Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Wien Oktober/November 2013

Why Painting Now? – Zahlreiche Wiener Galerien versuchen dieser Frage in ihren aktuellen Ausstellungen auf den Grund zu gehen: Im Rahmen des Begleitprogramms der Vienna Fair (»Curated by 2013«) luden die Galerien internationale Kuratoren und Kuratorinnen zu sich ein, um den Stand der zeitgenössischen Malerei zu eruieren. Fanny Hauser hat Ihnen einige spannende Konzepte aufgelistet.

Kunst in Wien
Kunst in Wien

Die Galerien im ersten Bezirk begeistern nicht nur mit ihren regulären Ausstellungen, sondern wissen auch im Rahmen der Vienna Fair zu beeindrucken: So präsentiert die Galerie Mezzanin in der Eschenbachgasse in der von Tyler Coburn kuratierten Gruppenausstellung »August« Werke von Shannon Ebner, Adam Putnam und Rachelle Sawatsky. Zentrum der Ausstellung bildet eine Broschüre mit Abschriften der Gespräche, welche die teilnehmenden KünstlerInnen bei der Auswahl der Arbeiten führten und das Kuratieren selbst in einen sozialen Prozess verwandelten.

Die Galerie Martin Janda präsentiert in »next to perplexed you« Werke der Künstlerinnen Magni Borgehed, Sarah Forrest, Virginia Hutchison, Malin Gabriella Nordin und Lucy Stein. Kuratiert wird die Ausstellung von Jan Verwoert, der die von Vanessa Bell (Virginia Woolfs ältere Schwester) gefertigten Umschlagentwürfe für Woolfs Bücher als Inspirationsquelle für die Ausstellung nutzte. Gezeigt werden Arbeiten von KünstlerInnen, die "Adjazenz" praktizieren, also Nachbarschaften pflegen, Seitwärtsbewegungen ausführen.

Gürsoy Dogtas hingegen, stellt in der Charim Galerie Arbeiten vor, die sich am Schnittpunkt von Malerei und textiler Gestaltung bewegen und so den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden. Zu sehen sind u.a. Werke von Bettina Allamoda, Judith Raum, Birgit Megerle, Wolfgang Wirth und Adele Röder.

Für die Galerie Elisabeth & Klaus Thoman kuratiert die Südtirolerin Marion Pfiffer Damiani und zeigt unter anderem Werke von John M. Armleder, Erik Steinbrecher, Herbert Brandl, Thomas Feuerstein, Günther Förg und Hermann Nitsch. Damiani bezieht sich in ihrer Konzeption vor allem auf die frühe Präsentationsform des Tafelbildes in den akademischen Salons und präsentiert die Galerie Thoman als temporären Schauplatz einer künstlerisch konzipierten Accrochage.

Werke der englischen Künstlerin Yelena Popova hingegen, kann man in der Knoll Galerie bewundern. Die Ausstellung entstand aus einem fortwährenden Dialog zwischen der Künstlerin Yelena Popova und der Kuratorin Lina Džuverović, um nach neuen Wirkungs- und Entfaltungsmöglichkeiten der Malerei zu suchen. Popovas Kunst kombiniert bewegte Bilder mit Installationen von Malereien. Ihre Bilder erinnern sowohl an die Ästhetik des russischen Konstruktivismus, als auch an jene des Minimalismus und regen einen Diskurs über die Materialität in der heutigen Malerei an.

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In der Galerie Emmanuel Layr werden zur Zeit Werke von u.a. Christopher Williams, Morag Keil, Fiona Mackay, Manuela Gernedel und Gerard Byrne präsentiert, deren konzeptueller Charakter vor allem ihre eigenen Herstellungsbedingungen zu reflektieren wissen: So schufen Morag Keil, Fiona Mackay und Manuela Gernedel über zwei Wochen hinweg täglich je zwei Bilder für ihre Installation „84 Paintings“, um die hohe Geschwindigkeit in der heutigen Kunstproduktion zum Ausdruck zu bringen; Christopher Williams hingegen setzte sich vor allem mit dem dokumentarischen Charakter des Mediums der Fotografie näher auseinander.

Auch die Galerien der Schleifmühlgasse laden im Rahmen der Vienna Fair zu sich ein: Während Christine König in ihrer von Sophie O’Brien kuratierten Ausstellung Werke von u.a. Cathy Wilkes, Matthew Hunt und Wolfgang Tilmans zeigt, präsentiert Kerstin Engholm mit »Painting beyond paint« KünstlerInnen, die sich zwischen Kitsch und Erhabenheit bewegen: Ihre Motive erscheinen als Reaktion auf bereits Erlebtes, wobei die KünstlerInnen dennoch neue Bedeutungen zu schaffen wissen. Zu sehen sind Arbeiten von Hendrik Krawen, Katarina Löfström, Monika Marklinger, Glen Rubsamen und Marianna Uutinen.

Die Gabriele Senn Galerie zeigt in ihrer von Antonia Lotz kuratierten Ausstellung Werke von David Batchelor und Andy Hope. Während Batchelors Werk Fotografie, Malerei, Arbeiten auf Papier und dreidimensionale Strukturen umfasst, in denen die Auseinandersetzung mit Farbe, Urbanität, Abstraktion und der Tradition des Monochroms fast immer präsent sind, nehmen Hopes Gemälde, Skulpturen, Collagen und Zeichnungen auf verschiedene kunsthistorische bzw. populärkulturelle Quellen Bezug. Der Künstler versucht vor allem den Aufstieg des Comics als Massenmedium sowie das Ende des Suprematismus und des russischen Konstruktivismus im Sinne einer „Sub-History“ wieder zu beleben und neu zu formulieren.

Bei Georg Kargl Fine Arts konzipierte Martin Prinzhorn die Ausstellung »Additive Abstraktion«, in der Werke von Will Fowler, Herbert Hinteregger, Chris Johanson und Manuel Knapp vorgestellt werden. Während die Arbeiten von Will Fowler ihren Ursprung in der Dekonstruktion der zweidimensionalen Bildfläche haben, zeigt Hintereggers Kunst seinen Weg von konzeptuellen Überlegungen hin zur Wahrnehmung des Bildes. Chris Johansons Werke hingegen, lassen sich nicht nur auf das Medium der Malerei reduzieren, da Zeichnung, Installation und Skulptur bei ihm völlig gleichberechtigte Rollen haben. Auch Manuel Knapp gehört einer Generation von KünstlerInnen an, die sich nicht mehr auf spezifische Medien reduzieren lässt, gliedert er doch auch Überlegungen aus anderen Bereichen in seine malerische Praxis ein. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 14. November.