16 Künstlern und Künstlerinnen präsentiert: Claire Barthelemy, Jeff Desom, Misch Feinen und Christian Frantzen aus Luxemburg, Hélène Doub, Guillaume Barborini, Jingfang Haoun Lingjie Wang und Elodie Lanotte aus Metz, Armin Rohr, Leslie Huppert, Sounds Like Paint (Christof Thewes / Volker Sieben), Mert Akbal aus Saarbrücken sowie Sebastian Böhm, Florian Luxenburger, Judith Spang und Laurent Steinmayer aus Trier.

Vom 5. Dezember 2013 bis 12. Januar 2014 zeigt das Saarländische Künstlerhaus in der Galerie die Ausstellung »The withdrawing room« mit Werken des Belgiers Stephan Balleux, der sich mit der Rolle des Bildes in einer technologisch fortschrittlichen, virtuell auf Geschwindigkeit gedrillten Zeit auseinandersetzt. Bei seinen Misch-Formaten verwendet der Künstler Spezialeffekte sowie computergenerierte Werke, Zeichnungen, Gemälde, Plastiken, Videos, Fotografien usw. Parallel dazu wird im Studioblau Balleux’ Soundinstallation »Mantra« präsentiert sowie im Studio die BBK-Jahresausstellung »Marseille en Sarre – Saarland in Marseille« mit Werken von Gabi Wagner und Ingrid Lebong.

Am Saarbrücker Schlossplatz präsentiert das Saarlandmuseum bis 31. Dezember 2013 die Lichtinstallation »Gelb Rot Blau« des Künstlers Michael Seyl. Mit dieser Arbeit lotet der Künstler das Phänomen des farbigen Lichts aus, wie es im Innern der Saarbrücker Schlosskirche mit ihren prägnanten Meistermann-Fenstern zu erleben ist. Durch die Illuminationen der Fassaden des Museumsgebäudes am Schlossplatz eröffnet Seyl einen neuen Blick auf das vermeintlich vertraute Gebäude. Ist der Zyklus der Glasfenster gemeinhin – im Innenraum – in seiner Gesamtheit erlebbar, so rückt die Lichtinstallation das einzelne Kunstwerk in der nächtlichen Außenansicht in den Blickpunkt des Betrachters.

Nicht versäumen möchte ich, Ihnen die »Straße der Skulpturen« zu empfehlen, die auch in den Wintermonaten ein wunderbares Ausflugsziel darstellt. Sie wurde im Jahr 1971 von dem saarländischen Bildhauer Leo Kornbrust initiiert und führt von Sankt Wendel bis zum Bostalsee. Inzwischen haben fast 60 Skulpturen entlang des circa 25 km langen Teilstücks des Saarland-Rundwanderwegs ihren Platz gefunden. Diese Werke, die mit der Landschaft auf beeindruckende Weise verschmelzen, sind jedoch nicht nur eine Augenweide, sondern auch kleine Mahnmale. Schließlich ist die »Straße der Skulpturen« dem von den Nationalsozialisten ermordeten deutsch-jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich gewidmet, der bereits in den 1930er Jahren die Idee zu einer die Völker verbindenden Skulpturenstraße entwickelte.

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Bis 15. Juni 2014 können die Besucher in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte mit »Generation Pop – hear me! feel me! love me« die facettenreiche Welt der Popkultur entdecken. In der Kunst ist Pop die Abkehr von der Abstraktion und der Erfindung der Welt. Pop ist aber auch – und das zeigt die Ausstellung – Beat und Rock 'n' Roll und er ist mitbestimmend in Fernsehen und Film. Spannend ist hierbei das Aufeinanderprallen von schriller Popwelt und Industrieanlage.

Bis 26. Januar 2014 empfängt das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen die Besucher mit seiner Schau »Tatort Dallas. Das Attentat auf John F. Kennedy«, die anlässlich des 50. Todestages John F. Kennedys konzipiert worden ist. Dabei wird einerseits an die Geschehnisse in Dallas am 22. November 1963 erinnert, indem zahlreiche Originalzeitungen, die über das Attentat berichteten, präsentiert werden. Andererseits zeigt die Ausstellung auf, welcher Kult um die Person des einstigen Präsidenten der USA betrieben wurde.

»Es treibt der Wind im Winterwalde / Die Flockenherde wie ein Hirt, / Und manche Tanne ahnt, wie balde / Sie fromm und lichterheilig wird, / Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen / Streckt sie die Zweige hin - bereit, / Und wehrt dem Wind und wächst entgegen / Der einen Nacht der Herrlichkeit.« Mit diesen Versen des Rilkeschen Gedichts »Advent« möchte ich mich von Ihnen für dieses Jahr verabschieden und Ihnen einen besinnlichen Advent, ein frohes Weihnachtsfest sowie einen guten Start in das Neue Kunstjahr 2014 wünschen! Ihre Verena Paul