Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Wien April 2013

Die Wiener Galerien und Museen haben auch im April einiges zu bieten: Von Installationen aller Art bis hin zu Klangerlebnissen aus Island. Fanny Hauser hat sich für Sie umgesehen.

Kunst in Wien
Kunst in Wien

In der Wiener Secession beschäftigt sich Mathias Poledna in seiner Arbeit mit Fusionen zwischen Kunst und Unterhaltungskultur, der Moderne in Architektur, Mode und Design, dem Film sowie der Geschichte des Ausstellens, wobei insbesondere die spezifische Historizität dieser Phänomene ein zentraler Ausgangspunkt ist. Das Interesse des Künstlers an verschiedenen Ausdrucksformen von Modernität manifestiert sich in den speziellen, oft sehr unterschiedlichen Gegenständen seiner Arbeiten.

Der tschechische Künstler Dominik Lang hingegen entwickelt für seine Ausstellung »Expanded Anxiety« in der Galerie der Secession eine Reihe von Werken, in denen er sich der Neuinterpretation von Elementen der kubistischen Skulptur und Architektur widmet. Für seine titelgebende Installation rekonstruiert er die bekannte Statue »Ùzkost« ([Angst] 1911/12) des Bildhauers Otto Gutfreund in einer vergrößerten, für den Ausstellungsraum adaptierten Form, welche die BesucherInnen die Skulptur neu erleben und in ihr Inneres vordringen lässt.

Die in Bratislava geborene Miriam Bajtala beschäftigt sich ebenfalls mit Wahrnehmung und den Parametern, die diese definieren und verändern, wie Raum, Zeit und Kontext. Videos, Zeichnungen und Skulpturen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie Textarbeiten und performative Installationen. Mit ihrer für die Ausstellung in der Secession konzipierten und realisierten Arbeit »in meinem Namen« (2013) knüpft Miriam Bajtala an das Thema der Rede und den damit verbundenen Repräsentationsfragen an. Sie befragt darin ihre Rolle als Künstlerin, indem sie ihre Selbstwahrnehmung den Sichtweisen von vier Kulturschaffenden gegenüberstellt.

In der Galerie Gabriele Senn hingegen setzt sich die Künstlerin Barbara Mungast mit dem Objektcharakter und dessen Materialität auseinander. Mit ihrer neuen Werkserie vollzieht die österreichische Künstlerin eine bedeutende Entwicklung in ihrer, den Minimalismus attackierenden Arbeitsweise und setzt sich aufs Neue mit der nachhaltigen Wirkungskraft des Mediums Malerei auseinander. Der neue Werkzyklus entspringt einem Spiel mit den an kollektive Formen erinnernden, archetypischen, kreisrunden Bildträgern, gepaart mit den gegenwärtigen industriellen Fertigungstechniken. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Performativität der Herstellungsprozesse, sowie nach deren Einfluss auf die Rezeption durch den Betrachter.

Die dritte Ausstellung in der TBA21-Augarten bildet den Auftakt einer längerfristigen Zusammenarbeit mit dem isländischen Künstler und Performer Ragnar Kjartansson. »The Visitors« präsentiert die neueste 9-Kanal Video-Installation, die mit großem Erfolg 2012 debütierte, zusammen mit dem Video »The Man« (2010), einem Porträt der amerikanischen Blues-Legende Pinetop Perkins.