Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Düsseldorf März/April 2014

Mit dem neuen Leitthema »Über das Morgen hinaus« startet 2014 die Quadriennale in Düsseldorf. Dementsprechend erzählt jede der insgesamt 13 Ausstellungen eine Geschichte von der Zukunft. Auch im Vorfeld der Quadriennale eröffnen in Düsseldorf weitere sehenswerte Kunstausstellungen. Nina Loose gibt einen Überblick über die Highlights.

Kunst in Düsseldorf
Kunst in Düsseldorf

Einmal den Rhein in Richtung Neuss überquert, gelangt man zur Langen Foundation, einem modernen, inmitten von Natur gelegenen Ausstellungshaus. Hier erlebt man die ortsgebundene Installation »Topo« der US-Künstlerin J. Parker Valentine (*1980). Aus gezeichneten, skulptierten, fotografierten wie auch gefilmten Arbeiten wurde »Topo« eigens für den Japanraum der Langen Foundation konzipiert. So gibt es teilweise erkennbare Bezüge auf die von Viktor und Marianne Langen erworbene japanische Sammlung. Für J. Valentine Parker, die in New York lebt und arbeitet, ist dies ihre erste institutionelle Soloschau innerhalb Europas.

Eines der ältesten Motive westlichen Kunstschaffens bildet unstreitig die Frau; sie ist Aktmodell, Muse oder Geliebte des Künstlers. In der Galerie Ludorff erlebt man anhand von 36 Frauenporträts, welchem Wandel das moderne Frauenbild seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis heute unterlag. Dieses bunte Panorama reicht von der Caféhaus-Szene Lesser Urys, »L’Heure bleue« (nach 1889), über mehrere Skulpturen und Holzschnitte namhafter Expressionisten bis hin zu Positionen der zeitgenössischen Kunst. Auch der aktive Beitrag von Frauen, etwa von Marie Laurencin (1883-1956) oder Cornelia Schleime (*1953), wird angemessen berücksichtigt.

Eine Hauptattraktion der Quadriennale 2014 dürfte die Themenschau »Unter der Erde. Von Kafka bis Kippenberger« im K 21 der Kunstsammlung NRW sein. Zugrunde liegt dieser Ausstellung ein Literaturfragment Franz Kafkas, »Der Bau«, das die Topographie des Unterirdischen schildert. Der Untergrund stellt genauso ein Refugium dar wie eine Gefahr, er kann den Menschen ebenso beschützen wie er ihn bedrängen kann. Verbunden mit teils utopischen, teils anti-utopischen Projektionen, tritt diese Ambivalenz in Werken von u.a. Max Ernst, Thomas Schütte und Roni Horn hervor.

Vom Alten Hafenbecken in den Ehrenhof: Anlässlich der Quadriennale zieht das Filmmuseum mit seiner Sonderschau »Visionen und Alpträume — Die Stadt der Zukunft im Film« ins NRW-Forum. Diese führt dem Besucher filmische Zukunftsvisionen aus einer Zeitspanne von rund hundert Jahren vor und zeigt: Seit den 1920er Jahren haben Prozesse in der Gesellschaft, den Künsten und der Technik das Medium Film unaufhörlich geprägt. Umgekehrt wirkten Science-Fiction-Streifen wie »Total Recall« oder »Star Trek« inspirierend auf die eine oder andere technische Errungenschaft ein.

Im KIT — Kunst im Tunnel entsteht zur Quadriennale 2014 ein interaktiver Parcours, entworfen und installiert von der jungen Künstlerin Pauline M’Barek (*1979). Die gebürtige Kölnerin taucht den schlauchartigen Ausstellungsraum in ein Halbdunkel, das nur von einigen gezielten Lichtprojektionen und Spiegelflächen erhellt wird. Hier ist neben dem Sehsinn also besonders der Tastsinn gefragt, was bereits im Ausstellungstitel »Der berührte Rand« anklingt. Konkret soll der Besucher die diffusen Raumgrenzen, und damit seine eigene räumliche Wahrnehmung, ausloten.