Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Frankfurt am Main Dezember 2013 / Januar 2014

Die Frankfurter Kunstlandschaft wartet in der Zeit des Jahreswechsels mit einigen Highlights auf, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Anett Göthe hat den Überblick.

Kunst in Frankfurt
Kunst in Frankfurt

So möchte ich an dieser Stelle insbesondere auf die Ausstellung »Dürer. Kunst – Künstler - Kontext« hinweisen, die noch bis zum 2. Februar2014 im Städel Museum zu sehen ist. Die etwa 280 Werke umfassende Sonderschau zeigt das Schaffen des bedeutenden deutschen Meisters Albrecht Dürer (1471-1528) in der Vielfalt seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und präsentiert sowohl Tafel- und Leinwandbilder, Handzeichnungen und Druckgrafik als auch eigens verfasste und illustrierte Bücher. In der Ausstellung werden Dürers Arbeiten in den historischen Kontext ihrer Entstehung gestellt. Da sie ein wahrer Publikumsmagnet ist, empfiehlt es sich die Tickets bereits vor dem Besuch online zu buchen.

Die physischen Leiden und Qualen des modernen Menschen stehen in der aktuellen Ausstellung »Géricault. Bilder auf Leben und Tod« der Schirn Kunsthalle im Mittelpunkt. Es ist die erste Einzelausstellung des französischen Malers der romantischen Schule Théodore Gericault (1791-1824) in Deutschland. Die von existenziellen Situationen, wie Wahnsinn, Krankheit, Leiden und Tod auf ganz neuartige Weise erzählenden Darstellungen sind noch bis zum 26. Januar 2014 zu sehen.

Ebenfalls in der Schirn Kunsthalle wird bis zum 2. Februar 2014 die Ausstellung »Philip Guston. Das große Spätwerk« gezeigt. Guston, der in der New Yorker Kunstszene der 50/60er Jahre um Jackson Pollock, Willem de Kooning und Mark Rothko als bedeutendster Vertreter des amerikanischen Abstrakten Expressionismus galt. Am Ende der 60er Jahre wendete er sich jedoch von der Malerei des abstrakten Expressionismus ab, um nach einer kurzen Schaffenspause wieder zu zeichnen und schließlich zu einem symbolhaltigen Realismus von erschütternder Ausdruckskraft zu kommen. Die Bilder dieser Zeit sind bis heute die bekanntesten seines Gesamtwerks, die die Schirn in ihrer Ausstellung mit einer Auswahl von 40 Arbeiten würdigt.

Die Ausstellung »Künstlerin sein!« im Museum Giersch stellt drei unterschiedliche Lebenskonzepte von Künstlerinnen aus dem Rhein-Main Gebiet am Anfang des 20. Jahrhunderts vor. Die Biografien und künstlerischen Arbeiten der Malerinnen Ottilie W. Roederstein und Maria von Heider-Schweinitz sowie der Bildhauerin Emy Roeder zeugen davon, dass der Lebensweg und der Beruf der Künstlerin am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts keinesfalls selbstverständlich war und mit vielen Entbehrungen und einem hohen Durchsetzungsvermögen einherging. In den zahlreichen kleinen Räumen der Museumsvilla Giersch werden insgesamt 120 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen – monografisch und nach Themen geordnet – präsentiert. Ottilie W. Roedersteins markanter Malstil besticht durch die klare, sachliche, zugleich jedoch auch einfühlsame und repräsentative Darstellungsweise. Ganz dem Expressionismus verschrieb sich die Bildhauerin Emy Roeder mit ihren eindrucksvollen Skulpturen. Aufgrund ihrer expressionistischen Formensprache galt ihre Kunst während des Nationalsozialismus als „entartet Wegen ihrer bedingungslosen Expressivität konnte Maria von Heider-Schweinitz währen der Zeit der Nationalsozialisten nur im Privaten arbeiten. Versuche, nach Kriegsende als Malerin öffentlich Fuß zu fassen, scheiterten. Ihr bisher wenig beachtetes Werk stellt eine besondere Entdeckung dar.

Fortsetzung von Seite 1

Das MMK Zollamt zeigt in zwei aufeinanderfolgenden Ausstellungen die Arbeiten der Stipendiaten der Jürgen-Ponto-Stiftung der Jahre 2010/11 und 2012/13, die regelmäßig verliehen werden. Bis zum 8. Dezember 2013 ist noch die Ausstellung »David Polzin. Obst und Gemüse« zu sehen. Polzin setzt eine Abfolge von gebauten und begehbaren Räumen in die bestehende Architektur ein. Dabei untersucht er die soziale Funktion von Architektur und ihre psychologischen Wirkungen, die sie auf das Individuum ausübt. In der anschließende Ausstellung »Jeronimo Voss. Phantasmagorical Horizon« vom 14. Dezember 2013 – 12. Januar 2014 wird Voss seine auf der documenta 13 präsentierte Planetariums-Show „Die Ewigkeit durch die Sterne“ in eine Museumsarchitektur übersetzen.

Ab dem 6.Dezember 2013 zeigt die AustellungsHalle in der Schulstraße 1A in Sachsenhausen Fotografien aus Frankfurt am Main (1948-1958), Paris und Portraits von Erika Wachsmann (1903-1997). Die Fotos geben eindrucksvolle Einblicke in das Frankfurter Leben nach dem Krieg.

Die märchenhaften Bilder von Ana Kapor, die aktuell Nathalia Laue in ihrer Galerie im Frankfurter Westend zeigt, sind verborgene Refugien. Ihre Bilder zeigen Orte der Ruhe und Stille, die aber auch eine unheimliche Spannung in sich tragen. Schönheit und Atmosphäre sind die bestimmenden Elemente ihrer Malerei. Die Ausstellung mit dem Titel »Märchenräume« in der Galerie Nathalia Laue ist noch bis zum 18. Januar 2014 zu sehen. Anlässlich der Ausstellung erscheint eine illustrierte Ausgabe von Oscar Wildes Kunstmärchen »Der selbstsüchtige Riese« mit Bildern von Ana Kapor.

Ein spannendes und entdeckungsreiches Kunstjahr neigt sich dem Ende entgegen. Bald starten wir in ein neues Jahr, das uns sicherlich viele neue Kunstereignisse und sehenswerte Ausstellungen bringen wird. Ich freue mich schon darauf, Sie auch im neuen Jahr auf die Reise durch die Frankfurter Kunstszene begleiten zu dürfen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesundes und gutes neues Jahr!