Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in München Mai/Juni 2015

Der Spätfrühling lockt nicht nur in die Münchner Parks und Gärten, nein, auch in den Galerien der Stadt tut sich einiges.

Kunst in München
Kunst in München

Junge Kunst aus Polen ist bis zum 16. Mai in der Galerie Klüser zu sehen. Natalia Załuska schafft mit ihren Gemälden minimalistische und nichtsdestotrotz vielschichtige Gebilde. Ihre intensive Beschäftigung mit Form und Materialität offenbart sich, wenn sie einfache Strukturen mit Material-Experimenten aufbricht: mit Collagen, Übermalungen, Einreißen oder Lackierungen. Dieser vielschichtige Prozess führt zu dem, was man in »Reduktion im Aufbruch« bewundern kann.

Nadja Verena Marcin zeigt mit » 01111010 01100101 01110010 01101111 01100111 01110010 01100001 01110110 01101001 01110100 01111001« nicht nur Sinn für Ausstellungstitel-Humor, sondern vor allem eine ungeheure Bandbreite weiblicher Figuren. Heldinnen, Verlorene im Weltall, exzentrische Herrscherinnen und andere bevölkern sind bis zum 22. Mai in der Galerie Donatz zu sehen. Die Videoarbeiten »Zero Gravity« und »Triple F« werden dabei ergänzt durch die Fotoserie »Cono sur«.

Mohamad-Said Baalbaki präsentiert seine Bilder unter dem Motto »Milk and Honey« in der Galerie Kampl noch bis zum 30. Mai. In seinen Kompositionen verarbeitet er seine Kindheits- und Jugenderinnerungen aus dem libanesischen Bürgerkrieg: Requisiten der Flucht sind allgegenwärtig.

Johannes Wende ist viel gelaufen: Mit Kamera und Schreibtischlampe vollzog er »Die Reise um mein Zimmer«, eine Parodie von Xavier de Maistre, nach. Er begibt sich – nein, nicht in die Ferne – sondern in das Nächstliegende und offenbart einen neuen, interessanten Blick auf das Altbekannte und (vermeintlich) Vertraute. Noch bis zum 10. Juni kann man sich in der Galerie Biedermann auf Expedition begeben.

Katharina Dietlinger malt Landschaften. Ob Bergansichten oder Details von Bäumen, ob ganze Wiesen oder einzelne Blumen – sie belebt mit ihren Bildern ein klassisches Genre wieder. Denn altbacken sind ihre Bilder eindeutig nicht, nein. Wer sich davon überzeugen will, kann sich bis zum 20. Juni in ihrer Ausstellung »Berg und Tal« in der DavisKlemmGallery umschauen.

Alf Lechner gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer in Deutschland und ist ein Schwergewicht: sein Material ist nämlich massiver Stahl, den er zu konkreten und konstruktiven Strukturen formt. Das geschieht nicht einfach so, nein Lechner plant seine Arbeitsschritte ganz genau. In der Walter Storms Galerie sind Skulpturen, aber auch Bilder noch bis zum 20. Juni zu sehen.