Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Hamburg Juli/August 2014

In der Ferienzeit herrscht in vielen Hamburger Galerien und Ausstellungsinstitutionen Sommerpause. Dennoch gibt es in der Hansestadt auch im Juli und August ausreichend Gelegenheiten für Daheimgebliebene, Zugereiste und Interessierte, Ausstellungen zu besuchen. Die ausgestellten Werke holen sogar ein wenig Sommerfeeling in die hektische Großstadt: entdecken Sie bei einem Rundgang durch die Hamburger Galerien Landschaftsaufnahmen aus Italien und England sowie Acrylbilder auf Surfbrettmaterial. Freya Leonore Niebuhr sagt Ihnen, wo es was zu sehen gibt.

Kunst in Hamburg
Kunst in Hamburg

Die Sammelausstellung mit dem Titel »Diamonds and Pearls« in der Galerie Evelyn Dewes zeigt Werke von Studierenden der Kunstakademie Münster. Unter der Leitung ihrer Professorin Ayșe Erkmen haben die Künstlerinnen und Künstler der Bildhauerklasse zwei- bis dreidimensionale Skulpturen erschaffen, die nun in der Galerie Evelyn Drewes zu sehen sind.

In der Wahl der Themen und Materialien waren die Studierenden frei, doch sollen ihre Arbeiten den gesellschaftlichen Wert von Luxusgütern kritisch in Frage stellen. Der Ausstellungstitel wurde in Anlehnung an den Song- und Albumtitel der Popgruppe Prince ausgewählt und soll ausdrücken, dass jede Arbeit als eine einzelne Perle in einer zusammenhängenden Kette vieler Perlen zu verstehen ist. Sehenswert für alle, die sich nicht nur für Malerei interessieren.

Freunde norddeutscher Kunst können ab dem 5. Juli die Ausstellung »Sommergäste - Hamburg« in der Galerie Herold, die neben ihrem Standort in Hamburg auch eine Dependance in Kampen auf Sylt betreibt und sich thematisch ausschließlich norddeutscher Kunst widmet, ansehen. Bis zum 6. September 2014 sind in der Galerie in den Hamburger Colonnaden Werke verschiedener Künstler u.a. Dieter Glasmacher, Karin Witte, K.R.H. Sonderborg, Will Maclean, Michael Ramsauer u.v.m. ausgestellt

Die Galerie Renate Kammer hat ihren thematischen Schwerpunkt auf Pop Art, Fluxus und internationaler zeitgenössischer Kunst. Bis zum 9. August sind dort Arbeiten auf Papier von Kaolin Mashio, Hilka Nordhausen, Bettina Sefkow, Beate Wassermann, Nobuko Watabiki zu sehen.

Die Arbeiten werden unter dem Ausstellungstitel »5-BLÄTTRIG | Fünf Positionen auf Papier« ausgestellt und haben Gemeinsamkeiten bezüglich ihrer Farbe, ihrer Leichtigkeit, der Poesie, die sie ausstrahlen und natürlich ihrem thematischen Bezug zur Natur. Die Arbeiten sind hinsichtlich ihrer Machart vielfältig. Sie muten teils grafisch an, bestehen mitunter bloß aus Konturen doch sind auch flächenfüllende Motive dabei, die z.B. Struktur visualisieren.

Armin Völckers und Hans Hushan sind Maler und seit langem persönlich befreundet. Ihre Arbeiten hingegen sind eher von gegensätzlichem Charakter wie die Ausstellung »Contradiction« beweist. Völckers verleiht seinen Gemälden, die hauptsächlich Alltagssituationen zeigen, Ausdruck, in dem er sie farblich besonders ungewohnt gestaltet und Elemente integriert, die ihnen einen nahezu fantastischen Ausdruck geben. Hushan hingegen beschäftigt sich künstlerisch meist mit den Themen Natur und Form sowie Vergänglichkeit. Seine Arbeitsweise ist unkonventionell: er greift zu Acrylfarben und trägt seine Motive anschließend auf Surfbrettmaterial auf. Er laminiert die Schichten und collagiert sie vereinzelt mit Fotos bekannter Persönlichkeiten. Neben Gemälden der beiden Freunde präsentiert Anne Moerchen den Besuchern ihrer Galerie eine Auswahl an Werken von u.a. Royal Nebeker und Man Ray.

Foto- und Italienfans kommen bis zum 31. August in der Flo Peters Gallery auf ihre Kosten. Die Galerie präsentiert ausgewählte schwarz-weiß Fotografien der 1950er und 60er Jahre, die das Alltagsleben in italienischen und britischen Städten und Dörfern auf leichte, charmante Art und Weise dokumentieren.

An was denkt man wenn man Italien hört? An Vespas, alte Kunstwerke, an Kaffee, Mode. Bei England kommen einem rote Telefonzellen, die Palastwachen in ihrer traditionellen Uniform und Landleben in den Sinn. Ausgewählte Schnappschüsse von Fotografen verschiedener Herkunft u.a. von Robert Lebeck präsentieren diese kulturellen Stereotypen auf eindrucksvolle Weise.