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Kunst in Hamburg April/Mai 2016

Die warme Jahreszeit kommt nach Hamburg und bringt neue Ausstellungen mit. Besucher können Kunst bestaunen, die von Malerei, Zeichnung und Porträtkunst bis hin zu Objektkunst reicht.

Kunst in Hamburg
Kunst in Hamburg

Raymond Pettibon zählt seit den achtziger Jahren zu den bedeutendsten zeitgenössischen Vertretern der konzeptionellen Zeichnung. Er gestaltete im Selbstverlag publizierte Hefte, Konzertflyer und Plattencover für Bands wie Black Flag, Foo Fighters oder Minutemen. Die Sammlung Falckenberg präsentiert in der Ausstellung »Retrospektive« Pettibons überwiegend in Tusche ausgeführten Zeichnungen noch bis 11. September.

Das Altonaer Museum präsentiert das breite Oeuvre des Hamburger Ausnahmekünstlers Horst Janssen (1929-1995) bis 3. Juli. In der Ausstellung trifft Vertrautes, wie Selbstbildnisse und Blumenstillleben auf unbekannte Werke, wie beispielsweise Polaroids, Skizzen oder illustrierte Korrespondenz. Auf sechs Themeninseln tauchen im Morgendunst unter anderem Janssens Wirkungsorte oder seine Entourage auf und verdichten sich zu dem »Horst-Janssen-Archipel«.

Der ehemalige Meisterschüler von Georg Baselitz, Daniel Mohr (* 1976), verweist in seinen Werken kompositorisch auf Arbeiten von Francisco de Goya oder Paul Klee. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die malerische Behandlung: Die Motive – Landschaften, Parks oder der Maler bei der Arbeit in der Natur –, die in alltäglichen Szenen von scheinbar entrückten Welten erzählen, fließen zwischen Ölmalerei und Aquarell von lockerer Transparenz bis zu opaker Dichte. Die Levy Galerie zeigt ab 26. April neue Arbeiten des Künstlers.

Die künstlerische Alternativszene erhielt in den 1980er Jahren durch lautstarke Proteste und irritierende Provokationen internationale Anerkennung. Ein Meilenstein dieser Subkultur wurde 1981 geschrieben: Im Berliner Tempodrom feierten rund 1400 Besucher das bewusst verkehrt geschriebene Festival »Geniale Dilletanten«. Die gleichnamige Ausstellung im MKG zeigt Videos, Fotos, Musik, Magazine, Plakate, Modeobjekte sowie einen eigens produzierten Interviewfilm bis zum 1. Mai.

Seit über 500 Jahren lassen sich Menschen in Hamburg porträtieren, werden gemalt, gezeichnet oder fotografiert, im Scherenschnitt dargestellt oder als Büste modelliert. Die erste gemeinsame Ausstellung des Hamburg Museums, des Altonaer Museums und des Museums der Arbeit präsentiert HamburgerInnen in ihren Porträts und aus ganz unterschiedlichen Lebens- und Wirkungsbereichen. Bis 22. Mai ist die Ausstellung »Hamburg ins Gesicht geschaut. Portraits aus fünf Jahrhunderten« im Hamburg Museum zu sehen.

Unbedingt anfassen! Das ist der erste und nie nachlassende Impuls, den Willi Sibers abstrakte Arbeiten ausstrahlen. Schimmernde Chromlack-Oberflächen und zartfarbige, filigrane Epoxidharz-Formen sprechen den Tastsinn ganz unmittelbar an, sie geben den Werken Transzendenz und Emotionalität. Die Ausstellung »Exacte Phantasie« in der Stern-Wywiol Galerei zeigt Objekte des Künstlers bis zum 25. Juni.