Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Köln im November/Dezember 2010

Auch im November und Dezember warten die Kölner Galerien mit hervorragenden Ausstellungen auf. Wir haben einen kurzen Überblick mit Empfehlungen für Sie zusammengestellt.

Kunst in Köln
Kunst in Köln

Unter dem Titel "salustiano marta sanz" kommen in der Galerie 100 kubik - raum für spanische Kunst zwei Künstler in einem Dialog auf Papier zusammen, der die Gegensätzlichkeit ihrer zwei Temperamente aufzeigt: Salustiano ist für seine figürlichen Arbeiten und die vorherrschende rote Farbe in seinen Arbeiten international bekannt. Seine Papierarbeiten zeigen Porträts von Personen aus seinem Umfeld, die Stärke ausstrahlen und eine große Symbolik beinhalten.
In den grafischen Arbeiten von Marta Sanz bedient sie sich der klassischen Techniken und den modernsten Mitteln der Druckgrafik mit dem Ziel bei ihrer Arbeit Einzelstücke zu schaffen. Ihre Werke sind anregend, sensibel, frisch und von großem visuellem Anreiz.

Tobias Hauser verknüpft alle seine Motive mit Emotionen, flüchtigen Impressionen, Geschichten, Verunsicherungen und Behauptungen, die er in feste, bleibende Form setzt. Abgesehen von wenigen Ausnahmen, ist Holz (Linde oder Eiche) das Material aus dem er seine Skulpturen schält. Wobei ihn offenbar die mit diesem Material verbundenen Assoziationen - Wärme, Erdgebundenheit, Ökologie - wenig interessieren. Holz ist lediglich das Material in dem er abbildet: Tücher, Matrazen, Bomben, Architekturen, Köpfe, organische Strukturen usw.

Symbolhaft werden Fernsehstudios und Bühnenanlagen von Marina Gadonneix in Plätze der Abstraktion umgewandelt. Ihre Fotos bringen die Unwirklichkeit des Raumes hervor, ihre Funktionalität entfaltet sich an der Nahtstelle zwischen dem Figurativen und dem Abstrakten. Die Arbeiten von Gadonneix sind Dialoge zwischen Räumen, die sich allmählich auf die Grenze des Abstrakten zubewegen und dabei interessante Schnittpunkte zur Fotografiegeschichte und der Geschichte der Abstraktion bilden.

Tina Haase untersucht in ihren Arbeiten Alltagsgegenstände und Räume auf ihre plastischen und soziologischen Qualitäten, wobei Witz und Ironie, analytisches Kalkül und Leichtigkeit durch all ihre Werke schimmern.

Der 1960 in Köln geborene Künstler Heribert C. Ottersbach beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Verhältnis von Kunst, Ideologie und der Wahrnehmung von Geschichte. Das Fundament seiner Malerei bildet daher eine ideologiekritische Position.

Jede Arbeit von Keisuke Shirota beginnt mit einer Fotografie, einer von vielen zufälligen Aufnahmen, die der Künstler im Laufe der Zeit gemacht hat. Er sucht diese Arbeiten nicht aufgrund einer emotionalen Bindung an eine bestimmte Zeit oder Ort aus, die auf dem Foto festgehalten sind, sondern aufgrund der interessanten Zusammensetzung. Ohne eine genaue Erinnerung, wo das Photo gemacht wurde, ist es die Kombination aus einer vagen Erinnerung und Kreativität. Mit großem malerischem Geschick vermischt Shirota die farbige Realität mit farbloser Fiktion und schafft so ein zusammengehöriges Werk, das unser Erinnerungsvermögen sowie die Dokumentationseigenschaft der Fotografie in Frage stellt.