Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunstprojekt Rohkunstbau steht vor dem Aus

Die Brandenburger Ausstellungsreihe Rohkunstbau fällt dieses Jahr wegen mangelnder Fördergelder aus. Das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hatte das Projekt bislang mit 60.000 Euro unterstützt, seine Förderung für dieses Jahr jedoch eingestellt.

Das Ministerium will das Geld nach zehnjähriger Förderung nicht mehr zahlen. Ziel der jahrelangen Förderung sei es gewesen, dass die Rohkunstbauer-Macher ein nachhaltiges Finanzierungskonzept auf die Beine stellten, sagte der Ministeriumssprecher Heinz Georg Moek auf Anfrage. Von der Projektleitung sei erwartet worden, Förderpartner zu finden und Drittmittel einzuwerben. Das wurde jedoch leider nicht erreicht.

Mit einer Online-Petition an die Kulturministerin Sabine Kunst, die 1309 Unterstützer unterzeichnet hatten, wollte die Heinrich-Böll-Stiftung als Träger des für dieses Jahr geplanten 19. Rohkunstbau–Projekts dazu drängen, die Entscheidung zu überdenken. Ob es was gebracht hat, bleibt abzuwarten.

2012 sollte der zweite Teil des auf vier Jahre angelegten Zyklus’ „Ring des Nibelungen“ in Schloss Roskow nahe Potsdam und Brandenburg/Havel vom 24. Juni bis 16. September gezeigt werden. Elf Künstler aus Deutschland, Kroatien, Österreich, Singapur und der Schweiz wurden eingeladen, sich kritisch mit dem Thema „Moral“ auseinanderzusetzen.

Seit seiner Gründung 1994 entwickelte sich Rohkunstbau von einem regionalen Künstlerwochend-Happening zu einem renomierten Kunstfestival, das auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung fand. Das Konzept von Rohkunstbau besteht darin, junge aufstrebende und international bekannte Künstler an einem Ort außerhalb des herkömmlichen Kunstbetriebs einzuladen, neue themenspezifische Arbeiten zu realisieren, die sich auf den Ausstellungsort beziehen.